ZEITREISE MIT: Robert „The Magician“ Wagner – Einst zauberte er auf der WM-Bühne, heute ist es still um Norwegens Darts-Magier geworden

BDO
durch Nic Gayer
robert wagner 62136e71eb267
In dieser Rubrik reisen wir regelmäßig in die Vergangenheit und blicken auf die Karriere eines bestimmten Dartspielers zurück. Heute steht Robert Wagner im Mittelpunkt.
Der in Österreich geborene Dartspieler entwickelte sich zu einem der bekanntesten norwegischen Spieler seiner Generation und sorgte vor allem bei der BDO-Weltmeisterschaft für Aufsehen. Mit seinem Spitznamen „The Magician“ stellte er immer wieder unter Beweis, dass er über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügte. Sein spektakulärer Sieg gegen Brian Woods bei der Weltmeisterschaft 2010 zählt zu den denkwürdigsten Partien seiner Karriere.
Der ganz große Durchbruch auf höchstem Niveau blieb ihm allerdings verwehrt. Darüber hinaus sorgte Wagner mit seiner offenen Kritik an der BDO für Schlagzeilen, womit er sich 2012 bei der Organisation nicht gerade beliebt machte. Doch wer war der Mann hinter diesen Aussagen, wie verlief seine Karriere und warum verschwand er schließlich weitgehend aus dem Rampenlicht?

Von Wien nach Norwegen

Robert Wagner wurde am 14. Juni 1965 in Wien geboren. Obwohl er in der österreichischen Hauptstadt zur Welt kam, sollte er später vor allem als norwegischer Dartspieler bekannt werden. Er ließ sich in Norwegen nieder, verbrachte dort einen großen Teil seines Lebens und vertrat schließlich bei internationalen Dartturnieren die norwegischen Nationalfarben.
Wagner gehörte nicht zu jenen Spielern, die bereits in jungen Jahren auf der großen Bühne ihren Durchbruch feierten. Er begann erst 1991 mit dem Dartsport, weshalb seine Entwicklung anders verlief als bei vielen Spielern, die heutzutage schon als Teenager ihre Profikarriere starten.
Bevor er sich vollständig dem Dartsport widmete, war Wagner als Bodybuilder aktiv. Dieser Hintergrund passte zu seiner körperlichen Erscheinung und seinem Interesse an Sport und körperlicher Fitness. Es liegt nahe, dass Disziplin, Konzentration und das Streben nach stetiger Leistungssteigerung bereits damals eine wichtige Rolle für ihn spielten.
Natürlich erfordert Darts ganz andere Fähigkeiten als Bodybuilding. Während bei der einen Sportart Kraft und körperliche Entwicklung im Mittelpunkt stehen, kommt es bei der anderen vor allem auf Präzision, Wiederholbarkeit und mentale Kontrolle an. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten. Beide Disziplinen verlangen Hingabe und die Fähigkeit, über einen langen Zeitraum hinweg an kleinsten Details zu arbeiten.
Wagner sollte im Laufe seiner Darts-Karriere beweisen, dass er über die nötigen technischen Fähigkeiten verfügte, um sich mit etablierten Größen des Sports zu messen.

