
Der Rückzug von Gerwyn Price vom World Cup of Darts sorgt in der Dartswelt weiter für Gesprächsstoff. Der Weltmeister von 2021 wird in diesem Jahr nicht am Nationenwettbewerb teilnehmen – und Wales steht damit plötzlich ohne einen seiner wichtigsten Leistungsträger da.
Für Experte und Ex-Profi Devon Petersen ist es eine Entscheidung, die viele Fragen aufwirft, zugleich aber auch Verständnis verdient. Normalerweise hätte Price erneut gemeinsam mit Jonny Clayton gespielt, mit dem er den World Cup in der Vergangenheit bereits zweimal gewann. Stattdessen bekommt nun Nick Kenny seine Chance an Claytons Seite.
Wales verliert Erfahrung und Setzstatus
Durch den Ausfall von Price verliert Wales nicht nur enorme Erfahrung, sondern auch seinen Status als gesetzte Nation. In einer Analyse bei Sky Sports erklärte Petersen, dass vor allem das Timing der Abmeldung bemerkenswert sei – gerade weil Price als stolzer Waliser gilt, der traditionell großen Wert darauf legt, sein Land zu vertreten.

Gerwyn Price hat seine Teilnahme am World Cup of Darts abgesagt und sorgt damit für Diskussionen in der Dartswelt
Petersen zufolge „könnte daher mehr dahinterstecken, als die Leute denken“. Zugleich betonte er, dass Außenstehende nicht wissen könnten, was sich hinter den Kulissen tatsächlich abspielt.
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In den vergangenen Wochen hatte es bereits Hinweise gegeben, dass Price nicht vollständig bei sich war. Nach einer Niederlage in der Premier League Darts erklärte er, er befinde sich „gesundheitlich nicht an einem guten Ort“ und warte auf Krankenhausbefunde.
Kurz darauf relativierte Price diese Aussagen jedoch über soziale Medien. Dort stellte er klar, dass seine Abmeldung für den World Cup „nicht aus gesundheitlichen Gründen“ erfolgt sei.
Petersen mahnt zur Vorsicht
Gerade diese Unklarheit macht es laut Petersen schwierig, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Er verwies darauf, dass Spitzensportler immer wieder Entscheidungen treffen müssen, die Fans von außen nicht sofort nachvollziehen können.
Mentale Ermüdung, körperliche Beschwerden oder schlicht der Bedarf an Ruhe könnten bei einer solchen Entscheidung eine Rolle spielen. Das gelte besonders bei einem Spieler wie Price, der in den vergangenen Jahren regelmäßig offen über Druck, Motivation und seinen körperlichen Zustand gesprochen hat.
Sportlich verändert Prices Abwesenheit die Ausgangslage erheblich. Mit Price und Clayton galt Wales traditionell als einer der großen Favoriten auf den Titel.
Nun stellt sich die Situation deutlich anders dar. Der Weg zum Erfolg scheint für Nationen wie England, die Niederlande und Schottland spürbar offener.
Trotzdem warnte Petersen davor, Wales vorschnell abzuschreiben. Aus seiner Sicht erhält Nick Kenny nun eine einmalige Gelegenheit, sich auf der größten Bühne zu beweisen. Gleichzeitig räumte Petersen ein, dass „ein fitter Gerwyn Price in einem Turnier wie dem World Cup of Darts immer ein Unterschiedsspieler bleibt“.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








