Die ersten Turniere der PDC
Development Tour 2026 sind gespielt – und das Teilnehmerfeld präsentierte sich auffallend in Schwarz-Gelb-Rot. Gleich 15 belgische Talente gingen in Leicester an den Start. Eine solche Präsenz hatte es seit Jahren nicht mehr gegeben. Möglich machte das vor allem die gezielte Förderung durch die VTM Next Gen Darts Academy unter Leitung des ehemaligen Profis
Erik Clarys. Das Projekt verschafft jungen Spielern die Chance, regelmäßig auf internationalem Niveau anzutreten – und dieser Impuls zeigte sofort Wirkung.
Mehrere Belgier nutzten die Bühne, um sich mit starken Leistungen ins Gespräch zu bringen. Sie sammelten Preisgeld, Ranglistenpunkte und wertvolle Erfahrung gegen die internationale Konkurrenz ihrer Altersklasse. Der Auftakt in Leicester lieferte damit nicht nur Ergebnisse, sondern auch ein klares Signal: Der belgische Nachwuchs sucht den Vergleich mit den Besten.
Talentschmiede mit WM-Ticket und Tour Card als Ziel
Die
PDC Development Tour richtet sich an Spieler zwischen 16 und 24 Jahren. Seit Jahren gilt sie als wichtigstes Sprungbrett in den Profibereich. Stars wie Dimitri Van den Bergh und Luke Humphries prägten die Tour in der Vergangenheit. Auch Luke Littler, Gian van Veen und Wessel Nijman sammelten hier früh internationale Erfahrung.
Beau Greaves besitzt seit dieser Saison eine PDC Tour Card
Der sportliche Anreiz ist enorm. Die beiden Bestplatzierten der
Endrangliste qualifizieren sich direkt für die Darts-Weltmeisterschaft im Alexandra Palace und sichern sich zusätzlich eine begehrte PDC Tour Card. Wer konstant punktet, verschafft sich also nicht nur Aufmerksamkeit, sondern öffnet die Tür zur großen Bühne.
Dass belgische Spieler in den vergangenen Jahren nur vereinzelt anreisten, lag vor allem an wirtschaftlichen Faktoren. Ein komplettes Turnierwochenende in England verursacht hohe Reise- und Unterkunftskosten. Gleichzeitig fällt das Preisgeld moderat aus. Erst ab der Runde der letzten 64 – nach drei Siegen – erhalten Spieler 100 Pfund. Für viele Talente lohnte sich daher der Fokus auf nationale Turniere. Die strukturelle Unterstützung der Academy reduziert diese Hürde nun deutlich und schafft neue Perspektiven.
In Leicester rückten vor allem Mylo Michiels und Nunjo Dewaele in den Vordergrund. Beide erspielten sich jeweils 950 Pfund Preisgeld und positionierten sich damit auf Rang 28 beziehungsweise 30 der Zwischenwertung.
Michiels erreichte zweimal das Achtelfinale und setzte mit einem Sieg gegen
Beau Greaves ein echtes Ausrufezeichen. Die Engländerin, aktuell die dominierende Spielerin im Frauendarts und auch bei den Männern konkurrenzfähig, startete mit einem Zehndarter und ging 3:2 in Führung. Michiels blieb ruhig, nutzte seine Chancen konsequent und drehte das Match noch zum 4:3-Erfolg. Es war eines der sportlichen Highlights aus belgischer Sicht.
Ganz ohne Schatten blieb sein Wochenende jedoch nicht. Beim vierten Turnier erschien der 20-Jährige zwei Minuten zu spät am Board und wurde vom Wettbewerb ausgeschlossen. Er akzeptierte die Entscheidung offen, verwies jedoch darauf, dass in vergleichbaren Situationen offenbar unterschiedlich gehandelt wurde. Die verlorenen Punkte könnten im Saisonverlauf noch Gewicht bekommen, wenn es um eine Spitzenplatzierung und die WM-Qualifikation geht.
Nunjo Dewaele überzeugte ebenfalls. Er erreichte in einem Turnier das Viertelfinale und stand einmal im Achtelfinale. Unterwegs bezwang er unter anderem
Charlie Manby mit 4:1 und spielte dabei einen Average von 85,38 Punkten. Diese Zahlen belegen, dass Dewaele über die nötige Konstanz im Scoring verfügt, um sich dauerhaft im oberen Bereich der Tour zu etablieren.
