Warum Luke Littler lieber Achterbahn fährt als in Neuseeland Darts zu spielen – van der Voort sieht ein PDC-Problem
PDC
Im Podcast „Darts Draait Door“ blickte van der Voort auf die beiden anstehenden World-Series-Turniere voraus. Gian van Veen, Gerwyn Price, Stephen Bunting, James Wade, Jonny Clayton, Josh Rock, Ross Smith und Damon Heta bilden das Teilnehmerfeld der PDC. Ins Auge stechen jedoch vor allem die Namen, die fehlen: Littler, Humphries und van Gerwen.
„Früher war man beleidigt, wenn man nicht dabei war“
Van der Voort erinnert sich noch gut an Zeiten, in denen die Spieler geradezu darauf brannten, nach Australien und Neuseeland reisen zu dürfen. Damals umfasste der Trip sogar noch drei Turniere.

Peter Wright nutzte eine World-Series-Reise für einen besonderen Ausflug und besuchte einen Drehort von „Der Herr der Ringe“.
„Man merkt ganz allgemein, dass die Lust auf diese Reise viel geringer geworden ist als vor ein paar Jahren. Vor zehn Jahren waren alle richtig schwer verärgert, wenn sie nicht hin durften.“
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Die Tour durch Ozeanien sei damals nicht nur als sportliche Verpflichtung, sondern auch als außergewöhnliches Erlebnis betrachtet worden, erklärt van der Voort. Die Spieler verbanden die Turniere mit Ausflügen und bekamen die Gelegenheit, einen Teil der Welt kennenzulernen, den sie andernfalls wohl nicht so schnell zu Gesicht bekommen hätten.
„Es gab drei Turniere und dazu eine schöne Reise. Ich weiß noch, Michael hat dann auch ein bisschen Sightseeing gemacht und sich die tollsten Sachen angeschaut. Da war man wirklich beleidigt, wenn man nicht dabei war. Und jetzt ist es ein einziges Ziehen und Zerren an den Jungs, um zu fragen, ob jemand dabei sein will.“
Van der Voort sieht wenig Entwicklung außerhalb Europas
Das schwindende Interesse lässt van der Voort auch grundsätzlich über das Konzept hinter der World Series nachdenken. Die Turnierserie wurde einst ins Leben gerufen, um den Dartsport international stärker zu verankern. Aus Sicht des Niederländers stellt sich allerdings die Frage, wie viel Fortschritt in dieser Hinsicht tatsächlich erzielt wurde.
„In dieser Hinsicht ist die World Series natürlich … Ich weiß auch nicht so recht, was ich von der World Series halten soll. Wofür sie ins Leben gerufen wurde. Ich dachte immer, dass sie dort etwas aufbauen und dann schauen, ob man auch Ranglistenturniere dorthin bringen kann, um alles stärker über die ganze Welt zu strecken. Aber eigentlich hat sich im Vergleich zu vor zehn Jahren nichts verändert. Eher ist es weniger geworden.“
Van der Voort verweist darauf, dass sich die PDC Tour nach wie vor stark auf Europa konzentriert. Zwar existieren internationale Circuits, doch insbesondere aus Ozeanien und Nordamerika sieht er kaum neue Spieler, denen der Durchbruch in Richtung Weltspitze gelingt.
„Am Ende ist es natürlich rein Europa. Denn außerhalb Europas hast du überhaupt nichts. Asien auch nicht. Sie kriegen es nicht wirklich hin. Vielleicht auch noch zu früh.“
Auch die Namen der Spieler, die bei der World Series in Ozeanien gegen die Stars der PDC antreten, verändern sich nach Einschätzung van der Voorts kaum. Akteure wie Haupai Puha gehören bereits seit Jahren zu den bekannten Gesichtern.
„Die hast du wahrscheinlich vor fünf, sechs Jahren auch schon auf der Liste gesehen. Und dasselbe gilt für Amerika. Da kommt ebenfalls nichts nach. Kein neuer Nachwuchs, auch keine Jugendtalente.“
Corey Cadby als Beispiel
Gerade deshalb führt van der Voort Corey Cadby als Beispiel dafür an, was die World Series seiner Ansicht nach eigentlich hervorbringen sollte. Der Australier galt vor einigen Jahren als eines der größten Talente außerhalb Europas und konnte sich bereits in jungen Jahren unmittelbar mit der etablierten Weltspitze messen.
„Das möchtest du natürlich gerne sehen. Deshalb war Corey Cadby eine großartige Geschichte. Ein junger Kerl. Und auf einmal macht er es den Allergrößten der Welt richtig schwer und schlägt sie auch. Das ist natürlich ein bisschen das, wofür es gedacht ist. Aber jetzt bleibt das alles ein wenig stecken. Und es passiert eigentlich nicht so viel.“

