Englische Titelanwärter bei der Darts-EM im Fokus: Kann jemand Luke Littler seinen letzten noch fehlenden Major-Titel verwehren?

PDC
Luke Littler (1)
Luke Littler hat sich den einzigen großen PDC-Titel vorgenommen, der noch in seiner Titelsammlung fehlt: die European Championship. Nathan Aspinall hofft unterdessen, eine dreijährige Durststrecke ohne Major-Titel zu beenden. Auch Rob Cross, Chris Dobey, Ryan Joyce und Stephen Bunting wittern in Dortmund ihre Chance. Doch wie groß sind ihre Aussichten, bei der European Championship weit zu kommen?
Der Sieger der European Championship muss nicht zwangsläufig der beste Spieler der abgelaufenen European-Tour-Saison sein. Das eröffnet Spielern wie Dobey und Bunting Möglichkeiten, die bei anderen Turnieren bessere Ergebnisse erzielt haben. Cross möchte sein Comeback mit einem weiteren großen Titel krönen, während Joyce nach einer konstanten Saison für eine Überraschung sorgen könnte. Wir analysieren die Chancen der sechs englischen Teilnehmer und berücksichtigen dabei ihre Leistungen, Statistiken und Auslosungen.

Sechs englische Titelkandidaten: die Zahlen

Spieler Setzplatz S–N European Tour Gewonnene–verlorene legs S–N längere Formate Average (12 Monate)
Nathan Aspinall 6 18–10 146–114 2–4 96,05
Luke Littler 11 11–1 77–35 17–2 101,33
Ryan Joyce 15 24–13 190–161 1–3 91,05
Rob Cross 20 18–11 152–131 5–3 95,72
Chris Dobey 23 12–14 126–119 2–3 97,33
Stephen Bunting 28 10–13 103–106 3–3 95,02
Längere Formate: Partien, in denen mindestens acht legs gewonnen werden müssen.

Nathan Aspinall

Nathan Aspinall hat die Erwartungen für den Rest der Saison mit seinem starken Auftritt beim World Grand Prix deutlich erhöht. Eine Rückkehr in die Premier League schien Anfang des Jahres noch in weiter Ferne. Nun hat sich „The Asp“ wieder eindrucksvoll ins Gespräch gebracht. In Leicester erzielte er sogar einen Rekordaverage von 105,15 in einer Partie über maximal fünf Sätze im Doppel-in-Doppel-out-Format.
Allerdings hat Aspinall in dieser Saison nicht durchgehend sein bestes Niveau erreicht. Der Engländer bestritt nur 79 Partien und hatte Mühe, einen regelmäßigen Trainingsrhythmus zu finden. Dennoch liegt seine Siegquote bei 63 Prozent, was darauf hindeutet, dass sein angepasster Ansatz durchaus Früchte trägt.
Besonders auf der European Tour zeigte der Spieler aus Stockport regelmäßig seine Klasse. Im April gewann er das vierte Turnier der Saison. Sowohl im Halbfinale als auch im Finale warf er einen Average von über 100 und setzte sich überzeugend gegen Kevin Doets und Danny Noppert durch.
Bei sechs seiner elf Teilnahmen erreichte Aspinall das Viertelfinale. In neun Partien erzielte er einen Average von über 100. Auch beim letzten European-Tour-Turnier in Maastricht erwischte er einen starken Start. Michael Smith bezwang er dank eines Averages von 102,45 mit 6:1. Eine Runde später verlor Aspinall jedoch mit demselben Ergebnis gegen Stephen Bunting. Sein Average sank dabei auf 90,98.
Nathan Aspinall lächelt
Nathan Aspinall erzielte in seinem Auftaktspiel bei der Dutch Darts Championship einen Average von über 102.
Diese Schwankungen waren auch beim World Grand Prix zu sehen. Auf seine beeindruckende Rekordleistung folgte im Halbfinale gegen Gerwyn Price eine enttäuschende Vorstellung mit einem Average von 84,63 über sieben Sätze.
Sein erster Gegner bei der European Championship ist Cristo Reyes. Nach den Zahlen geht Aspinall als Favorit in die Partie. Sein Average der vergangenen zwölf Monate liegt bei 96,05. Mit den ersten neun Darts erzielt er im Schnitt 105,58.
Reyes sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Der Spanier sicherte sich in diesem Jahr erneut eine Tour Card und arbeitet seither an seiner Rückkehr in die Weltspitze. Mit einem Jahresaverage von 94,08 und einem Neundarter bei den Austrian Darts Open hat er gezeigt, dass er gefährlich sein kann. Als Nummer 27 der Setzliste hat Reyes zudem eine schwierige Auslosung.
Der Sieger dieser Partie könnte in der zweiten Runde auf Luke Littler treffen, sofern der Weltmeister sein Auftaktspiel gegen William O'Connor gewinnt.

