„Was beschwert sich der Kerl? Soll er gleich daheim bleiben!“ – Mensur Suljovic kontert Smith-Vorwürfe entschieden
PDC
Mensur Suljovic hat auf die heftige Kritik von Ross Smith reagiert – und dabei für den nächsten Aufreger bei der Swiss Darts Trophy 2026 gesorgt! Nachdem der Österreicher seinen englischen Kontrahenten am Sonntagnachmittag in Basel mit 6:5 bezwungen hatte, entbrannte eine öffentliche Diskussion über Suljovics Verhalten während der Partie. Smith warf seinem Gegner anschließend in den sozialen Medien unsportliches Verhalten vor und bezeichnete sein Verhalten als das eines „kompletten Idioten“. Nach seinem Viertelfinalsieg gegen Dirk van Duijvenbode bekam Suljovic schließlich selbst die Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Seine Antwort fiel deutlich aus.
Im Siegerinterview mit Philip Brzezinski verteidigte „The Gentle“ sein Vorgehen, kritisierte Smith für dessen Beschwerden und verwies auf die Unterstützung des Publikums. Als Brzezinski ihm widersprach und insbesondere das Anheizen der Zuschauer während der Matchdarts seines Gegners beanstandete, entwickelte sich auf der Bühne eine bemerkenswert offene Diskussion. Suljovic räumte schließlich ein, die betreffenden Szenen möglicherweise nicht richtig wahrgenommen zu haben – blieb grundsätzlich aber bei seiner Haltung.
Smith kritisiert Suljovic nach Achtelfinal-Krimi scharf
Ausgangspunkt der Kontroverse war das Achtelfinale zwischen Suljovic und Smith. Der Engländer hatte zunächst mit 2:0 geführt und lag später auch mit 5:3 vorne, doch der Österreicher kämpfte sich zurück und erzwang schließlich den Decider. Während dieser Aufholjagd fiel Suljovic wiederholt dadurch auf, dass er das Basler Publikum zu lautstarker Unterstützung animierte – auch dann, wenn Smith am Oche stand und seine Darts warf.

Mensur Suljovic verteidigte nach seinem Viertelfinalsieg bei der Swiss Darts Trophy sein Verhalten gegen Ross Smith und diskutierte darüber auf der Bühne mit Moderator Philip Brzezinski.
Besonders brisant: Selbst während der Matchdarts des Engländers feuerte Suljovic die Zuschauer weiter an. Smith reagierte auf der Bühne sichtbar verärgert. Nach dem knappen 5:6 fiel der Handschlag zwischen den beiden entsprechend frostig aus.
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Wenig später meldete sich Smith auf der Plattform X zu Wort. Dabei stellte er zunächst klar, dass er Suljovic nicht für seine Niederlage verantwortlich mache. Anschließend wurde der Ton deutlich schärfer: „Natürlich kann ich nicht wissen, was er hinter meinem Rücken macht, wenn ich werfe, außer anhand der Reaktion des Publikums. Wenn er sich wie ein kompletter Idiot benehmen will, ist das seine Sache. Karma wird zurückschlagen.“
„Was beschwert sich der Kerl?“ – Suljovic schießt zurück
Nach seinem anschließenden Viertelfinalsieg gegen Dirk van Duijvenbode wurde Suljovic im Siegerinterview auf die Geschehnisse angesprochen. Der Österreicher zeigte wenig Verständnis für Smiths Reaktion.
„Schau: Ross Smith ist einer der besten Spieler der Welt. Was beschwert sich der Kerl? Der muss sein Spiel machen, sonst kann er gleich nach Hause gehen“, erklärte Suljovic.
Dabei griff „The Gentle“ auch zu einer pauschalen und fragwürdigen Formulierung: „Frauen beschweren sich, sorry. Das tut man nicht.“
Suljovic betonte anschließend, dass er Smith als einen der besten Dartspieler respektiere, sah in seiner eigenen Interaktion mit dem Publikum aber kein grundsätzliches Problem.
„Okay, ich habe ein bisschen das Publikum herausgefordert, so wie in Deutschland auch. Ich brauche die Unterstützung. Ohne euch schaffe ich nix. Danke euch!“, wandte sich der Österreicher an die Zuschauer in Basel.
Dann legte er noch einmal nach: „Was beschwert er sich? Wenn ich in England bin, alle sind gegen mich. Überall gegen mich. Jetzt auf einmal beschwert er sich? Soll er gleich daheim bleiben.“
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Brzezinski widerspricht – Suljovic räumt mögliche Fehleinschätzung ein
Damit war die Diskussion allerdings noch nicht beendet. Moderator und Master of Ceremonies Philip Brzezinski ließ die Aussagen nicht unwidersprochen stehen. Er machte deutlich, dass er Suljovic persönlich schätze und die beiden sich seit vielen Jahren kennen würden, in diesem Punkt jedoch anderer Meinung sei.
Insbesondere das Timing des Anfeuerns während der Matchdarts von Ross Smith bezeichnete Brzezinski als nicht in Ordnung und überzogen. Eine bemerkenswert klare Reaktion des Moderators, die Suljovic unmittelbar zu einer weiteren Stellungnahme veranlasste.
„Habe ich nicht gesehen, kann schon sein, okay. Muss ich mir im Video anschauen“, antwortete der Österreicher und räumte damit zumindest die Möglichkeit ein, die entscheidenden Momente nicht richtig wahrgenommen zu haben.
Anschließend verteidigte er erneut seinen Umgang mit den Zuschauern: „Ich habe hinten das Publikum angefeuert, aber er muss das checken. Das Publikum kann machen, was es will, oder? Er muss das checken, dann bin ich schon daheim. Meine Frau freut sich“, sagte Suljovic und lachte.
So endete das Interview zwar mit einem Scherz, die Meinungsverschiedenheit blieb jedoch bestehen. Während Smith das Verhalten seines Gegners als störend empfand und öffentlich scharf kritisierte, betrachtete Suljovic seine Publikumsanimation vor allem als Teil der Unterstützung, die er für sein Spiel benötigt.
Sportlich hat die Kontroverse den Österreicher bislang jedenfalls nicht aus dem Konzept gebracht: Nach dem dramatischen Achtelfinalerfolg gegen Smith setzte sich Suljovic auch gegen Dirk van Duijvenbode durch und steht bei der Swiss Darts Trophy 2026 im Halbfinale. Die Diskussion um seinen Auftritt dürfte ihn allerdings noch über das Turnier hinaus begleiten.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











