Luke Littler mag sich zwar für den besseren Athleten halten als Lamine Yamal, Ex-Topfußballer Patrice Evra kann diese Aussage nicht vollständig teilen. Der ehemalige Spieler von Manchester United und Juventus hält vor allem den Begriff „Athlet“ für diskutabel. Nach Evra können Darts-Spieler nicht auf dieselbe Weise wie etwa Fußballer als Athleten gelten.
Littler verglich sich mit Yamal, der wie das englische Darts-Wunderkind bereits in jungen Jahren zur absoluten Weltspitze seiner Sportart zählt. Evra tut sich jedoch schwer, Leistungen aus unterschiedlichen Sportarten direkt nebeneinander zu legen, wie er gegenüber der Website Stake erklärte.
„Ich habe vor allem ein Problem mit dem Wort ‚Athlet‘. Wenn du sagst, du bist der Beste der Welt, musst du verstehen, dass jede Sportart anders ist. Manchmal kann ein Formel-1-Fahrer mit 19 besser sein als ein Fußballer. Das ist also schwer miteinander zu vergleichen.“
Vor allem die physische Komponente macht laut Evra den Unterschied. Zwar erkennt der Franzose an, dass Darts enorme Konzentration erfordert, doch sieht er nicht dieselben athletischen Anforderungen. „Ich denke, es geht vor allem um das Wort ‚Athlet‘. Meiner Meinung braucht man für Darts kein Athlet zu sein. Vielleicht benötigst du die richtige Fokussierung und alles, was dazugehört, aber für Darts könnte ich selbst vieles spezifisch trainieren. Es hängt natürlich davon ab, was wir genau unter einem kompletten Athleten verstehen.“
Evra schätzt Littlers Selbstvertrauen
Dennoch ist Evra keineswegs kritisch gegenüber Littlers Mentalität. Im Gegenteil, der frühere französische Nationalspieler hat Freude an Sportlern, die von ihren eigenen Qualitäten überzeugt sind. Die Aussagen des jungen Engländers sieht er daher nicht als Arroganz.
„Wenn er sich so fühlt, finde ich es gut, wenn Menschen das aussprechen. Ich würde nie sagen, er sei verrückt oder arrogant. Er hat Selbstvertrauen. Wenn er denkt, dass er der Beste ist, dann soll er ruhig glauben, dass er der Beste ist. Wo ist das Problem?“