„Der nächste Schritt ist, die Top 16 der Welt zu erreichen und ein Major zu gewinnen“ - Kevin Doets bleibt nach erstem PDC-Ranglistentitel hochambitioniert

PDC
Dienstag, 05 Mai 2026 um 7:00
Kevin Doets (2)
Der Moment, nach dem er seit Monaten, vielleicht sogar Jahren gesucht hatte, ist endlich da. Kevin Doets hat seinen ersten Ranglistentitel bei der PDC erobert und das auf überzeugende Weise bei Players Championship 13 in Hildesheim. Nach einer Reihe starker Auftritte, in denen er jeweils knapp scheiterte, fiel nun alles an seinen Platz. Die Erleichterung war spürbar, die Entladung groß.
„Endlich“, seufzte Doets direkt nach dem Finale. Das Wort kam heraus mit einer Mischung aus Unglauben und purer Freude. „So fühlt es sich wirklich an. In den letzten Turnieren war ich schon dicht dran.“
Diese Worte fassen perfekt zusammen, was der Niederländer in den vergangenen Wochen durchgemacht hat. Mehrere Halbfinals, starke Averages, aber stets fehlte der letzte Schub. Bis jetzt.

Durchbruch nach Wochen der Steigerung

Die Form von Doets zeichnete sich schon eine Weile ab. Sein Scoring war beeindruckend, mit regelmäßigen Averages deutlich über 100. Dennoch nagte es: Warum sprang dabei noch kein Titel heraus?
Die Antwort lag vor allem in den entscheidenden Phasen. „Das Problem lag in letzter Zeit bei den Halbfinals“, gab Doets ehrlich zu. „Aber heute war das Halbfinale gerade sehr gut. Das gab Vertrauen für das Finale.“
Und dieses Vertrauen erwies sich als entscheidend. Wo er bei früheren Turnieren in den Schlüsselmomenten vielleicht noch zweifelte, stand in Hildesheim ein Spieler, der wusste, was er kann.

Nervosität im Finale

Dennoch begann das Finale alles andere als sorglos. Die Anspannung war beim Niederländer, besonders in der Anfangsphase, deutlich zu sehen. „Ich war schon nervös“, räumte er ein. „Aber sobald ich in mein Spiel kam, lief es eigentlich sehr gut.“
Diese Nervosität kam später im Match noch einmal zurück, vor allem, als die Ziellinie in Sicht war. Es erwies sich als schwieriger als erwartet, die Partie endgültig zuzumachen. „Ich fing an, an alles Mögliche zu denken“, sagte Doets. „Wie ich jubeln würde, was das für meine Karriere bedeutet … So etwas sollte man während eines Matches eigentlich nicht tun.“
Das sind Gedanken, die zu einem Spieler passen, der kurz davorsteht, einen wichtigen Meilenstein zu erreichen. Und genau dieser Meilenstein machte es mental so schwer.

Wendepunkt beim 2:4

Das Finale schien kurz in die falsche Richtung zu kippen, als Doets mit 2:4 in Rückstand geriet. Doch was danach folgte, war vielleicht das beeindruckendste Stück Darts des Tages. Mit fünf Legs in Serie drehte er das Match komplett. Ein 11-Darter brachte ihn zurück ins Spiel, gefolgt von einem bärenstarken 105er-Finish zum 6:4. Kurz darauf legte er noch ein 128er-Checkout nach, um auf 7:4 davonzuziehen.
Diese Serie erwies sich als entscheidend. „Diese Legs waren enorm wichtig“, betonte Doets. „Sie gaben mir etwas Luft. In einem Finale, vor allem wenn du deinen ersten Titel holen willst, sind die Matchdarts die schwierigsten Pfeile, die es gibt.“
Dank dieses Vorsprungs konnte er sich ein paar verpasste Doppel erlauben. Am Ende saß der entscheidende Dart in der D10.
Kevin Doets in Aktion
Kevin Doets eroberte am Montag seinen ersten PDC-Ranglistentitel

Scoring-Power als Waffe

Was Doets zuletzt auszeichnet, ist sein Scoring. Auch in diesem Finale war das wieder sichtbar. Er setzte seinen Gegner mit hohen Aufnahmen konstant unter Druck. „In letzter Zeit score ich eigentlich gegen jeden besser“, erklärte er. „Wenn ich verliere, liegt es meist an den Doppeln.“
Diesmal war es anders. Seine Finishes saßen in den Momenten, in denen es darauf ankam. „Wenn ich dieses Niveau halten kann, dann kann ich jeden schlagen“, klang es selbstbewusst.
Der Sieg bedeutet mehr als nur einen Pokal. Er beschert Doets auch einen kräftigen Sprung in Richtung Weltspitze. Die Jagd auf einen Platz in den Top 32 erhält damit einen deutlichen Impuls. Zudem sind wichtige Turniere wie das World Matchplay und der World Grand Prix nun so gut wie gesichert. „Das hilft enorm“, sagte Doets. „Aber ich hatte zu Beginn des Jahres ein klares Ziel: einen Titel gewinnen. Sonst wäre ich nicht zufrieden.“
Dieses Ziel ist nun erreicht. Aber zufrieden? Das ist er noch lange nicht. Der Hunger ist eher größer als kleiner geworden. Der erste Titel macht Lust auf mehr und Doets versteckt seine Ambitionen nicht. „Der nächste Schritt ist, die Top 16 der Welt zu erreichen und ein Major zu gewinnen“, stellte er resolut fest. „Ich habe das Spiel dafür, das habe ich heute gezeigt. Jetzt muss ich es beibehalten.“
Das ist eine Aussage, die zu einem Spieler passt, der weiß, dass er eine neue Phase seiner Karriere erreicht hat. Nicht länger der talentierte Außenseiter, sondern ein bestätigter Gewinner.

Die Bestätigung des Potenzials

In der Dartswelt galt Doets schon länger als Spieler mit Potenzial. Seine Technik, sein Scoring und seine ruhige Art am Oche hinterließen Eindruck. Doch ohne Titel blieb es stets bei der „Verheißung“. Mit diesem Sieg ist dieses Etikett endgültig vom Tisch. Er hat bewiesen, dass er nicht nur gut spielen, sondern auch gewinnen kann. Und das ist vielleicht der wichtigste Unterschied.
Die Entladung nach dem Finale sprach Bände. Doets genoss den Moment sichtbar, blickte zugleich aber schon wieder nach vorn. Denn im Spitzensport reicht ein Sieg nie aus. Vor allem öffnet dieser Titel eine Tür. Eine Tür zu mehr Finals, größeren Bühnen und möglicherweise sogar zur absoluten Weltspitze. Wenn Doets es schafft, sein aktuelles Niveau zu halten – und vor allem die Doppel konstant zu treffen –, dann könnte dies sehr gut der Beginn einer deutlich größeren Ehrenliste sein.
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