Dave Chisnall hat sich im Vorfeld einer Reihe von Showturnieren in Irland äußerst lobend über
Luke Littler geäußert. Der Engländer ist tief beeindruckt von den Leistungen des erst 19-jährigen Weltmeisters und geht sogar so weit, ihn schon jetzt als den besten Dartspieler aller Zeiten zu bezeichnen.
Littler gewann in der vergangenen Woche zum zweiten Mal in Folge das
World Matchplay. Dabei lieferte „The Nuke“ nicht nur ein bärenstarkes Turnier ab, sondern stellte auch einen Rekordaverage auf.
Für Chisnall war das erneut der Beweis, dass der junge Engländer etwas Besonderes ist.
„Blackpool enttäuscht nie“,
beginnt Chisnall in seiner Kolumne für Kwiff. „Der Winter Gardens bleiben für mich die schönste Bühne der Dartwelt. Die Atmosphäre ist fantastisch und das Publikum bekommt dort stets Darts auf höchstem Niveau geboten.“
„Er lässt es alles so leicht aussehen“
Laut Chisnall scheint Littler kaum Mühe mit dem Niveau zu haben, auf dem er performt. „Luke lässt es alles so leicht aussehen. Er gewinnt zum zweiten Mal in Folge das World Matchplay, stellt einen Turnierrekord beim Average auf und ist immer noch ein Teenager. Das ist eigentlich unfassbar.“
Obwohl es auch Kritik an der enormen Aufmerksamkeit gibt, die Littler erfährt, glaubt Chisnall nicht, dass der Hype schnell abklingt. „Ich weiß, dass manche Leute die ganze Aufmerksamkeit für Luke etwas satt haben, aber er wird so schnell nicht verschwinden. Die Art, wie er scoret und Matches dominiert, ist für jemanden in seinem Alter unglaublich.“
Vergleich mit Phil Taylor
Chisnalls Aussagen sind bemerkenswert, weil er Littler sogar über die Darts-Ikone
Phil Taylor stellt. Nach Ansicht des ehemaligen Major-Finalisten ist die Konkurrenz heutzutage deutlich stärker als in der Phase, in der Taylor seine beispiellosen Erfolge feierte. „Viele werden sagen, dass Phil Taylor der Größte aller Zeiten ist, und das verstehe ich auch. Sechzehn WM-Titel sprechen für sich. Aber Luke spielt gegen bessere Gegner und schlägt sie vielleicht sogar noch überzeugender.“
Chisnall weist darauf hin, dass Taylor jahrelang von seinem unangreifbaren Nimbus profitierte. „Phil hatte eine enorme Ausstrahlung. Viele Gegner waren im Grunde schon geschlagen, bevor der erste Dart geworfen war. Heutzutage spielt Luke gegen Weltmeister, die selbst jahrelang an der absoluten Spitze standen.“
Damit meint er unter anderem Spieler wie Luke Humphries, Gerwyn Price und
Michael van Gerwen, die Littler in den vergangenen Saisons in schöner Regelmäßigkeit bezwungen hat.
Luke Littler gewann zum zweiten Mal in Folge das World Matchplay
„Der Beste, den wir je gesehen haben“
Für Chisnall ist das Fazit daher eindeutig. „Für mich ist Luke Littler der beste Dartspieler, den wir je gesehen haben. Er erinnert mich an Wayne Rooney, als der achtzehn war. Rooney war in diesem Alter etwas, das ich in über vierzig Jahren England verfolgen noch nie erlebt hatte. Dieses Gefühl habe ich jetzt auch bei Luke.“
Müsste Chisnall eine Top Drei aller Zeiten zusammenstellen, käme Littler sogar auf Platz eins.
„Meine Top Drei wären: Luke Littler, Phil Taylor und Michael van Gerwen. In dieser Reihenfolge, ja. Und ich erwarte, dass sowohl Luke als auch Michael in den kommenden Jahren noch mehrere Weltmeistertitel gewinnen werden.“
Auf dem Weg nach Irland
Nach einer enttäuschenden Pro-Tour-Woche richtet Chisnall seinen Blick nun auf einige Showturniere in Irland. Der Engländer reist gemeinsam mit seinem Manager Roger nach Dublin, wo der erste Abend restlos ausverkauft ist. „Wir haben in den nächsten Wochen ein etwas ruhigeres Programm, also gehe ich wieder nach Irland für eine Reihe von Exhibitions. Das mache ich inzwischen seit ein paar Jahren und das Publikum dort ist immer fantastisch.“
Auch die bekannte irische Gastfreundschaft weiß Chisnall zu schätzen, auch wenn er eine lokale Tradition konsequent auslässt. „Ich bekomme dort immer Pints Guinness angeboten, aber ich mag das Zeug überhaupt nicht“, lacht Chisnall. „Es wird mit Sicherheit wieder eine schöne Reise.“