''Den Mann habe ich noch nie beim Frühstück gesehen“ – Vincent van der Voort nennt den besten Darts-Spieler aller Zeiten und verweist auf dessen beispiellose Disziplin
PDC
Für Vincent van der Voort gibt es kaum Zweifel, wer der beste Darts-Spieler aller Zeiten ist. In der Podcast Darts Draait Door spricht der Ex-Profi mit großer Bewunderung über Phil Taylor. Nicht nur wegen der 16 Weltmeistertitel von „The Power“, sondern vor allem wegen der Disziplin und der Opfer, die laut Van der Voort jahrelang hinter seiner beispiellosen Dominanz standen.
„Für mich ist er der Beste aller Zeiten und ein großer Champion“, stellt Van der Voort resolut fest. Nach Ansicht des Niederländers könnte Taylor auch im heutigen Darts ohne Probleme mithalten. „Was er vor zwanzig, 25 Jahren schon gemacht hat, würde heute noch immer zur Spitze gehören. Aber auch, wie er gelebt hat und was er dafür getan hat.“
Gerade Letzteres beeindruckte Van der Voort, der jahrelang gemeinsam mit Taylor auf dem Profi-Circuit unterwegs war. Während andere Spieler nach einem Spieltag Entspannung suchten, konnte Taylor es nicht lassen, noch einmal ans Board zu gehen.
„Was er dafür hat liegen lassen, war außergewöhnlich. Abends gingst du gemütlich eine Runde Karten spielen, in die Badewanne oder dich aufs Zimmer legen. Und er war noch nicht ganz zufrieden und ging noch mal eine halbe Stunde werfen. Um das gute Gefühl zu bekommen.“
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„Er musste dafür alles tun und lassen“
Laut Van der Voort war Taylor zudem keiner, bei dem alles von selbst lief. „Es war auch nicht der geschmeidigste Wurf. Er musste dafür alles tun und lassen. Wirklich ein ganz großer Champion.“
Dabei verweist er vor allem auf die mentale Stärke des Engländers. Taylor dominierte das Darts über Jahre, blieb aber trotz seiner riesigen Titelsammlung motiviert, sich zu verbessern.
„Er blieb fokussiert und hungrig“, so Van der Voort. Auch nachdem Taylor schon eine enorme Zahl an Weltmeistertiteln gesammelt hatte, verschwand dieser Antrieb laut ihm kaum.
Erst im letzten Jahr seiner Karriere erkannte Van der Voort eine klare Veränderung. Taylor erreichte bei seiner letzten WM noch das Finale, doch der Niederländer hatte das Gefühl, dass „The Power“ über seinen absoluten Zenit hinaus war.
„Nur im allerletzten Jahr merkte man, dass er auf war. Vielleicht ein Jährchen zu lang. Da fing er an, sich anders zu verhalten. Er benahm sich zwischendurch ein bisschen wie ein Clown.“
Das ändert nichts an seinem Urteil über Taylors gesamte Laufbahn. „Nichts zum Nachteil des Mannes. Wenn man sieht, wie professionell er trainiert hat. Er tat alles dafür. Er sorgte einfach dafür, dass er bereit war.“

Phil Taylor gilt mit unter anderem 16 Weltmeistertiteln als der erfolgreichste Darts-Spieler aller Zeiten
Van der Voort sah Taylor so gut wie nie beim Frühstück
Taylor arbeitete laut Van der Voort zudem mit strikten Routinen. „Bei bestimmten Turnieren wusste er einfach, dass er sich streng an seine Pläne halten musste. Das klingt sehr einfach, ist aber furchtbar schwer. Diese Disziplin zu bewahren.“
Wie Taylor seine Tage genau strukturierte, blieb für seine Kollegen mitunter ein Rätsel. Van der Voort war nach eigener Aussage fünfzehn bis zwanzig Jahre mit ihm auf Tour unterwegs, sah ihn aber so gut wie nie beim Frühstück.
