Adam Gawlas hat kürzlich offen zugegeben, dass der Verlust seiner Tour Card am Ende sogar seine Liebe zum Darts gerettet hat. Der Tscheche rutschte im Januar 2025 aus den Top-64 der Order of Merit und verlor damit seinen Platz auf dem PDC-Circuit – ein herber Rückschlag für den 24-Jährigen, der zu Beginn seiner Karriere als aufstrebendes Talent gegolten hatte.
Doch rückblickend entpuppte sich diese erzwungene Pause als Segen. „Flawlas“ holte sich im vergangenen Januar seine Tour Card über die Q-School zurück – und nach eigener Aussage war genau dieses Jahr ohne Verpflichtungen das, was er dringend gebraucht hatte.
Atempause in einem mörderischen Kalender
Gawlas ist stark in die neue Saison gestartet. Er erreichte das Halbfinale von Players Championship 1 und qualifizierte sich zudem für zwei European-Tour-Turniere. Für den Tschechen bot das Jahr außerhalb der Top-64 vor allem eines: Raum, um körperlich und mental einen Reset zu vollziehen – fernab des gnadenlosen PDC-Kalenders.
Zeigt seit dem Rückgewinn seiner Tour Card ein völlig neues Gesicht: Adam Gawlas
„Dieses eine Jahr ohne Tour Card hat mich gerettet“, erklärt Gawlas. „Der Kalender ist so voll. Ich habe gehört, dass Luke Humphries nach seinem Players-Championship-Sieg gesagt hat, er werde sich fünfzehn Tage freinehmen, um Zeit mit seiner Familie zu verbringen.“
„Aber an den übrigen Tagen, wenn ich selbst nicht spiele, ist er in der Premier League, auf der European Tour und so weiter im Einsatz. Es hört nie auf“, sagt Gawlas. „Dieses Jahr ohne Tour Card gab mir Zeit zum Nachdenken. Mir wurde klar, wie sehr ich dabei sein will. Jetzt bin ich wirklich glücklich.“
„So habe ich ihn seit Jahren nicht gesehen“
Auch Ex-Profi
Paul Nicholson erkennt eine völlig neue Version des Tschechen. Der Australier erinnert sich noch gut an den ersten großen Auftritt des früheren Top-Talents. „Als er debütierte, schauten wir uns alle an: Wer ist dieser Junge? Er setzte bei seinem ersten Auftritt sofort ein Ausrufezeichen“, sagte Nicholson.
„Wir dachten sofort: Tschechien hat einen Topspieler dazugewonnen – und es ist nicht Karel Sedlacek. Sein Tempo, sein Griff, dieser Blick in den Augen – das ist alles gleich geblieben. Was sich vielleicht verändert hat, ist etwas, das man nicht sofort sieht: Er hat mehr Selbstvertrauen. So habe ich ihn seit Jahren nicht gesehen. Er wirkt selbstsicher, fast arrogant.“
Diese zurückgewonnene Chuzpe zeigte sich auch bei den
Poland Darts Open. Gawlas kämpfte sich dort in einer packenden ersten Runde mit 6:5 an Dirk van Duijvenbode vorbei, bevor er anschließend an Jonny Clayton scheiterte.