Luke Littler

Luke Littler hat fast alles gewonnen, was es bei der PDC zu gewinnen gibt. Nur die European Championship fehlt noch in seiner beeindruckenden Titelsammlung. In Dortmund erhält der Weltmeister die Gelegenheit, auch diesen letzten großen Titel hinzuzufügen.
Obwohl Littler erst seine dritte Saison auf der Profitour bestreitet, hat er bereits die Darts-WM, das Masters, die UK Open, die Premier League und den World Matchplay gewonnen. Auch auf der European Tour ist er äußerst erfolgreich.
In dieser Saison gewann „The Nuke“ das erste und das zwölfte European-Tour-Turnier. Auf der europäischen Tour bestritt er nur zwölf Partien und verlor lediglich eine. Trotz dieser beeindruckenden Bilanz startet er als Nummer elf in die European Championship.
In nicht weniger als 75 Prozent seiner European-Tour-Partien erzielte Littler einen Average von über 100. Sein Average der vergangenen zwölf Monate beträgt 101,33. Mit den ersten neun Darts kommt er sogar auf 111,75.
Luke Littler verlässt frustriert die Bühne
Littler verlor in der ersten Runde des World Grand Prix gegen Luke Woodhouse.
Dennoch ist der Teenager nicht mehr unbezwingbar. In den vergangenen Wochen ließ Littler einige Punkte liegen. Beim World Grand Prix schied er gegen Luke Woodhouse aus, während Jonny Clayton ihn beim World Series of Darts Finals besiegte. Auch seine Niederlage gegen Cam Crabtree im Halbfinale der World Youth Championship zeigte, dass der Weltmeister verwundbar sein kann.
Ein weiterer Faktor ist das deutsche Publikum. Beim World Cup of Darts bekam Littler bereits eine feindselige Stimmung zu spüren. Der Engländer antwortete jedoch mit einer starken Leistung und verhalf seinem Land letztlich zum Weltmeistertitel.
In Dortmund könnten rund 15.000 Zuschauer erneut für eine besondere Atmosphäre sorgen. Littler muss beweisen, dass er sich auch unter diesen Umständen ganz auf sein eigenes Spiel konzentrieren kann.
Sein erster Gegner ist William O'Connor. Der Ire ist an Position 22 gesetzt und hat in den vergangenen zwei Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Er möchte in die Top 32 der Weltrangliste vorstoßen. Ein Sieg gegen Littler wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Die Statistiken sprechen jedoch klar für den Engländer. O'Connors Average liegt in diesem Jahr 8,04 Punkte unter Littlers Wert. Sein Average mit den ersten neun Darts beträgt allerdings 101,87. Damit kann er in der Anfangsphase eines legs gefährlich werden.
Vor allem in längeren Partien ist Littler besonders schwer zu schlagen. Von 19 Partien, in denen mindestens acht legs gewonnen werden mussten, entschied er 17 für sich. Sein Average lag dabei bei 103,28.
Das kurze Format der ersten Runde könnte O'Connor in die Karten spielen. Sollte Littler nicht sofort sein Niveau finden und das deutsche Publikum lautstark mitfiebern, kann der Ire davon profitieren.

