Acht Niederländer beim World-Grand-Prix: So stehen die Chancen um Michael van Gerwen, Gian van Veen, Wessel Nijman und co.

PDC
Mittwoch, 23 September 2026 um 6:00
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Von Montag, 28.09., bis Sonntag, 04.10., steht in Leicester mit dem World Grand Prix das nächste große Major-Turnier vor der Tür. Mit gleich acht Teilnehmern ist die Niederlande stark vertreten. Aber wie hoch sind die Titel-Chancen wirklich? In diesem Artikel ordnen wir alles ein.
Der World Grand Prix ist bekannt für sein einzigartiges Double-in-Double-out-Format. Wo Spieler sonst nur auf einem Doppelfeld checken müssen, ist hier auch der Einstieg in das Leg per Doppel Pflicht. Das erhöht den Druck zu Beginn der Legs, denn mehrere verpasste Auftaktwürfe bringen dich sofort deutlich ins Hintertreffen.

Wie erfolgsversprechend sind die Aussichten?

Mit Michael van Gerwen, Gian van Veen, Danny Noppert, Wessel Nijman, Kevin Doets, Dirk van Duijvenbode, Jermaine Wattimena und Niels Zonneveld sind die Chancen für die Niederländer zahlreich. Günstige Auslosungen gibt es im extrem starken Feld jedoch kaum. Wie groß sind die tatsächlichen Aussichten der Niederländer, beim Turnier weit zu kommen?
Michael van Gerwen (1)
Michael van Gerwen ist einer von acht Niederländern beim World Grand Prix: Seine Formkurve zeigte zuletzt nach unten. 

Auslosung der Niederländer beim World Grand Prix 2026

Niederländischer SpielerGegner
Michael van Gerwen Ryan Joyce
Gian van Veen Dirk van Duijvenbode
Wessel Nijman Rob Cross
Danny Noppert Niko Springer
Dirk van Duijvenbode Gian van Veen
Kevin Doets Nathan Aspinall
Jermaine Wattimena Chris Dobey
Niels Zonneveld Josh Rock

Michael van Gerwen

Michael van Gerwen ist mit sechs World-Grand-Prix-Titeln einer der zwei erfolgreichsten Akteure bei diesem Major. Nur Phil Taylor war mit 11 Titeln noch besser. Zwischen 2014 und 2019 war der Niederländer im damaligen Dublin nahezu unantastbar, 2022 holte er zuletzt den Titel.
Ein siebter Titel scheint in diesem Jahr jedoch außer Reichweite. „Mighty Mike“ ringt seit Monaten mit seiner Form. Da man bei diesem Turnier wegen des Double-in-Double-out-Formats konstant sein Topniveau abrufen muss, ist es unwahrscheinlich, dass in Leicester plötzlich alles bei van Gerwen zusammenläuft.
Bei den World Series of Darts Finals wurde erneut schmerzhaft deutlich, wie weit der Weg für den dreifachen Weltmeister noch ist. Van Gerwen lag gegen Daryl Gurney auf Siegkurs, vergab jedoch sechs Matchdarts und verlor in Runde eins. Fehlwürfe auf die Doppel kann er sich bei diesem Turnier überhaupt nicht leisten.
Die Auslosung meint es halbwegs gut mit dem Niederländer. Er trifft auf Ryan Joyce, der als Neunter der Pro Tour Order of Merit einlief. Der Engländer befindet sich, ähnlich wie van Gerwen, nicht in Topform, was Chancen für „MvG“ eröffnet. Der direkte Vergleich spricht klar für van Gerwen. Von 13 Duellen gewann er zehn.

