Der belgische Dartsport durchlebt eine schwierige Phase. Erstmals seit Jahren steht kein belgischer Spieler bei der
European Championship am Start. Besonders für
Kim Huybrechts ist das ein herber Rückschlag, nachdem er bei der Dutch Darts Championship auf schmerzhafte Weise die Qualifikation verpasste. Der frühere Profi
Erik Clarys sorgt sich vor allem um die Zukunft von
Dimitri Van den Bergh. Seiner Ansicht nach droht dieser sogar, seine PDC Tour Card zu verlieren.
Während
Mike De Decker im vergangenen Jahr noch die belgischen Farben bei der European Championship vertrat, ist diesmal kein Landsmann dabei. Die belgischen Dartsfans müssen das Turnier in Dortmund also ohne heimische Beteiligung verfolgen.
Huybrechts kam einem Startplatz noch am nächsten. Bei der Dutch Darts Championship hatte der Antwerpener vier Matchdarts, um seine Qualifikationschancen am Leben zu halten. Doch er ließ alle ungenutzt und schied damit ebenfalls aus dem Rennen aus.
„Alles, was schiefgehen konnte, ging auch schief“, sagte Clarys gegenüber
Sporza. Das Spiel von Huybrechts sei dabei nicht einmal das größte Problem gewesen, so der frühere Profi. „Er steckt gerade in einer Phase, in der alles gegen ihn läuft.“
Clarys bangt um Van den Berghs Zukunft
Dass kein belgischer Spieler bei der EM dabei ist, ist ein herber Rückschlag. Clarys sieht darin jedoch keinen Grund, das Niveau des belgischen Darts insgesamt infrage zu stellen. Huybrechts habe zuletzt vielmehr gute Leistungen gezeigt.
„Das ist eine Momentaufnahme“, betont Clarys. „Kim spielt unglaublich gut, aber Mike De Decker und Dimitri Van den Bergh haben etwas nachgelassen.“
Seit seinem überraschenden Sieg beim World Grand Prix gelang es De Decker nicht, an diesen Erfolg anzuknüpfen. Clarys vermutet, dass die gestiegenen Erwartungen zu den wechselhaften Ergebnissen seines Landsmanns beitragen könnten.
„Vielleicht lastet nach dem Sieg beim World Grand Prix etwas zu viel Druck auf Mikes Schultern. Oder er investiert ein wenig weniger Zeit. Aber er arbeitet daran, wieder in die Spur zu finden.“
Bei Van den Bergh ist der frühere Dartspieler deutlich weniger optimistisch. Der ehemalige Sieger des World Matchplay kämpft schon lange mit seiner Form und ist deshalb in der
PDC Order of Merit deutlich abgerutscht. Clarys befürchtet, dass die Folgen für seinen Landsmann gravierend sein könnten.
„Bei Dimi wissen wir, dass es eine mentale Sache ist. In der Rangliste steht er derzeit sehr schlecht da, und die Wahrscheinlichkeit, dass er seine Tour Card verliert, liegt bei neun zu eins. Dann befürchte ich das Schlimmste für seine Karriere. Es sieht sehr düster aus.“
Sehen wir Van den Bergh 2027 noch auf der PDC-Tour?
„Wir müssen uns keine Sorgen machen“
Trotz der enttäuschenden Leistungen der bekanntesten belgischen Spieler blickt Clarys nicht pessimistisch auf die Zukunft des Darts in seinem Land. Seiner Ansicht nach steht genügend Talent bereit, um in den kommenden Jahren neue Erfolge zu feiern.
„Es kommen Jugendspieler nach. Wir dürfen nicht zu schnell glauben, dass es mit dem Darts in Belgien endgültig vorbei ist. Es ist also nur eine Frage der Zeit“, sagte Clarys.
Zudem hält er die aktuelle Generation weiterhin für stark genug, um auf höchstem Niveau Spiele zu gewinnen. Die Ergebnisse blieben zwar hinter den Erwartungen zurück, doch das bedeute nicht, dass die Belgier grundsätzlich nicht mithalten könnten, so der frühere Profi.
„Wir müssen uns keine Sorgen machen. Das Niveau ist derzeit wirklich gut, wenn man sich die Averages von Mike, Kim und Mario (Vandenbogaerde) anschaut. Damit kann man Spiele gewinnen.“
Vor allem in entscheidenden Momenten fehlt es den belgischen Spielern bislang an Ergebnissen. Clarys hofft, dass sich das bei der kommenden
Darts WM ändert. „Das geht nun schon seit etwa zwei Jahren so. Hoffentlich können wir bald den Schalter umlegen. Vielleicht spielen ja drei oder vier Belgier eine gute WM. Dann klingt unsere Bilanz gleich ganz anders.“