Die ersten Schritte in Lakeside

Anfang der 2000er-Jahre trat Wagner erstmals auf der internationalen BDO-Tour in Erscheinung. Sein erster großer Durchbruch gelang ihm 2003, als er sich für die BDO-Weltmeisterschaft in Lakeside qualifizierte.
Die BDO-Weltmeisterschaft gehörte damals zu den wichtigsten Veranstaltungen im Darts-Kalender. Seit der Spaltung zwischen der BDO und der späteren PDC im Jahr 1993 gab es zwei große Organisationen, die jeweils ihre eigene Weltmeisterschaft austrugen. Lakeside war die traditionsreiche Bühne der BDO, während die PDC ihren eigenen Weltmeister kürte.
Für Spieler, die noch nicht zur absoluten Weltspitze gehörten, bot die Teilnahme in Lakeside eine wichtige Gelegenheit, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Partien fanden in einer charakteristischen Umgebung statt, in der die Zuschauer dicht an der Bühne saßen und eine Atmosphäre herrschte, die sich deutlich von jener in den größeren PDC-Arenen unterschied.
Wagner nutzte diese Gelegenheit auf Anhieb. Bei seinem Debüt 2003 traf er in der ersten Runde auf den Engländer Gary Robson, einen erfahrenen Spieler, der sich später selbst als feste Größe auf der BDO-Tour etablieren sollte.
Robson galt als unangenehmer Gegner, doch Wagner ließ sich davon nicht einschüchtern. Der Norweger gewann mit 3:1 Sätzen und sorgte damit gleich bei seinem ersten WM-Auftritt für ein bemerkenswertes Ergebnis.
Für einen Debütanten war das ein hervorragender Einstand. Wagner bewies, dass er nicht nur bei kleineren Turnieren mithalten, sondern auch auf der größten Bühne der BDO ein Match gewinnen konnte.
Sein Abenteuer endete allerdings bereits in der nächsten Runde. Dort wartete der Belgier Erik Clarys, der sich mit 3:0 Sätzen als zu stark erwies. Wagner konnte an seine starke Leistung gegen Robson nicht anknüpfen, hatte sich aber dennoch auf Anhieb einen Namen gemacht.

Co Stompé und Ted Hankey als Gegner

2004 war Wagner erneut bei der BDO-Weltmeisterschaft vertreten. Diesmal traf er in der ersten Runde auf den Niederländer Co Stompé, der in seiner Heimat bereits große Bekanntheit genoss und auch international über reichlich Erfahrung verfügte.
Stompé war ein Spieler, der sich durch seinen eigenwilligen Stil und seine Fähigkeit auszeichnete, in entscheidenden Momenten zuzuschlagen. Wagner ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und gewann mit 3:2 Sätzen.
Erneut hatte der Norweger einen namhaften Gegner ausgeschaltet. Das Ergebnis bestätigte, dass sein erfolgreicher WM-Einstand kein Zufall gewesen war. Er konnte mit Spielern mithalten, die bereits seit längerer Zeit auf höchstem Niveau aktiv waren.
In der zweiten Runde bekam er es abermals mit einem starken Gegner zu tun. Der Engländer John Walton, der 2001 Weltmeister geworden war, erwies sich als eine Nummer zu groß. Walton gewann mit 3:1 Sätzen und beendete damit Wagners Turnier.
Auch 2005 erreichte Wagner die zweite Runde. Seinen Auftaktgegner, den Finnen Jarkko Komula, konnte er bezwingen. Anschließend wartete mit Ted Hankey ein ehemaliger Weltmeister auf ihn.
Lange Zeit sah es so aus, als könnte Wagner für die nächste Überraschung sorgen. Er ging mit 2:0 Sätzen in Führung und hatte damit eine hervorragende Ausgangsposition, um erstmals das Viertelfinale einer Weltmeisterschaft zu erreichen.
Doch Hankey gab sich nicht geschlagen. Der Engländer kämpfte sich zurück in die Partie und drehte den Rückstand noch zu seinen Gunsten. Am Ende setzte er sich mit 3:2 Sätzen durch.

Auch bei den großen Turnieren in den Niederlanden vertreten

Seine Teilnahmen in Lakeside waren nicht die einzigen Gelegenheiten, bei denen Wagner international auf sich aufmerksam machte. Dank seiner Ergebnisse auf der BDO-Tour qualifizierte er sich auch für andere Turniere, bei denen die besten Spieler aus verschiedenen Ländern aufeinandertrafen.
2003 nahm er beispielsweise an der International Darts League und dem Finder Masters teil. Beide Turniere boten Spielern aus dem BDO-Lager die Möglichkeit, sich mit den Topspielern der PDC zu messen.
Wagner gelang es bei diesen Gelegenheiten allerdings nicht, die Gruppenphase zu überstehen. Dennoch waren solche Teilnahmen für einen Spieler wertvoll, der Erfahrungen gegen unterschiedliche Spielstile sammeln und sich kontinuierlich weiterentwickeln wollte.
Der niederländische Turnierkalender spielte damals eine wichtige Rolle innerhalb der BDO. Neben der Weltmeisterschaft erfreuten sich Veranstaltungen wie die International Darts League und das Finder Masters sowohl bei den Spielern als auch bei den Fans großer Beliebtheit.

