Mit einem beeindruckenden Spieltagssieg in der
Premier League Darts hat
Gerwyn Price erneut ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Waliser sicherte sich seinen zweiten Wochentitel der laufenden Saison und verbesserte sich damit auf Rang zwei der Tabelle. Dennoch überwog beim „Iceman“ nicht nur Zufriedenheit – auch selbstkritische Töne zu seinen Leistungen in den vergangenen Wochen waren deutlich zu hören.
Price präsentierte sich in der Pressekonferenz nach Abschluss des neunten Spieltags gelöst und souverän – kein Wunder nach einem Abend, an dem er kaum ernsthaft unter Druck geraten war. „Es war ein großartiger Abend“,
bilanzierte er. „Aber ehrlich gesagt hätte das schon mein dritter Wochentitel sein müssen. Einen habe ich zuvor liegen lassen, und das ist schade.“
Komfort und Kontrolle
Vor allem das Gefühl von Kontrolle prägte Prices Auftritt an diesem Abend. Obwohl die
Premier League Darts für ihr konstant hohes Niveau und ihre Unberechenbarkeit bekannt ist, wirkte der Weltmeister von 2021 über weite Strecken unangreifbar. „Das war wahrscheinlich einer der bequemsten Abende, die ich je in der Premier League hatte“, erklärte er. „Und das, obwohl meine Gegner wirklich gut gespielt haben. Aber ich blieb in meiner Zone.“
Gerwyn Price steht derzeit auf Platz zwei der Premier-League-Tabelle
Genau in dieser „Zone“, von der Price spricht, werden auf höchstem Niveau Spiele entschieden. Seine Scoring-Power war beeindruckend, doch besonders auffällig war seine Effizienz auf die Doppel. Er checkte nicht nur konstant, sondern setzte auch in entscheidenden Momenten starke Highfinishes. „Ich habe gut gescort und meine Doppel getroffen“, sagte er. „Aber es ging darüber hinaus. Ich habe auch ein paar schöne Finishes geholt, wenn es nötig war. Das macht den Unterschied.“
Jagd nach den Play-offs
Mit dem Wochensieg kletterte Price auf Rang zwei der Tabelle – knapp vor Landsmann Jonny Clayton. Eine Platzierung, die am Saisonende die Teilnahme an den Play-offs bedeuten würde. Dennoch wollte der Waliser daraus noch keine voreiligen Schlüsse ziehen. „Es liegt alles noch eng beieinander“, betonte er. „Es sind noch sieben Wochen zu spielen, also kann noch alles passieren. Ich denke nicht, dass ich schon durch bin.“
Diese nüchterne Einschätzung passt zu Price, der trotz seiner emotionalen Präsenz auf der Bühne abseits davon meist analytisch und realistisch bleibt. Er weiß aus Erfahrung, wie schnell sich die Dynamik in der Premier League drehen kann. „In zwei oder drei Wochen wird es wohl klarer sein“, ergänzte er. „Dann sieht man wirklich, wer in Richtung Play-offs marschiert und wer nicht.“
Fokus auf Konstanz
Während viele Spieler ihren Fokus auf einzelne Tagessiege richten, verfolgt Price einen anderen Ansatz. Für ihn steht die regelmäßige Punkteausbeute im Mittelpunkt. „Ich versuche einfach, jede Woche zwei Punkte mitzunehmen“, erklärte er. „Natürlich sind Abendsiege ein Bonus, aber mir geht es vor allem um Konstanz.“
Diese Herangehensweise ist auch das Ergebnis schmerzhafter Erfahrungen zu Beginn der Saison. Mehrfach war Price bereits in der ersten Runde ausgeschieden. „Es sind nicht die verpassten Wochentitel, die mich stören“, sagte er offen. „Es sind diese Niederlagen in der ersten Runde. Das sind die wahren Killer.“
Für Price liegt genau darin der Schlüssel zum Erfolg in der Premier League. Wer Woche für Woche punktet, verschafft sich die besten Chancen auf einen Platz unter den Top-4. „Wenn du jede Woche zwei Punkte holst, machst du es gut“, erklärte er. „Dann bleibst du dran. Aber wenn du sofort rausgehst, läufst du den Dingen hinterher.“
Rivalität mit Kumpel Clayton
Eine zusätzliche Würze erhält Prices Aufschwung durch das direkte Duell mit seinem walisischen Landsmann und Kumpel Jonny Clayton. Beide kennen sich bestens und begegnen sich regelmäßig auf höchstem Niveau. Dass Price ihn nun in der Tabelle überholt hat, quittierte er mit einem Schmunzeln. „Es ist immer schön, vor Jonny zu stehen“, sagte er scherzhaft. „Aber die Saison ist noch lang.“
Auf die Frage, ob er Clayton bereits eine Nachricht geschickt habe, blieb Price gelassen. „Nein, noch nicht. Ich werde ihm keine Nachricht schicken, aber wenn ich ihn sehe, gebe ich ihm einen kleinen Stups“, erklärte er augenzwinkernd.
Blick nach vorn
Bei noch sieben ausstehenden Spieltagen bleibt in der Premier League Darts alles offen. Die Abstände sind gering, und schon ein schwächerer Abend kann die Tabellenkonstellation deutlich verändern. Dennoch scheint Price seine Form genau zum richtigen Zeitpunkt zu stabilisieren.
Sein Spiel wirkt gefestigt, seine Finishes sind präzise, und auch mental präsentiert er sich deutlich stabiler als noch zu Beginn der Saison. Hält er dieses Niveau, gehört er ohne Zweifel zu den ernsthaften Kandidaten für die Play-offs – möglicherweise sogar für mehr. Dennoch bleibt Price seiner Linie treu: Schritt für Schritt. „Ich mache einfach weiter“, sagte er abschließend. „Nicht zu sehr auf die Rangliste schauen und jede Woche meine Punkte holen. Dann sehen wir schon, wo wir am Ende stehen.“