Gian van Veen & Dirk van Duijvenbode

Das einzige niederländische Duell in Runde eins. Ausgerechnet Gian van Veen und Dirk van Duijvenbode, die sich bereits bei den World Series of Darts Finals in Amsterdam gegenüberstanden.
Dort zeigte sich, dass beide auf Augenhöhe agieren. In der AFAS Live blieb es lange Zeit eng. Van Duijvenbode führte 8:6, doch van Veen holte vier Legs in Serie und entschied das Match mit 10:6 für sich.
Im Nachgang wurde klar, dass „Aubergenius“ das gesamte Turnier mit Schmerzen an der Hand spielte. Es bleibt abzuwarten, wie sich das bis zum World Grand Prix entwickelt. Selbst angeschlagen überzeugte er jedoch, denn in Runde zwei sorgte er mit einem 10:9 im Decider gegen Luke Humphries für einen Paukenschlag.
Van Veen erreichte dank des Sieges über seinen Landsmann das Halbfinale in Amsterdam, doch dort war die Luft raus. Mit einem Average von nur 85 blieb er blass und unterlag dem späteren Champion Ross Smith klar.
Auf dem Papier ist es ein 50:50-Duell, die Partie kann in beide Richtungen kippen. Der direkte Vergleich spricht knapp für van Duijvenbode, der vier der bisherigen sechs Begegnungen gewann. Die letzten beiden Matches gingen jedoch an van Veen. Zudem bleibt wegen der Handverletzung von van Duijvenbode offen, wie er in Leicester auftritt.
Gian van Veen & Dirk van Duijvenbode umarmen sich.
Van Veen schlug van Duijvenbode jüngst mit 10:8 bei den World Series of Darts Finals.

Wessel Nijman

Nijman hofft in Leicester erstmals ein Major-Viertelfinale zu erreichen. Dafür muss er in Runde eins jedoch zunächst Rob Cross aus dem Weg räumen, und das ist eine hohe Hürde.
„Voltage“ scheint 2026 auf der Weltrangliste wieder im Aufwind zu sein. Cross erlebt ein starkes Jahr, holte einen Floor-Titel und beendete die Pro Tour Order of Merit für den World Grand Prix als Achter. Bei den World Series of Darts Finals verlor er jedoch überraschend mit 2:6 gegen Ryan Searle.
Doch einer feiert in diesem Jahr seinen echten Durchbruch: Wessel Nijman. Der Niederländer gewann zwei European Tour-Turniere und dazu noch sechs Titel auf dem Floor. Damit kletterte er bereits auf Platz 12 der Weltrangliste und hat die Top 10 im Blick. Ein richtig tiefer Lauf bei einem Major fehlt bislang jedoch noch.
Vielleicht ändert sich das beim World Grand Prix. Seine Bilanz gegen Cross ist jedenfalls ermutigend. Von ihren fünf bisherigen Duellen verlor der Niederländer nur eines. Dieser eine Sieg von „Voltage“ passierte allerdings ausgerechnet beim World Grand Prix im Vorjahr.

Danny Noppert

Noppert legte im vergangenen Jahr einen starken Lauf beim World Grand Prix hin. Der Niederländer bezwang nacheinander Jermaine Wattimena, Stephen Bunting und Gary Anderson und erreichte das Halbfinale. Dort musste er sich jedoch Luke Humphries geschlagen geben.
Auf dem Papier sollte dieses Turnier „The Freeze“ liegen. Der Niederländer ist auf die Doppel meist verlässlicher, als dass er über reine Scoring-Power kommt. In diesem Format ist das ideal. Das zeigt seine Halbfinalteilnahme im Vorjahr, nachdem er bereits 2021 einmal das Semifinale erreicht hatte.
Danny Noppert brüllt es heraus.
Noppert erreichte 2021 und 2025 das Halbfinale beim World Grand Prix.
In Runde eins trifft er auf das deutsche Talent Niko Springer, der sich als Nummer 13 der Pro Tour Order of Merit qualifizierte. Damit zählt Springer zu den niedriger gesetzten Spielern, ein Selbstläufer ist es für Noppert aber keineswegs. Springer hat mehrfach bewiesen, dass er große Namen schlagen kann, und ist im Rhythmus scorend kaum zu stoppen.
Noppert ist zwar Favorit, der direkte Vergleich erzählt jedoch eine andere Geschichte. Zwar spielten sie erst dreimal gegeneinander, doch der Deutsche gewann zwei dieser drei Duelle. Noppert muss also liefern, wenn er erneut ins Halbfinale will.

