Nach dem Match verließen sowohl Littler als auch van Veen sichtbar verärgert die Bühne. Sportlich hatte jedoch van Veen das bessere Ende für sich: Er sicherte sich den Sieg und zog damit ins Halbfinale ein, während Littler bei seinem Heimspiel ohne Erfolg aus dem Turnier ausschied.
Van Veen schildert den Vorfall
Auslöser der Spannungen war offenbar eine Szene im Decider, als van Veen bei 90 Restpunkten stand: Littler jubelte, als sein Gegner den ersten Matchdart verpasste – eine Reaktion, die GVV später im Gespräch mit Viaplay bestätigte und die ihn angesichts des dramatischen Spielverlaufs selbst beschäftigte. Van Veen nahm die Geste wahr, blickte zunächst ins Publikum und anschließend gezielt zu Littler hinüber.
Auch Littler reagierte seinerseits emotional: Er hob die Arme, offenbar um das Publikum hinter sich zu bringen – an einem Premier-League-Abend, der für „The Nuke“ Heimspielcharakter hatte. Am Ende jedoch war es van Veen, der den entscheidenden Matchdart setzte und den Sieg perfekt machte.
Zwar bot van Veen nach der Partie den Handschlag an, doch Littler vermied dabei den Blickkontakt. Versöhnliche Gesten zwischen den beiden Finalisten der Darts WM im Januar blieben damit aus.
Im Interview mit Viaplay schilderte van Veen anschließend seine Sicht auf die Szene und machte deutlich, wie sehr ihn Littlers Verhalten störte. „Ich stehe bei 90, verfehle Doppel-15 innen, und dann sehe ich, wie er in Richtung Publikum jubelt. Ich finde, das ist nicht normal. Und dann macht er auch noch diese Heul-Geste … Er ist ein fantastischer Darts-Spieler, aber heute hat er gezeigt, dass er kein guter Verlierer ist.“
Littler machte während der Auseinandersetzung mit Van Veen eine weinende Geste in Richtung seiner eigenen Anhänger.
Vor allem die Reaktion auf seinen Fehlwurf habe ihn geärgert. „Einen Fehlwurf des Gegners zu feiern, das nervt mich richtig. Deshalb habe ich ihm diesen Blick zugeworfen. Dass er anschließend drei Darts auf Doppel verpasst, ist sein Problem.“
Für van Veen erhielt der Erfolg zusätzliche Bedeutung durch seine schwierigen vergangenen Wochen. Zuletzt hatte er mit Nierensteinen zu kämpfen. „Die letzten Wochen waren wirklich hart. Luke Littler jetzt zu schlagen, fühlt sich sehr gut an. Wie es zustande kam, ist mir dabei nicht so wichtig.“
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.