Breite im belgischen Aufgebot sorgt für Stabilität
Hinter dem führenden Duo präsentierte sich auch die zweite Reihe stabil. Matthias Moors sammelte 800 Pfund und belegt aktuell Rang 36 der Rangliste. Er erreichte beim fünften Event das Achtelfinale und stand einmal in der Runde der letzten 32. Seine eigene Analyse fiel nüchtern aus: Nicht immer glänzte das Spiel, doch die Resultate stimmten.
Jenson Remory erspielte 750 Pfund. Axel Buyle, Nigel Coudeville und Seppe Dasseville sicherten sich jeweils 350 Pfund. Xanti Van den Bergh verbuchte 250 Pfund, während Jokke Janssens mit 100 Pfund abreiste.
Für Janssens stellte das Wochenende vor allem mental eine Herausforderung dar. Über soziale Medien sprach er offen über Stress und steigende Anspannung in seinen Matches. Obwohl er sich spielerisch gut vorbereitet fühlte, wuchs der Druck mit jeder Partie. Solche Erfahrungen gehören für viele Nachwuchsspieler dazu, wenn sie sich erstmals regelmäßig auf internationalem Terrain behaupten müssen.
An der Spitze der Rangliste setzte Jurjen van der Velde mit zwei Turniersiegen das erste Ausrufezeichen der Saison. Jack Drayton folgt auf Rang zwei, dahinter liegen Sebastian Bialecki, Charlie Manby und Dylan Slevin. Auch Dominik Grüllich, Finn Behrens, Florian Preis und Beau Greaves rangieren unter den Top 20.
Die Saison 2026 umfasst insgesamt fünf Spielwochenenden mit mehreren Turnieren pro Station. Das nächste Event findet vom 24. bis 26. April in Milton Keynes statt. Für die belgischen Talente zählt nun Konstanz. Der Auftakt in Leicester zeigt klar: Diese Generation bringt Qualität, Tiefe und Selbstvertrauen mit. Wenn sie diesen Weg fortsetzt, spielt sie im weiteren Verlauf der Development Tour eine sichtbare Rolle im Rennen um die begehrten Spitzenplätze.
Prize Money Ranking
Prize Money Ranking
| Rk |
Name |
Prize Money |
| 1 | Jurjen van der Velde | 7350 |
| 2 | Jack Drayton | 6750 |
| 3 | Sebastian Bialecki | 4350 |
| 4 | Charlie Manby | 3850 |
| 5 | Dylan Slevin | 2850 |
| 6 | Angelo Balsamo | 2600 |
| 7 | James Beeton | 2600 |
| 8 | Cam Crabtree | 2600 |
| 9 | Peter Kelemen | 2100 |
| 10 | Dominik Gruellich | 1850 |
| 11 | Jenson Walker | 1850 |
| 12 | Nathan Potter | 1750 |
| 13 | Finn Behrens | 1700 |
| 14 | Tyler Thorpe | 1600 |
| 15 | Florian Preis | 1550 |
| 16 | Owen Bates | 1550 |
| 17 | Archie Self | 1350 |
| 18 | Charlie Stocks | 1350 |
| 19 | Connor Hopkins | 1350 |
| 20 | Beau Greaves | 1350 |
| 21 | Leon Weber | 1200 |
| 22 | Cayden Smith | 1100 |
| 23 | David Fidler | 1100 |
| 24 | Jamai van den Herik | 1100 |
| 25 | Henry Coates | 1000 |
| 26 | Sam Jackson | 1000 |
| 27 | Barry Watson | 950 |
| 28 | Nunjo Dewaele | 950 |
| 28 | Shane de Jong | 950 |
| 30 | Mylo Michiels | 950 |
| 31 | Owen Roelofs | 950 |
| 32 | Niclas Wierling | 850 |
| 33 | Keanu van Velzen | 850 |
| 34 | Mason Teese | 800 |
| 35 | Nathan Care | 800 |
| 36 | Matthias Moors | 800 |
| 37 | Jenson Remory | 750 |
| 38 | Ryan Walsh | 750 |
| 39 | Patrick McShane | 750 |
| 40 | Dylan Dowling | 700 |