2008: Das erfolgreichste Jahr seiner Karriere

Das Jahr 2008 wurde für Wagner zu einer besonders erfolgreichen Saison. Der Norweger erzielte mehrere bemerkenswerte Ergebnisse und bewies, dass er bei großen Turnieren immer häufiger bis in die entscheidenden Runden vordringen konnte.
Einer der Höhepunkte war sein Auftritt bei den Dutch Open. Wagner erreichte das Halbfinale des prestigeträchtigen Turniers, in dem er schließlich dem Schotten Robert Thornton unterlag.
Auch bei den Finnish Open machte Wagner auf sich aufmerksam. Dort zog er ins Finale ein, in dem er auf den Engländer Steve West traf. West behielt letztlich die Oberhand, sodass Wagner mit dem zweiten Platz vorliebnehmen musste.
Seine starke Form beschränkte sich jedoch keineswegs auf Turniere außerhalb Norwegens. Wagner gewann 2008 die norwegische Meisterschaft, indem er Rune David im Finale besiegte.
Beim Winmau World Masters kämpfte sich Wagner bis ins Achtelfinale vor. Dort traf er mit Gary Anderson auf einen absoluten Topspieler. Dennoch gelang es Wagner, Anderson zu bezwingen. Es war ein bedeutender Sieg – nicht nur wegen des namhaften Gegners, sondern auch, weil er ihm zusätzliches Selbstvertrauen für den weiteren Turnierverlauf gab.
Im Viertelfinale stand ihm Joey ten Berge gegenüber, ein niederländischer Dartspieler, der ebenfalls über internationale Erfahrung auf der BDO-Tour verfügte. Wagner gewann auch diese Partie und sicherte sich damit einen Platz unter den letzten vier Spielern.
Sein Gegner im Halbfinale war Scott Waites. Der Engländer gehörte zu den stärksten Spielern seiner BDO-Generation und sollte später noch große Erfolge feiern, darunter die Weltmeistertitel in Lakeside 2013 und 2016. Letztlich erwies sich Waites jedoch als zu stark für Wagner.

Eine Enttäuschung bei der WM 2009

Nach seiner erfolgreichen Saison hoffte Wagner, auch in Lakeside den nächsten Schritt machen zu können. Die Weltmeisterschaft 2009 bot ihm die Gelegenheit, seine starke Form zu bestätigen und erstmals über die zweite Runde hinauszukommen.
Doch daraus wurde nichts. In der ersten Runde traf er erneut auf Gary Anderson, der diesmal das bessere Ende für sich hatte. Der Schotte gewann mit 3:2 Sätzen und schickte Wagner frühzeitig nach Hause.
Die Niederlage war eine Enttäuschung, doch Wagner ließ sich davon nicht entmutigen. Er blieb auf der internationalen Tour aktiv und erzielte im weiteren Verlauf des Jahres 2009 erneut einige bedeutende Ergebnisse.
So gewann er die Finnish Open, bei denen er ein Jahr zuvor noch im Finale gegen Steve West verloren hatte. Diesmal gelang es ihm, sich den Titel zu sichern.
Auch seinen norwegischen Meistertitel konnte er erfolgreich verteidigen. Mit dem erneuten Gewinn der nationalen Meisterschaft untermauerte er seine Stellung als einer der besten Dartspieler Norwegens.
Diese Ergebnisse sorgten dafür, dass Wagner mit viel Selbstvertrauen auf die nächste Weltmeisterschaft hinarbeiten konnte. 2010 sollte ihm in Lakeside endlich jener Erfolg gelingen, auf den er bereits seit einigen Jahren gehofft hatte.