Corey Cadby galt einst als eines der größten Darts-Talente außerhalb Europas – für Vincent van der Voort ein Paradebeispiel dafür, was die World Series hervorbringen sollte.
Dass auf dem Trip Down Under inzwischen nur noch zwei World-Series-Turniere ausgetragen werden, wertet van der Voort ebenfalls als Warnsignal.
„Das zeigt also auch, dass die Nachfrage zurückgeht. Denn sonst könnte man locker drei machen. So großartig die PDC das natürlich auch alles aufgezogen hat und so viel Geld man auch verdienen kann, es gelingt eben nicht, es über die ganze Welt zu spannen.“
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Besondere Chance für van Veen
Für Gian van Veen stellt sich die Situation hingegen anders dar. Der Niederländer feiert sein Debüt bei der World Series Down Under und geht zugleich als höchstplatzierter Spieler des Teilnehmerfeldes an den Start. Van der Voort sieht für van Veen deshalb vor allem die besonderen Seiten einer solchen Reise.
„Klar ist das großartig. Und für ihn natürlich auch eine Reise, die er nie vergessen wird. Man kommt an Orte, an die man normalerweise nicht so schnell gelangt.“
Dennoch bleibt der Verzicht von Littler, Humphries und van Gerwen ein heikles Thema für die Organisatoren. Van der Voort weiß, dass die PDC regelmäßig versucht, ihre Topspieler doch noch umzustimmen, wenn deren Begeisterung für eine Teilnahme überschaubar ist.
„Ich weiß auch, dass die PDC häufig zum Hörer greift und diese Spieler anruft. ‚Kann ich dich nicht doch überreden, hinzufliegen?‘ Michael hat mit seinen Kindern und der Scheidung im vergangenen Jahr einen triftigen Grund, nicht zu fahren. Aber auch davor ist er längst nicht mehr immer hingeflogen. Also muss man es ihnen auf irgendeine Weise schmackhaft machen, dass sie dorthin gehen.“
Dabei muss Geld nach Einschätzung van der Voorts nicht einmal der entscheidende Faktor sein. Die Topspieler verbringen während einer Saison ohnehin enorme Zeit auf Reisen und setzen in ihrer Freizeit deshalb andere Prioritäten. Littler entschied sich beispielsweise für einen Urlaub in den Vereinigten Staaten.
„Sie reisen natürlich so viel, auch Littler und Humphries. Littler reist jetzt in die USA, um Achterbahn zu fahren. Das ist also auch nicht gerade um die Ecke. Aber das findet er vielleicht schön. Das meine ich ja. Dann gefällt ihm das hier eben nicht so. Ich glaube nicht, dass das eine Geldfrage ist. Er hat einfach keine Lust.“
Bis zu einem gewissen Grad kann van der Voort Littlers Entscheidung nachvollziehen. Der junge Engländer hat in dieser Saison bereits zahlreiche Erfolge gefeiert und entscheidet sich nun für Erholung statt einer weiteren ausgedehnten Darts-Reise.
„Ich kann mir auch vorstellen, dass er Freizeitparks schöner findet. Das kann ich mir schon eher vorstellen.“
Mit einem Augenzwinkern formuliert van der Voort schließlich noch einen Wunsch für Littlers Urlaub. Mit Blick auf den vollgepackten Turnierkalender im Herbst hofft er vor allem darauf, dass die Nummer eins der Welt ihre Darts vorerst im Koffer lässt.
„Hoffen wir, dass er dort einfach keine Pfeile anfasst. Und dass sein Niveau etwas niedriger ist, wenn er zurückkommt. Damit wir einen schönen, spannenden Herbst bekommen.“

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










