„Was beschwert sich der Kerl? Soll er gleich daheim bleiben!“ – Mensur Suljovic kontert Smith-Vorwürfe entschieden

PDC
durch Nic Gayer
Mensur Suljovic (2)
Mensur Suljovic hat auf die heftige Kritik von Ross Smith reagiert – und dabei für den nächsten Aufreger bei der Swiss Darts Trophy 2026 gesorgt! Nachdem der Österreicher seinen englischen Kontrahenten am Sonntagnachmittag in Basel mit 6:5 bezwungen hatte, entbrannte eine öffentliche Diskussion über Suljovics Verhalten während der Partie. Smith warf seinem Gegner anschließend in den sozialen Medien unsportliches Verhalten vor und bezeichnete sein Verhalten als das eines „kompletten Idioten“. Nach seinem Viertelfinalsieg gegen Dirk van Duijvenbode bekam Suljovic schließlich selbst die Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Seine Antwort fiel deutlich aus.
Im Siegerinterview mit Philip Brzezinski verteidigte „The Gentle“ sein Vorgehen, kritisierte Smith für dessen Beschwerden und verwies auf die Unterstützung des Publikums. Als Brzezinski ihm widersprach und insbesondere das Anheizen der Zuschauer während der Matchdarts seines Gegners beanstandete, entwickelte sich auf der Bühne eine bemerkenswert offene Diskussion. Suljovic räumte schließlich ein, die betreffenden Szenen möglicherweise nicht richtig wahrgenommen zu haben – blieb grundsätzlich aber bei seiner Haltung.

Smith kritisiert Suljovic nach Achtelfinal-Krimi scharf

Ausgangspunkt der Kontroverse war das Achtelfinale zwischen Suljovic und Smith. Der Engländer hatte zunächst mit 2:0 geführt und lag später auch mit 5:3 vorne, doch der Österreicher kämpfte sich zurück und erzwang schließlich den Decider. Während dieser Aufholjagd fiel Suljovic wiederholt dadurch auf, dass er das Basler Publikum zu lautstarker Unterstützung animierte – auch dann, wenn Smith am Oche stand und seine Darts warf.
Mensur Suljovic jubelt.
Mensur Suljovic verteidigte nach seinem Viertelfinalsieg bei der Swiss Darts Trophy sein Verhalten gegen Ross Smith und diskutierte darüber auf der Bühne mit Moderator Philip Brzezinski.
Besonders brisant: Selbst während der Matchdarts des Engländers feuerte Suljovic die Zuschauer weiter an. Smith reagierte auf der Bühne sichtbar verärgert. Nach dem knappen 5:6 fiel der Handschlag zwischen den beiden entsprechend frostig aus.
Wenig später meldete sich Smith auf der Plattform X zu Wort. Dabei stellte er zunächst klar, dass er Suljovic nicht für seine Niederlage verantwortlich mache. Anschließend wurde der Ton deutlich schärfer: „Natürlich kann ich nicht wissen, was er hinter meinem Rücken macht, wenn ich werfe, außer anhand der Reaktion des Publikums. Wenn er sich wie ein kompletter Idiot benehmen will, ist das seine Sache. Karma wird zurückschlagen.“

„Was beschwert sich der Kerl?“ – Suljovic schießt zurück

Nach seinem anschließenden Viertelfinalsieg gegen Dirk van Duijvenbode wurde Suljovic im Siegerinterview auf die Geschehnisse angesprochen. Der Österreicher zeigte wenig Verständnis für Smiths Reaktion.
„Schau: Ross Smith ist einer der besten Spieler der Welt. Was beschwert sich der Kerl? Der muss sein Spiel machen, sonst kann er gleich nach Hause gehen“, erklärte Suljovic.
Dabei griff „The Gentle“ auch zu einer pauschalen und fragwürdigen Formulierung: „Frauen beschweren sich, sorry. Das tut man nicht.“
Suljovic betonte anschließend, dass er Smith als einen der besten Dartspieler respektiere, sah in seiner eigenen Interaktion mit dem Publikum aber kein grundsätzliches Problem.
„Okay, ich habe ein bisschen das Publikum herausgefordert, so wie in Deutschland auch. Ich brauche die Unterstützung. Ohne euch schaffe ich nix. Danke euch!“, wandte sich der Österreicher an die Zuschauer in Basel.
Dann legte er noch einmal nach: „Was beschwert er sich? Wenn ich in England bin, alle sind gegen mich. Überall gegen mich. Jetzt auf einmal beschwert er sich? Soll er gleich daheim bleiben.“

Brzezinski widerspricht – Suljovic räumt mögliche Fehleinschätzung ein

Damit war die Diskussion allerdings noch nicht beendet. Moderator und Master of Ceremonies Philip Brzezinski ließ die Aussagen nicht unwidersprochen stehen. Er machte deutlich, dass er Suljovic persönlich schätze und die beiden sich seit vielen Jahren kennen würden, in diesem Punkt jedoch anderer Meinung sei.
Insbesondere das Timing des Anfeuerns während der Matchdarts von Ross Smith bezeichnete Brzezinski als nicht in Ordnung und überzogen. Eine bemerkenswert klare Reaktion des Moderators, die Suljovic unmittelbar zu einer weiteren Stellungnahme veranlasste.
„Habe ich nicht gesehen, kann schon sein, okay. Muss ich mir im Video anschauen“, antwortete der Österreicher und räumte damit zumindest die Möglichkeit ein, die entscheidenden Momente nicht richtig wahrgenommen zu haben.
Anschließend verteidigte er erneut seinen Umgang mit den Zuschauern: „Ich habe hinten das Publikum angefeuert, aber er muss das checken. Das Publikum kann machen, was es will, oder? Er muss das checken, dann bin ich schon daheim. Meine Frau freut sich“, sagte Suljovic und lachte.
So endete das Interview zwar mit einem Scherz, die Meinungsverschiedenheit blieb jedoch bestehen. Während Smith das Verhalten seines Gegners als störend empfand und öffentlich scharf kritisierte, betrachtete Suljovic seine Publikumsanimation vor allem als Teil der Unterstützung, die er für sein Spiel benötigt.
Sportlich hat die Kontroverse den Österreicher bislang jedenfalls nicht aus dem Konzept gebracht: Nach dem dramatischen Achtelfinalerfolg gegen Smith setzte sich Suljovic auch gegen Dirk van Duijvenbode durch und steht bei der Swiss Darts Trophy 2026 im Halbfinale. Die Diskussion um seinen Auftritt dürfte ihn allerdings noch über das Turnier hinaus begleiten.
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