WM 2010: Der Thriller gegen Brian Woods

Die Weltmeisterschaft 2010 wurde zum absoluten Höhepunkt in Wagners Karriere. Dem Norweger gelang es erstmals, das Viertelfinale zu erreichen. Vor allem die Art und Weise, wie er dieses Ziel verwirklichte, sorgte jedoch für Aufsehen.
In der ersten Runde traf Wagner auf den Engländer Alan Norris. Sein Gegner war an Position acht gesetzt und galt damit als ernsthafte Bewährungsprobe für den Norweger. Wagner zeigte allerdings, dass er bestens auf das Turnier vorbereitet war. Er gewann mit 3:1 Sätzen und zog in die zweite Runde ein.
Dort wartete Brian Woods, ein englischer Spieler, der hohe Scores erzielen konnte und sich nur schwer aus dem Konzept bringen ließ. Die Begegnung sollte sich zu einer der meistdiskutierten Partien dieser Weltmeisterschaft entwickeln.
Wagner geriet früh in Schwierigkeiten. Woods ging mit 2:0 Sätzen in Führung und schien auf dem Weg zum Sieg zu sein. Der Norweger musste einen Weg finden, die Initiative zurückzugewinnen. Andernfalls wäre sein Turnier bereits vor dem Viertelfinale beendet gewesen.
Was folgte, war eine bemerkenswerte Aufholjagd. Wagner kämpfte sich zurück in die Partie und schaffte es, den Rückstand aufzuholen. Woods leistete jedoch weiterhin erbitterten Widerstand, sodass sich ein äußerst spannender Schlagabtausch entwickelte. Auch nachdem Wagner die Begegnung wieder ausgeglichen hatte, war noch längst keine Entscheidung gefallen.
Beim Stand von 3:2 Sätzen für Woods geriet Wagner erneut unter Zugzwang. Doch der Norweger kämpfte sich abermals zurück und erzwang einen entscheidenden siebten Satz.
Besonders bemerkenswert war, dass Wagner im Verlauf der Partie mehrfach ein verlorenes Anwurfleg zurückholen musste, um im Match zu bleiben. Dreimal gelang ihm ein Break gegen Woods, als ihm bereits die Niederlage drohte. Damit stellte er nicht nur seine Scoringstärke, sondern auch seine mentale Widerstandsfähigkeit unter Beweis.
Darüber hinaus bot die Partie mehrere hohe Finishes und starke Scores auf beiden Seiten. Woods erhielt sogar die Chance, das Match zu beenden, verpasste jedoch einen Matchdart auf das Bullseye. Dieser Moment sollte sich als entscheidend erweisen. Wagner hielt dem Druck stand, nutzte die vergebene Gelegenheit seines Gegners und wahrte seine Siegchance.
Schließlich musste ein alles entscheidendes Leg über den Ausgang der Begegnung entscheiden. Dort behielt der Norweger die Oberhand und gewann nach einer Partie voller Wendungen mit 4:3 Sätzen.
Nach seinem Thriller gegen Woods fehlte Wagner nur noch ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale. Sein nächster Gegner war allerdings kein Geringerer als Tony O'Shea, die Nummer eins der Setzliste. Wagner verlor die Partie schließlich mit 1:5 Sätzen.

Der Wechsel auf die PDC-Tour

In den folgenden Jahren veränderte sich die internationale Dartslandschaft weiter. Die PDC entwickelte sich zur größten professionellen Organisation des Sports, mit immer mehr Turnieren, höheren Preisgeldern und einer umfangreichen internationalen Tour.
Auch in Skandinavien entstand eine Turnierserie, die Spielern die Möglichkeit bot, sich weiterzuentwickeln und für größere Veranstaltungen zu qualifizieren. Die Scandinavian Darts Corporation, die später Teil von PDC Nordic & Baltic wurde, spielte dabei eine wichtige Rolle.
Ab 2012 konzentrierte sich Wagner zunehmend auf diese mit der PDC verbundene Turnierserie. Damit begann ein neuer Abschnitt seiner Karriere.
Im selben Jahr feierte er zudem einen bedeutenden Turniersieg im finnischen Vääksy. Dort bezwang er im Finale den Finnen Ulf Ceder und sicherte sich damit einen Titel auf der PDC-nahen Tour.

