Vincent van der Voort sieht eine schwierige Situation für Michael van Gerwen mit Blick auf den World Grand Prix: „Wir müssen uns an diesen neuen Standard gewöhnen“
Michael van Gerwen steht vor einer wichtigen Phase der Saison. Nach seinem frühen Aus bei den World Series of Darts Finals in Amsterdam wartet am Montag bereits der World Grand Prix. Dort trifft der dreifache Weltmeister in der ersten Runde auf Ryan Joyce. Laut Vincent van der Voort kommt dieses Duell für seinen guten Freund zu einem heiklen Zeitpunkt.
Van Gerwen kassierte vergangene Woche in Amsterdam einen herben Dämpfer. Gegen Daryl Gurney bekam er sechs Matchdarts, doch keiner fand das Ziel. Am Ende musste er sich bereits nach der ersten Runde vom Turnier verabschieden.
Dieses Ergebnis wirkte noch tagelang nach. Van Gerwen erklärte am Montag in seinem Livestream auf YouTube, er sei immer noch krank vor Ärger über die Niederlage. Auch Van der Voort spürt, wie hart das Aus eingeschlagen hat. „Er hat alles reingelegt, er ist fleißig und am Trainieren und so weiter... Aber ich sage ihm auch: Nach anderthalb Wochen Training kannst du nicht erwarten, dass schon alles passt“, sagte er im Podcast Darts Draait Door.
Van Gerwen bleibt derweil kaum Zeit, die Enttäuschung aufzuarbeiten. Zunächst stehen die Players Championships in Den Bosch an, danach richtet sich der Fokus direkt auf den World Grand Prix.
Michael van Gerwen hat vor dem World Grand Prix sportliche Sorgen
Van der Voort warnt vor Joyce
Die Auslosung in Leicester hat Van Gerwen mit Joyce zudem keinen leichten Gegner beschert. Van der Voort erinnert daran, dass der Engländer vor zwei Jahren das Halbfinale des World Grand Prix erreicht hat.
„Das Selbstvertrauen ist gerade etwas angekratzt und er muss sehr hart arbeiten, um zurückzukommen. Da ist Joyce ein extrem unangenehmer Gegner. Vor zwei Jahren stand er beim Grand Prix im Halbfinale. Er ist ein sehr zäher Spieler. Michael muss komplett bei sich bleiben. Wenn er gut spielt, muss er Joyce schlagen. Aber wir müssen ihn auch an seiner aktuellen Form messen. Dann müssen wir vielleicht einfach sagen, dass Ryan Joyce leicht favorisiert ist.“
Diese letzte Aussage sorgte im Podcast Sportnieuws.nl Darts Draait Door für Verwunderung bei Moderator Damian Vlottes. Er konnte kaum glauben, dass Van der Voort Joyce tatsächlich als leichten Favoriten gegen Van Gerwen einstuft.
Van der Voort blieb jedoch bei seiner Einschätzung.
„Er hat derzeit mehr Vertrauen als Michael. Der hatte gerade sechs Matchdarts und hat sie nicht genutzt. Warum sollten wir jetzt sagen, dass er Joyce mal eben schlägt? Ich denke, wir müssen uns alle an diesen neuen Maßstab gewöhnen.“
Laut Van der Voort liegt die Verantwortung nun bei Van Gerwen selbst, auf der Bühne eine Antwort zu geben. Der Niederländer müsse „selbst mal wieder beweisen, dass alle danebenliegen mit der Meinung, es laufe im Moment nicht so gut“.
Sollte Van Gerwen seine erste Hürde beim World Grand Prix nehmen, wartet in der zweiten Runde möglicherweise ein rein niederländisches Duell. Der Sieger seiner Partie gegen Joyce trifft nämlich auf den Gewinner des Aufeinandertreffens zwischen Danny Noppert und Niko Springer.
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.