Kevin Doets

Kevin Doets ist wohl einer jener Namen, die alle Top-16-Spieler bei der Auslosung gern vermieden hätten. Der Niederländer holte in diesem Jahr seinen ersten Players Championship-Titel und kam zudem regelmäßig weit bei den Floor-Turnieren. Auch auf der European Tour erreichte er ein Finale, das er letztlich mit 6:8 gegen Josh Rock verlor.
Dank dieser starken Ergebnisse steht er als 27. inzwischen stabil in den Top 32 der Welt. Entsprechend begeistert wird Nathan Aspinall nicht gewesen sein, als ihm bei der Auslosung der Niederländer zugelost wurde.
Aspinall, als Nummer 16 der Welt bei solchen Turnieren mit dem Pech, in Runde zwei in der Regel auf Luke Littler zu treffen, würde ein Sieg zum Auftakt enorm helfen. Damit könnte er ein paar Plätze gutmachen und dem Weltmeister aus dem Weg gehen.
Mit Doets hat er allerdings ein sehr hartes Los erwischt. Der direkte Vergleich spricht sogar dafür, dass „Hawkeye“ so etwas wie ein Angstgegner für den Engländer ist. Von neun bisherigen Duellen gewann der Niederländer nämlich sieben, darunter bei der letztjährigen Darts-WM.

Jermaine Wattimena

Wattimena ist, ähnlich wie Doets, wohl ein Name, den die Großen lieber gemieden hätten. Als Nummer drei der Pro Tour Order of Merit hat der Niederländer mit Chris Dobey (Nummer 15 der Welt) vergleichsweise gut gelost.
Dobey ist nicht gerade für Effizienz auf die Doppel bekannt. Im Gegenteil: "Hollywood" lässt auf den Außenringen häufig Chancen liegen. An guten Tagen ist er extrem schwer zu schlagen, das zeigen auch seine zwei Floor-Titel 2026. Der Engländer hat jedoch ebenso mehrere Matches durch Nachlässigkeiten auf die Doppel aus der Hand gegeben. Und bei diesem Turnier sind genau diese Doppel entscheidend.
Daher eröffnen sich Chancen für Wattimena, der normalerweise ebenfalls eher über Scoring als über Doppel-Effizienz kommt. Wenn er die Legs aber mit einem starken ersten Doppel öffnet, sollte er in der Lage sein, Dobey auszuschalten.
Der direkte Vergleich spricht klar für „The Machine Gun“. In 13 Duellen mit Dobey setzte er sich neunmal gegen den Engländer durch.
Jermaine Wattimena beim Walk-on.
Wattimena könnte mit einem guten Lauf beim World Grand Prix in die Top-16 der Welt vorstoßen.

Niels Zonneveld

Zum Schluss noch Niels Zonneveld, der ein starkes Jahr auf der Pro Tour spielt. Obwohl er noch auf seinen ersten PDC-Titel wartet, hat er sich in dieser Saison auf dem Floor und der European Tour deutlich gezeigt.
In den ersten vier Euro Tour-Turnieren erreichte er zweimal das Halbfinale und einmal das Viertelfinale. Auch auf dem Floor stand er zweimal unter den letzten Acht. Damit sicherte er sich früh im Jahr über die Pro Tour Order of Merit, in der er schließlich Elfter wurde, die Teilnahme am Major-Turnier.
„Triple Z“ steht inzwischen auf Platz 25 der Weltrangliste und könnte mit einem guten Ergebnis in Leicester erstmals in seiner Karriere in die Top 32 vordringen. Mit Josh Rock hat er allerdings einen schweren Gegner gezogen.
Der Nordire ist mittlerweile die Nummer 7 der Welt und könnte mit einem guten Lauf sogar auf Rang 5 klettern. Der direkte Vergleich spricht jedoch knapp für den Niederländer. Von fünf bisherigen Duellen gewann Zonneveld drei. Das waren zudem die drei jüngsten Aufeinandertreffen, was ihm zusätzliches Selbstvertrauen für Leicester geben dürfte.
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