Die bemerkenswerte Abrechnung mit der BDO

Im August 2012 sorgte Wagner mit einer Aussage für Schlagzeilen, die ihn in Konflikt mit der BDO brachte.
Kurz nachdem er Ceder im Finale des Turniers in Vääksy besiegt hatte, gab Wagner ein Interview. Darin äußerte er sich lobend über die PDC, fand für die BDO allerdings ausgesprochen deutliche Worte.
Der Norweger verwendete dabei die wenig diplomatische Formulierung „The BDO is shite“ (sinngemäß: „Die BDO ist absoluter Mist“). Seine Aussage war unmissverständlich und ließ kaum Raum für Interpretationen. Wagner war mit der Organisation unzufrieden und machte daraus auch öffentlich keinen Hehl.
Der Interviewer versuchte anschließend, ihm deutlich zu machen, dass er besser nicht weiter auf das Verhältnis zwischen den beiden Organisationen eingehen sollte. Doch die Aussage war bereits gefallen und sorgte in der Dartswelt für einiges Aufsehen.
Um Wagners Äußerung einordnen zu können, muss man die damaligen Spannungen zwischen der BDO und der PDC berücksichtigen.
Seit der Spaltung im Jahr 1993 blickten die beiden Organisationen auf eine lange Geschichte gegenseitiger Konflikte zurück. Die PDC war gegründet worden, um den professionellen Dartsport weiterzuentwickeln und eine größere Fernsehpräsenz zu erreichen. Die BDO organisierte unterdessen weiterhin die traditionelle Turnierserie, deren wichtigste Veranstaltung die Weltmeisterschaft in Lakeside war.
In den folgenden Jahren entwickelte sich die PDC zur dominierenden Organisation. Die Preisgelder stiegen, die Zahl der TV-Turniere nahm zu und immer mehr Spieler entschieden sich für einen Wechsel zur PDC. Für die BDO wurde es zunehmend schwieriger, ihre bisherige Anziehungskraft aufrechtzuerhalten.
Diese Entwicklung führte regelmäßig zu Diskussionen über die Zukunft des Dartsports, die Verteilung der öffentlichen Aufmerksamkeit und die Möglichkeiten, die sich den Spielern bei den beiden Organisationen boten.
Wagners Aussagen waren Teil dieser größeren Debatte. Die Art und Weise, wie er seine Meinung zum Ausdruck brachte, machte den Vorfall allerdings besonders bemerkenswert.
Schließlich war der Norweger selbst über viele Jahre hinweg auf der BDO-Tour aktiv gewesen und hatte dort seine größten Erfolge gefeiert. Sowohl sein Viertelfinaleinzug bei der Weltmeisterschaft in Lakeside 2010 als auch seine Halbfinalteilnahme beim World Masters 2008 waren unter dem Dach dieser Organisation zustande gekommen.
Dass er sich nun derart scharf gegen die BDO aussprach, machte die Angelegenheit umso brisanter.
Berichten zufolge wurde Wagner daraufhin nicht zum Winmau World Masters 2012 zugelassen. Zudem drohte ihm eine Anhörung im Rahmen eines Disziplinarverfahrens. Damit hatte seine öffentliche Kritik möglicherweise auch sportliche Konsequenzen.