Ryan Joyce

Ryan Joyce gehört nicht zu den größten Namen bei der European Championship, kann aber nahezu jedem Gegner Probleme bereiten. Der Engländer ist für seine starken Finishes bekannt und hat diese Qualität in dieser Saison wiederholt unter Beweis gestellt.
Als Nummer 15 der Setzliste verdiente Joyce auf der European Tour 68.000 £. Er erreichte das Finale des achten Turniers und stand außerdem dreimal im Viertelfinale.
Seine größte Stärke liegt auf den Doppeln. Joyce hat eine Checkoutquote von 42,58 Prozent und eine effektive Doppelquote von 51,66 Prozent. Bei der zweiten Zahl bleiben verfehlte Doppel unberücksichtigt, wenn sie dem Gegner keinen weiteren Anwurf ermöglichen.
Bemerkenswerterweise muss Joyce nicht besonders hoch scoren, um Partien zu gewinnen. In seinen 37 European-Tour-Partien des Jahres 2026 erzielte er nur zweimal einen Average von über 100. Beide Partien verlor er.

Ryan Joyce will hope to not need ChatGPT this tournament.

Der Spieler aus Newcastle baut vor allem auf Konstanz und darauf, Fehler seiner Gegner zu bestrafen. In dieser Saison gewann er 24 Partien bei 13 European-Tour-Turnieren und bewies damit, wie gefährlich er in kurzen Formaten sein kann.
In längeren Partien fällt seine Bilanz weniger überzeugend aus. Von vier Partien, in denen mindestens acht legs gewonnen werden mussten, verlor Joyce drei. Gegen Gary Anderson unterlag er mit 2:10, das Finale der European Tour 8 verlor er mit 4:8 und bei den UK Open wurde er von Keane Barry mit 7:10 bezwungen.
In Dortmund trifft Joyce auf Jermaine Wattimena. Der Niederländer ist an Position 18 gesetzt und verdiente 5.000 £ weniger als sein englischer Gegner. Wattimena erreichte 2024 das Finale der European Championship, konnte seither aber nicht mehr an diesen Erfolg anknüpfen.
Die Partie dürfte vor allem ein Duell zwischen Wattimenas Scoring und Joyces Finishstärke werden. Mit 103,48 liegt der Niederländer beim Average mit den ersten neun Darts deutlich vor Joyce, der auf 97,02 kommt. Auch wirft Wattimena mehr 180er pro leg.
Joyce ist auf die Doppel jedoch deutlich stärker und hat zudem eine ausgezeichnete Bilanz in Entscheidungslegs. Acht seiner elf Partien, die im letzten leg entschieden wurden, gewann er. Wattimena wird daher versuchen, früh davonzuziehen, während Joyce eine ausgeglichene Partie entgegenkommt. Der Sieger trifft in der zweiten Runde auf Wessel Nijman oder Martin Schindler.

Joyce und Wattimena im Vergleich

StatistikRyan JoyceJermaine Wattimena
Average 91,05 94,08
Average mit den ersten neun Darts 97,02 103,48
180er pro leg 0,16 0,26
Checkoutquote 42,58% 38,98%
Effektive Doppelquote 51,66% 47,35%
Checkoutquote mit höchstens drei Darts 9,52% 7,86%
Entscheidungslegs gewonnen 63,64% 50,00%

