Luke Humphries erhält deutliche Warnsignale in seiner Jagd auf die Play-offs der
Premier League Darts. Laut Ex-Profi
Wayne Mardle liegt das Problem des Engländers derzeit weniger in seinem Spiel, sondern vor allem in seinem Verhalten auf der Bühne.
Der amtierende Premier-League-Champion erwischt einen schwierigen Saisonstart. Nach neun Spieltagen wartet Humphries noch immer auf seinen ersten Wochentitel und in Manchester setzte es
erneut einen Dämpfer. Im Viertelfinale war Gerwyn Price mit 6-2 zu stark.
Mit bislang nur einem Finaleinzug bleibt Humphries’ Form hinter der Dominanz zurück, die er im vergangenen Jahr gezeigt hat. In der aktuellen Tabelle liegt er auf Rang sechs, außerhalb der begehrten Top Vier.
Nach Mardles Ansicht liegt der Kern des Problems jedoch nicht in seiner Scoring-Power oder Klasse. „Was mir heute Abend nicht gefiel, ist, dass er sich viel zu oft selbst runtergezogen hat“, sagt der Sky-Sports-Experte. „Jedes Mal, wenn er ein Triple verfehlte, reagierte er darauf. So kennen wir ihn nicht.“
Mentale Komponente spielt eine Rolle
Humphries’ Reaktion auf Fehlwürfe bereitet Mardle Sorgen. Er sieht darin möglicherweise ein Zeichen, dass der Druck zunimmt. „Ich weiß nicht, ob er Druck spürt, das kann sein. Vielleicht hängt es mit der Tabelle zusammen, vielleicht mit dem Gefühl, dass er gewinnen muss.“
Dennoch betont Mardle, dass an Humphries’ Qualitäten kein Zweifel besteht. „Wenn er sein Niveau abruft, wird er einfach Spiele gewinnen. Er muss Vertrauen behalten. Er steht weiterhin in einer Position, in der alles möglich ist.“
Laut dem ehemaligen WM-Halbfinalist liegt der Schlüssel in der Schlussphase der Saison. „Es liegt immer noch in seiner eigenen Hand und es sind noch genügend Punkte zu holen. Wenn er in den letzten vier oder fünf Wochen gut spielt, wird alles gut.“
Kampf um die Play-offs ist völlig offen
Mardle erwartet zudem, dass der Kampf um die Top Vier noch völlig offen ist. Die Abstände sind gering und mehrere Spieler haben weiterhin Chancen auf einen Play-off-Platz.
„Gefühlt ist eigentlich nur noch ein Platz wirklich offen“, analysiert er. „Aber Spieler wie Gian van Veen, Michael van Gerwen und Humphries darf man keinesfalls abschreiben.“ Auch andere Namen bleiben seiner Meinung nach im Rennen. „Ich sage nicht, dass Stephen Bunting nicht noch dazukommen kann. Und Josh Rock muss einfach wieder ins Rollen kommen.“
Laut Mardle wird vor allem das Programm in den Schlusswochen entscheidend sein. „Es geht später nicht nur darum, wen du schlägst, sondern vor allem, gegen wen du spielst. Wenn du die richtigen Gegner zum richtigen Zeitpunkt erwischst und schlägst, bist du gut dabei.“
Gleichzeitig warnt er vor direkten Konkurrenten. „Wenn du gegen Spieler über dir verlierst, wird es schwierig. Besonders Richtung Saisonende, wenn jemand vielleicht schon außer Reichweite ist.“
Am Donnerstag, 09.04.2026, erhält Humphries die nächste Chance, im Kampf um die Play-offs Punkte zu sammeln. In der Spielstadt Brighton trifft er im Viertelfinale auf Jonny Clayton.