Ein letzter Auftritt auf der großen Bühne

Trotz der Kontroverse blieb Wagner auf der internationalen Darts-Tour aktiv. In den folgenden Jahren erhielt er noch einige Gelegenheiten, sich auf größeren Bühnen zu präsentieren.
Ein bedeutender Moment folgte 2014, als er sich für die Darts-Europameisterschaft der PDC qualifizierte. Bei diesem Turnier trafen die besten Spieler der European Tour aufeinander, sodass Wagner die Möglichkeit erhielt, sich mit der PDC-Elite zu messen.
In der ersten Runde traf er auf den Niederländer Vincent van der Voort. Wagner zeigte eine starke Leistung und erzielte einen beeindruckenden Average von 100,59 Punkten. Doch selbst das reichte nicht zum Sieg. Van der Voort setzte sich mit 6:2 Legs durch und warf den Norweger aus dem Turnier.
Für Wagner blieb die Darts-Europameisterschaft 2014 seine einzige Teilnahme an einem PDC-Ranglisten-Major. Obwohl er bei seinem Debüt einen hervorragenden Average spielte, gelang ihm nicht der Einzug in die nächste Runde.
Seine Karriere hielt anschließend noch einige internationale Höhepunkte bereit. In den Jahren 2014, 2015 und 2016 vertrat er Norwegen beim World Cup of Darts.
Sein bestes Ergebnis erzielte er 2016, als er gemeinsam mit Cor Dekker das Achtelfinale erreichte. Dies war zu diesem Zeitpunkt das beste norwegische Ergebnis in der Geschichte des Turniers.
Für Wagner war es ein schöner Abschluss einer Phase, in der er sein Land auf verschiedenen internationalen Bühnen vertreten hatte. Er hatte nicht nur individuelle Erfolge gefeiert, sondern auch dazu beigetragen, den Dartsport in Norwegen bekannter zu machen.
In den vergangenen Jahren trat Wagner nur noch bei lokalen Turnieren an.

WM-Ergebnisse von Robert Wagner

JahrRundeGegnerErgebnis
2003Letzte 32Erik Clarys0–3
2004Letzte 32John Walton1–3
2005Letzte 32Ted Hankey2–3
2009Letzte 32Gary Anderson2–3
2010ViertelfinaleTony O'Shea1–5

Warum blieb der große Titel aus?

Die Karriere von Robert Wagner war geprägt von starken Leistungen, internationalen Erfolgen und mehreren Momenten, in denen er kurz vor dem großen Durchbruch stand. Der Norweger konnte sich über viele Jahre hinweg auf internationalem Niveau behaupten, schaffte es jedoch nie, einen Weltmeistertitel oder einen bedeutenden Einzeltitel bei einem TV-Turnier zu gewinnen.
Wagner erreichte unter anderem das Halbfinale des World Masters, stand bei den Dutch Open unter den letzten vier Spielern und zog ins Finale der Finnish Open ein. Auch in Lakeside machte er mehrfach auf sich aufmerksam. 2010 erreichte er das Viertelfinale der BDO-Weltmeisterschaft, nachdem er auf dem Weg dorthin mehrere namhafte Gegner bezwungen hatte. Die ganz große Krönung seiner Karriere blieb allerdings aus.
Dennoch schmälert das Fehlen eines Weltmeistertitels keineswegs Wagners Verdienste. Der unter dem Spitznamen „The Magician“ bekannte Dartspieler gewann mehrere nationale und internationale Turniere und entwickelte sich zu einem der stärksten Spieler Skandinaviens. Darüber hinaus bewies er, dass er mit etablierten Größen der Dartswelt mithalten konnte. So war er beispielsweise in der Lage, Spieler vom Kaliber eines Gary Anderson zu besiegen.
Dabei müssen auch die Bedingungen berücksichtigt werden, unter denen Wagner seine Karriere aufbaute. In Norwegen war Darts deutlich weniger populär als in traditionellen Dartsnationen wie England und den Niederlanden. Entsprechend begrenzt waren die vorhandene Infrastruktur und die Möglichkeiten, sich regelmäßig mit der internationalen Spitze zu messen.
Dass Wagner sich dennoch über viele Jahre hinweg auf hohem Niveau behauptete und immer wieder starke Ergebnisse erzielte, unterstreicht seine Qualitäten und sein Durchhaltevermögen. Auch wenn ihm der ganz große Titel verwehrt blieb, hat er den skandinavischen Dartsport zweifellos nachhaltig geprägt.
Klatscht 3Besucher 1
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading