Gerwyn Price hat beim
Premier-League-Abend in Manchester mit einer beeindruckenden Vorstellung sportlich ein klares Ausrufezeichen gesetzt. Der Waliser sicherte sich
mit drei deutlichen Siegen den Wochentitel und rückte in der Tabelle auf Rang zwei vor. Dennoch wurde sein dominanter Auftritt teilweise von einem umstrittenen Moment zwischen
Luke Littler und
Gian van Veen überschattet, der unter Fans für reichlich Diskussionen sorgte.
Während sich viele Beobachter auf die Szene im Viertelfinale konzentrierten, reagierte Price bemerkenswert gelassen. Der „Iceman“ spielte die Situation herunter und stellte klar, dass emotionale Reaktionen auf höchstem Niveau zum Dartsport dazugehören.
Price dominiert sportlich in Manchester
Dabei hätte an den meisten Spieltagen ausschließlich Prices Leistung im Mittelpunkt gestanden. Der Waliser präsentierte sich am Oche in herausragender Form – ein Niveau, das sich bereits in den vergangenen Wochen angedeutet hatte. Ohne ein bemerkenswertes Comeback von Luke Littler in Dublin wäre ein solcher Erfolg womöglich schon früher möglich gewesen.
Luke Littler und Gian van Veen gerieten nach einer umstrittenen Szene im Viertelfinale der Premier League Darts in Manchester kurzzeitig aneinander
In Manchester spielte Price zunächst einen Average von 104,46 beim klaren 6:2-Erfolg gegen Titelverteidiger Luke Humphries. Anschließend ließ er Stephen Bunting ebenfalls mit 6:2 hinter sich – diesmal sogar mit einem überragenden Average von 112,91. Auch im Finale ließ er nichts mehr anbrennen: Mit seinem dritten 6:2-Sieg des Abends setzte er sich gegen Gian van Veen durch und schob sich in der Tabelle auf Platz zwei vor. Zwei Punkte trennen ihn nun von Tabellenführer Luke Littler, während er punktgleich mit Landsmann Jonny Clayton ist.
„So etwas passiert im Darts“
Trotz dieser dominanten Vorstellung rückte eine Szene aus dem Viertelfinale zwischen Littler und van Veen in den Fokus vieler Diskussionen. Vor heimischem Publikum wurde Littler lautstark unterstützt, während van Veen sich davon unbeeindruckt zeigte. Für Unmut sorgte jedoch ein Moment, als Littler einen verpassten Doppelversuch seines Gegners sichtbar bejubelte.
Als van Veen im entscheidenden Leg schließlich die Doppel-15 verfehlte, reagierte er verärgert auf Littlers Jubel. Die Situation wirkte nach, zumal Littler danach ebenfalls Matchdarts auf der Doppel-7 verpasste, ehe van Veen zurückkam und das Match auf der Doppel-6 für sich entschied. Der anschließende kühle Handschlag sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit. Während van Veen
seine Sichtweise direkt im Interview nach dem Spiel schilderte, äußerte sich der 19-Jährige später in den sozialen Medien zu dem Vorfall.
Price selbst blieb in dieser Situation außen vor – eine Rolle, die für ihn eher ungewohnt ist. In der Vergangenheit stand er bei ähnlichen Szenen häufig selbst im Mittelpunkt, diesmal beobachtete er das Geschehen lediglich aus der Distanz.
Auf den Zwischenfall angesprochen, reagierte Price entsprechend entspannt. „Ja, aber so etwas passiert im Darts“, erklärte er gegenüber
Online Darts. „In ein paar Wochen ist das alles gegessen, und wir machen weiter. Ich war selbst in dieser Lage – das gehört zum Darts dazu. Die Emotionen fahren Achterbahn, und die Leute pushen sich. Es ist, wie es ist.“
Gerade in einer entscheidenden Phase der Premier League, die bereits die zweite Saisonhälfte erreicht hat, sei die Spannung zwischen den Spielern nachvollziehbar, betonte Price. Schließlich kämpfen alle Teilnehmer um wichtige Punkte mit Blick auf das Finale in der O2 Arena.
„Wenn du nicht so reagierst – manchmal musst du ein bisschen angezündet sein – sonst, was soll’s?“, sagte er. „Willst du nicht so sehr gewinnen, dass du diese Emotionen zeigst? Manche Reaktionen bereust du vielleicht am nächsten Tag, aber wenn du im Spiel nicht voll da bist, passiert so etwas eben. Ich sehe daran nichts Falsches – ich war auch schon dort. Es wird wohl etwas Gegenwind geben, wahrscheinlich für Luke, aber in ein paar Wochen ist es weg.“
Eine detaillierte Bewertung der Szene wollte Price dennoch vermeiden, machte jedoch deutlich, dass er Verständnis für Littler hat, der einen Großteil der Kritik in den sozialen Medien abbekam. „Ich will dazu eigentlich nicht viel sagen, aber ich war in dieser Situation, und ich habe gerade Mitgefühl mit dem Jungen.“
Am Ende zählte für Price vor allem das sportliche Ergebnis des Abends. „Nein – ich habe heute Abend gewonnen, das ist alles, was mich interessiert. Ich habe fünf Punkte, £10.000 auf dem Konto und bin als Nummer zwei vor Jonny Clayton, also bin ich zufrieden.“