Rob Cross

Rob Cross scheint in den letzten Monaten des Jahres 2026 zu seiner alten Form zurückgefunden zu haben. Der ehemalige Weltmeister durchlief eine schwierige Phase, hat sich aber wieder zu einem Spieler entwickelt, mit dem bei großen Turnieren zu rechnen ist.
Der zweifache Sieger der European Championship qualifizierte sich als Nummer 20 für das Turnier in Dortmund. Von seinen 29 Partien auf der European Tour gewann er 18 und erreichte das Finale des neunten Turniers. Dort musste er sich Wessel Nijman geschlagen geben. Das Finale erwies sich dennoch als wichtiger Moment seines Comebacks.
Zuvor hatte Cross bereits das Halbfinale des sechsten und siebten European-Tour-Turniers erreicht. Anschließend krönte er seine verbesserte Form mit dem Titel bei Players Championship 22. Damit endete eine mehr als einjährige Durststrecke ohne PDC-Titel.
Sein Average der vergangenen zwölf Monate ist inzwischen auf 95,72 gestiegen. Damit ist „Voltage“ deutlich stärker, als sein 20. Setzplatz vermuten lässt.
Bei der European Tour 14 zeigte Cross erneut, wozu er fähig ist. Gegen Mario Vandenbogaerde erzielte er einen Average von 105,95, gegen Jonny Clayton sogar 106,68. Trotzdem verlor er die Partie gegen Clayton.
Genau darin liegt eines der Probleme, mit denen Cross in dieser Saison zu kämpfen hat. Gegen die absolute Weltspitze gelingt es ihm nicht immer, gute Leistungen in Siege umzumünzen. Auch seine Auslosung bei der European Championship macht die Aufgabe nicht leichter. In der ersten Runde trifft er auf Gerwyn Price, der derzeit in Topform ist.
Der Waliser verlor zwar die Endspiele seiner letzten drei im Fernsehen übertragenen Majors, zeigte auf dem Weg dorthin aber stets herausragende Darts. Auch die direkten Duelle sprechen für ihn. Beim World Matchplay im Juli bezwang Price seinen englischen Gegner mit 11:5.
Cross muss an sein Niveau bei der European Tour 14 anknüpfen, wenn er eine Chance haben will. Sollte ihm das gelingen, wartet in der zweiten Runde ein Duell mit Niels Zonneveld oder Cameron Menzies.
Auch Zonneveld, der frisch gekürte Sieger der Dutch Darts Championship, wäre keine leichte Aufgabe. Dennoch bietet sich Cross die Chance, seine starke zweite Saisonhälfte mit einem guten Ergebnis bei einem seiner Lieblingsturniere zu krönen.

Cross und Price im Vergleich

StatistikRob CrossGerwyn Price
Average 95,72 98,49
Average mit den ersten neun Darts 104,14 107,26
Checkoutquote 41,36% 43,19%
Checkoutquote mit höchstens drei Darts 10,55% 13,97%
Legs innerhalb von zwölf Darts gewonnen, sofern möglich 7,29% 10,32%
Legs mit eigenem Anwurf gewonnen 69,02% 69,02%
Entscheidungslegs gewonnen 41,38% 48,00%

Chris Dobey

Chris Dobey erlebte womöglich die ungewöhnlichste European-Tour-Saison aller englischen Teilnehmer. Der Spieler aus Bedlington gewann mehr legs, als er verlor, beendete die Saison aber dennoch mit einer negativen Spielbilanz.
Bei 14 Turnieren gewann „Hollywood“ 126 legs und verlor 119. Trotzdem kam er nur auf zwölf Siege und 14 Niederlagen. Siebenmal verlor er sogar sein Auftaktspiel.
Besonders in den Entscheidungslegs ließ Dobey Punkte liegen. Fünf Partien verlor er mit 5:6, darunter ein Viertelfinale gegen Luke Humphries und ein Duell mit Nathan Aspinall. Mit etwas mehr Glück in den entscheidenden Momenten hätte seine European-Tour-Saison ganz anders ausgesehen.
Auf der Pro Tour waren seine Leistungen deutlich besser. Dobey gewann 2026 nicht weniger als 95 seiner 141 Partien und holte im Februar und April zwei Players-Championship-Titel. Dabei schlug er unter anderem Stephen Bunting mit 8:1 und erzielte gegen Hood einen Average von 105,28.
Auch sein allgemeines Niveau ist bemerkenswert hoch. Mit einem Average von 97,33 in den vergangenen zwölf Monaten liegt Dobey unter den 13 englischen Teilnehmern der European Championship auf Rang drei. Nur Littler und Humphries schneiden in dieser Hinsicht besser ab. Sein 23. Setzplatz täuscht daher über seine Stärke hinweg.
In der ersten Runde trifft Dobey auf Josh Rock. Nach der Setzliste geht der Nordire als Favorit in die Partie, doch die Statistiken sprechen eher für den Engländer.
Dobeys Average ist 2,58 Punkte höher und er startet deutlich stärker in seine legs. Außerdem gewann er in diesem Jahr zwei der drei direkten Duelle mit Rock. Bei Players Championship 29 setzte er sich mit 6:3 und einem Average von 106,62 durch.
Ein wichtiger Ansatzpunkt gegen Rock ist dessen Spiel in den legs des Gegners. Er gewinnt nur 36,71 Prozent der legs, in denen sein Gegner den Anwurf hat. Dobey kann das nutzen, indem er seine eigenen legs hält und im richtigen Moment zuschlägt.
Seine jüngsten Ergebnisse sind allerdings weniger überzeugend. Dobey verlor seine letzten Partien bei drei aufeinanderfolgenden Turnieren. Beim World Grand Prix erzielte er gegen Wattimena einen enttäuschenden Average von 79,93.
Rock braucht seinerseits ein gutes Ergebnis, um seine Chancen auf einen Platz in der Premier League am Leben zu halten. Auch der Nordire steht deshalb unter Druck. Wenn Dobey sein gewohntes Niveau erreicht, kann er für eine Überraschung sorgen. Angesichts der Statistiken wäre ein Sieg gegen Rock allerdings kaum als Sensation zu werten.