„Den Mann habe ich noch nie beim Frühstück gesehen. Man wusste nie, was er machte. Bei WMs auch. Und dann war er auf einmal wieder da. Es war eigentlich ein einziges großes Mysterium.“
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Großer Unterschied zu Luke Littler
Im Podcast wird anschließend der Vergleich mit Luke Littler gezogen, der in jungen Jahren ebenfalls den Sport dominiert. Charakterlich sieht Van der Voort jedoch kaum Parallelen.
„Taylor war in der Practice-Area viel präsenter. Er ließ alle wissen, wie gut er war. Und dass er mehr Geld hatte als der Rest, das wusste ohnehin jeder.“
Littler verhält sich laut Van der Voort hinter den Kulissen dagegen auffallend ruhig. „Littler sitzt ein bisschen entspannt auf seinem Stuhl und wartet, bis er dran ist. Er sagt eigentlich nichts. Wenn du nichts zu ihm sagst, sagt er wirklich überhaupt nichts.“
Außerdem fällt Van der Voort auf, dass Littler weiterhin viel mit seinen Eltern und seiner Freundin unterwegs ist. Darin sieht er für sich kein Problem. Vor allem vom Vater Littlers ist er angetan.
„Sein Vater ist ein Top-Typ. Ich kann mir gut vorstellen, dass man in seiner Nähe sein will. Der Mann hat immer Spaß. Das ganze Wochenende ist ein Fest.“
Van der Voort erinnert sich zudem an ein Turnier in Wieze, bei dem Littler gegen Niels Zonneveld verlor. Der junge Engländer entschied sich nahezu sofort, mit seiner Freundin nach Hause zurückzufliegen.
„Er kam zurück und hatte innerhalb von vielleicht fünf oder sechs Minuten einen Flug mit seiner Freundin nach Hause gebucht. Sein Vater sagte: ‚Ich komme nicht mit.‘“
Littlers Vater setzte sein Wochenende einfach fort. „Der machte das Wochenende einfach zu Ende. Abends sah man ihn wieder herumlaufen, da war er allein. Wirklich ein großartiger Typ.“
Pieter Verbeek ist seit 2017 Chefredakteur von Dartsnieuws.com, der niederländischen Schwesterwebsite von Dartsnews.de. Dort ist er für die redaktionelle Ausrichtung, die tägliche Inhaltsplanung und die Berichterstattung über internationale Dartturniere verantwortlich. Darüber hinaus veröffentlicht er Beiträge auf Dartsnews.de und bringt dabei seine langjährige Erfahrung und umfassende Expertise im professionellen Dartsport ein.
Seine Beschäftigung mit der Dartswelt begann 2013, als er im Rahmen einer Aufgabe für die Journalistenschule über ein Live-Event der European Tour in Veldhoven berichtete. Seitdem verfolgt er den professionellen Dartsport intensiv und sammelte umfangreiche Erfahrung mit Interviews, Spielberichten und Liveblogs zu großen PDC-Turnieren.
Bei Dartsnews.de konzentriert er sich auf die Berichterstattung über bedeutende Veranstaltungen wie die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts, das World Matchplay und weitere internationale PDC-Turniere. Dabei verbindet er die Echtzeitberichterstattung von Spielen mit Analysen von Leistungen, Entwicklungen auf der Tour und historischen Hintergründen.
Neben seiner journalistischen Tätigkeit war er zwischen 2022 und 2025 Medienmanager des professionellen Dartteams TOTO Dart Kings und dort für die Medienkommunikation sowie die Öffentlichkeitsarbeit rund um das Team verantwortlich.
Durch seine Arbeit in der Dartswelt war er bei mehreren internationalen Veranstaltungen vor Ort, darunter bei Premier-League-Abenden im Rotterdam Ahoy, mehreren Ausgaben der PDC World Darts Championship und den US Darts Masters im Madison Square Garden in New York.
Seine Berichterstattung basiert auf offiziellen Turnierinformationen, Interviews mit Spielern und anderen Beteiligten aus der Dartswelt sowie der kontinuierlichen Beobachtung der professionellen Dart-Circuits.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









