Cameron Menzies verpasste
James Wade in der Samstagnachmittagssession der
Poland Darts Open 2026 einen kompromisslosen 6:0-Whitewash und spielte dabei knapp unter 100 im Schnitt – einer der überzeugendsten Auftritte der zweiten Runde. Danach rückten jedoch das Gespräch zwischen den beiden Spielern und Wades Rolle in den Fokus, der Menzies in den schwierigen Wochen nach seinem
emotionalen Zusammenbruch bei der PDC Darts WM 2026 unterstützte.
Vom Ally-Pally-Tumult zur Krakauer Ruhe
Für Menzies bedeutete der Sieg in Krakau nicht nur den Einzug ins Achtelfinale, sondern auch eine weitere Bestätigung, wie weit er seit diesem Tiefpunkt im Alexandra Palace im vergangenen Dezember gekommen ist.
Bei der Weltmeisterschaft Anfang dieses Jahres kochte Menzies’ Frust nach einer überraschenden Erstrundenniederlage gegen Charlie Manby über. Unmittelbar danach schlug er wiederholt gegen die Unterseite des Bühnentisches, verletzte sich schwer an der Hand und gab später zu, er habe
„viel Schaden angerichtet“.
Erregte mit seinem emotionalen Totalausfall bei der Darts WM 2026 weltweite Aufmerksamkeit: Cameron Menzies
Die Verletzung erforderte medizinische Behandlung und brachte sowohl körperliche als auch mentale Folgen mit sich. In den darauffolgenden Wochen sprach Menzies offen darüber, wie sehr er mit den Nachwirkungen dieses Moments zu kämpfen hatte.
In dieser Zeit stach Wade hervor. „Wir haben einfach gesprochen, weil ich in Twickenham in London mit James eine Exhibition gespielt habe, und er war der erste Darts-Spieler, der mich tatsächlich gefragt hat, wie ich mich fühle. Nicht nur eine Floskel, sondern: Wie fühlst du dich wirklich?“, berichtete Menzies im Gespräch mit
Tungsten Tales.
„Er hat seine eigenen Themen und weiß besser als jeder andere, was das Leben machen kann. Er hat mir aufrichtig in die Augen geschaut und gefragt: ‚Geht’s dir gut?‘“, führte der Schotte fort. „Ich sagte zu ihm, du bist der Erste, der es wirklich so meint, nicht nur eine dumme ‚Alles gut?‘-Frage. Er schüttelte mir die Hand, sah mir direkt in die Augen und fragte, ob wirklich alles in Ordnung sei.“
So hat Menzies, trotz aller Rivalität auf der Bühne, abseits davon nur warme Worte für Wade übrig. „Ich habe wirklich viel Liebe und Respekt für James. Ich wollte ihn umarmen, aber er hat mir nur auf die Brust geboxt – er mag keine Umarmungen!“
Eiskalt auf der Bühne
Als die beiden in Krakau auf der Bühne aufeinandertrafen, war von Sentimentalität wenig zu sehen.
Menzies spielte beim dominanten 6:0 einen 99,10-Average, warf zwei 180er und verwertete sechs seiner zwölf Doppelversuche. Wade hingegen hatte große Probleme auf dem äußeren Ring, ließ zahlreiche Chancen aus und beendete das Match ohne eine einzige 180.