Dobey und Rock im Vergleich

StatistikChris DobeyJosh Rock
Average 97,33 94,75
Average mit den ersten neun Darts 107,87 104,18
180er pro leg 0,36 0,33
Checkoutquote 38,30% 37,13%
Legs mit dem zweiten Anwurf gewonnen 46,94% 36,71%
Entscheidungslegs gewonnen 50,00% 48,15%

Stephen Bunting

Stephen Bunting musste bis zum letzten European-Tour-Turnier warten, ehe seine Teilnahme an der European Championship endgültig feststand.
Vor dem Abschlusswochenende in Maastricht hatte „The Bullet“ seit Februar kein Viertelfinale auf der European Tour mehr erreicht. Bei sechs seiner 13 Turniere verlor er sein Auftaktspiel. Über die gesamte Saison hinweg gewann er nur zehn seiner 23 Partien.
In Maastricht änderte sich das endlich. Bunting bezwang Cameron Menzies mit 6:2, Nathan Aspinall mit 6:1 und Damon Heta mit 6:3. Damit erreichte er das Halbfinale und sicherte sich sein Ticket für die European Championship. Niels Zonneveld beendete anschließend seinen Lauf. Der Niederländer gewann mit 7:4, während Bunting auf einen Average von 86,07 kam.
Sein Auftritt in Maastricht bewies, dass er weiterhin mehrere Partien hintereinander gewinnen kann. Ein starkes Wochenende allein kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass seine European-Tour-Saison insgesamt enttäuschend verlief.
In Dortmund wartet mit Danny Noppert gleich zum Auftakt eine schwierige Aufgabe. Auf dem Papier liegen die beiden Spieler eng beieinander. Ihre Averages der vergangenen zwölf Monate unterscheiden sich nur um 0,27 Punkte, auch die direkten Duelle liefern kaum Anhaltspunkte. In diesem Jahr gewann jeder eines der beiden Aufeinandertreffen.
Der größte Unterschied zeigt sich in den Entscheidungslegs. Noppert gewann 59,38 Prozent seiner Partien, die im letzten leg entschieden wurden. Bei Bunting sind es 44,44 Prozent. Sollte das Duell also in ein Entscheidungsleg gehen, sprechen die Statistiken für den Niederländer.
Auch in längeren Partien tat sich Bunting in dieser Saison schwer, sein gewohntes Niveau zu erreichen. Sein Average beträgt dort lediglich 90,38 und ist damit der niedrigste der sechs hier vorgestellten Engländer. Beim World Matchplay zeigte sich dieses Problem erneut. Bunting verlor mit 6:11 gegen Josh Rock und kam dabei nur auf einen Average von 82,90.
Selbst wenn er Noppert besiegt, wird der Weg ins Finale nicht leichter. In der zweiten Runde wartet der Sieger des Duells zwischen Luke Humphries und Ryan Searle. Die Partie wird über maximal 19 legs gespielt. Damit könnten Buntings Schwierigkeiten in längeren Formaten erneut entscheidend werden.
Mit 13 englischen Teilnehmern stellt England das größte Kontingent bei der European Championship. Dennoch wird ein großer Teil von ihnen schon vor dem Finalwochenende ausgeschieden sein.
Für Aspinall, Cross, Dobey, Joyce und Bunting bietet sich die Chance, ihrer Saison zusätzlichen Glanz zu verleihen. Über dem gesamten Turnier steht jedoch vor allem eine Frage: Kann jemand Luke Littler davon abhalten, auch den letzten großen PDC-Titel zu gewinnen, der noch in seiner Titelsammlung fehlt?
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