„Ich weiß nicht, wie das Publikum reagiert, wenn zwei Niederländer für Schweden spielen“ – Jeffrey de Graaf über ein mögliches World-Cup-Doppel mit Kevin Doets

PDC
Samstag, 06 Juni 2026 um 16:45
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Jeffrey de Graaf wird in der kommenden Woche erneut mit Schweden beim World Cup of Darts antreten. Im Podcast Darts Draait Door sprach der niederländisch-schwedische Dartspieler über seine Zusammenarbeit mit Oskar Lukasiak, sein Leben in Schweden und die Möglichkeit, dass Kevin Doets in Zukunft für Schweden spielen wird.
Schweden gehört als Nummer zehn der Setzliste erneut zu den gesetzten Nationen beim World Cup of Darts. Damit startet das skandinavische Duo in der Gruppenphase. De Graaf hat gute Erinnerungen an das Turnier, denkt aber auch noch regelmäßig an die verpassten Chancen vor zwei Jahren zurück.
Gemeinsam mit Lukasiak bildet er inzwischen ein eingespieltes Doppel. „Wir liegen uns gut. Wir sind natürlich schon länger ein Team und spielen recht oft zusammen im Doppel. Wir wissen, was wir aneinander haben.“
Trotzdem bleibt es De Graaf zufolge immer abzuwarten, in welcher Form beide Spieler zum Nationenturnier anreisen. „Andererseits ist es immer abzuwarten, wie die Form ist. Ich denke aber, dass wir dieses Jahr besser dastehen als vergangenes Jahr. Letztes Jahr waren wir beide nicht wirklich in Topform. Meine Form ist dieses Jahr auf jeden Fall deutlich besser als damals, daher habe ich mehr Vertrauen.“

Verpasste Chance gegen Schottland schmerzt noch immer

Als er gefragt wurde, welches Aus mehr schmerzt, die Niederlage gegen Schottland 2023 oder das verlorene Achtelfinale gegen Hongkong 2024, musste De Graaf nicht lange überlegen. „Schottland. Da haben wir wirklich Chancen liegen lassen.“
Der Schwede erinnert sich noch genau, welche Möglichkeiten vergeben wurden. „Ich habe, glaube ich, einmal Tops verpasst und Doppel 1 in der Ecke getroffen. Oskar hat, meine ich, auch einmal Doppel 20 verfehlt. Da hatte ich wirklich das Gefühl, dass wir dieses Match hätten gewinnen können.“
Das Viertelfinale gegen Schottland ging schließlich mit 8:7 verloren. Laut De Graaf war das eine verpasste Gelegenheit, im Turnier noch weiter zu kommen.
Über die Niederlage gegen Hongkong ein Jahr später ist er realistischer. „Letztes Jahr waren sie einfach besser. Vor allem Man Lok Leung. Der hat gar nichts verpasst. Meiner Meinung nach hat er hundert Prozent auf die Doppelfelder getroffen.“
Auch Vincent van der Voort war vom Duo aus Hongkong beeindruckt. „Generell halte ich Man Lok für einen sehr guten Spieler. Bei diesem Turnier war er wirklich stark.“ De Graaf ärgerte sich im Nachhinein vor allem, weil Hongkong in der folgenden Runde deutlich schwächer spielte. „Das war schade. Am Tag danach waren sie deutlich schlechter. Dann hätten wir vielleicht noch mehr Chancen gehabt.“

Ein Niederländer, der Schwede wurde

Obwohl De Graaf mittlerweile für Schweden antritt, bleibt sein niederländischer Hintergrund regelmäßig Gesprächsthema. Zumal immer häufiger über die Möglichkeit gesprochen wird, dass Kevin Doets in Zukunft für Schweden spielen könnte.
De Graaf versteht diese Diskussion, betont aber, dass seine Situation anders gelagert ist. „Er wohnt ja hier. Sein Kind ist schwedisch, also wird er hier wohl auch nicht so einfach weggehen.“
Für ihn selbst fühlt sich ein schwedischer Sportpass inzwischen ganz natürlich an. „Ich lebe in Schweden. Mein Leben ist hier. Ich mache alles in Schweden. Außerdem bin ich über den schwedischen Weg wieder auf die Tour zurückgekehrt. Für mich fühlt es sich nicht anders an.“
Jeffrey de Graaf ballt die Faust
De Graaf gewann erst Anfang dieser Woche seinen zweiten Players Championship-Titel seiner Karriere.
Inzwischen ist De Graaf in seiner neuen Heimat vollständig angekommen. Er spricht die Sprache sogar nahezu fließend. „Ja, ich kann Schwedisch. Ich kann nur nicht auf Schwedisch schreiben.“ Auf die Frage, ob er die Sprache wirklich fließend spricht, antwortet er bejahend. „Ziemlich fließend. Ich klinge nicht schwedisch, das wiederum nicht. Aber ich spreche es fließend. Ich verstehe jeden.“
Selbst schwedische Podcasts sind längst kein Problem mehr. „Ich war schon ein paar Mal in schwedischen Podcasts zu Gast. Das läuft alles prima.“ Van der Voort zollt dieser Anstrengung Respekt. „Sehr viele Menschen machen sich diese Mühe nicht. Es gibt genug Leute, die zwanzig Jahre irgendwo wohnen und die Sprache immer noch nicht sprechen. Dass du dich anpasst, finde ich stark.“

Zwei Niederländer für Schweden?

Die Möglichkeit, dass Schweden mittelfristig mit zwei ursprünglich niederländischen Spielern beim World Cup antritt, sorgt im Podcast für einige Heiterkeit. Dennoch glaubt De Graaf, dass es auch eine Kehrseite gibt. „Es wäre auf jeden Fall schön. Andererseits weiß ich nicht, wie das schwedische Publikum reagieren würde, wenn zwei Niederländer für Schweden spielen.“
Aktuell erlebt er viel Verständnis aus der schwedischen Darts-Szene. „Für das, was ich jetzt mache, haben sie Verständnis. Aber wenn zwei da stehen, weiß ich nicht genau, wie das aufgenommen wird.“ Dennoch ist De Graaf überzeugt, dass gute Ergebnisse am Ende alles lösen. „Wenn wir Resultate liefern, glaube ich nicht, dass jemand ein Problem damit hat.“
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