„Lass uns das Preisgeld einfach in einen Topf werfen“ – Gepäckprobleme bescherten Vincent van der Voort bei einer Exhibition mit der kompletten Weltspitze plötzlich zusätzliches Preisgeld
PDC
Gian van Veen ist für sein Debüt bei der World Series Down Under frühzeitig nach Neuseeland gereist, doch seine Vorbereitung nahm unterwegs eine unerwartete Wendung. Der Koffer des Niederländers kam in Auckland nicht an und blieb nach dem ersten Teil der Reise in Paris zurück. Laut Vincent van der Voort ist Van Veen keineswegs der erste Darts-Profi, dem so etwas passiert. Der ehemalige Profispieler erlebte selbst einst eine ähnliche Situation auf einer Reise unter anderem mit Michael van Gerwen und Raymond van Barneveld.
Van Veen nimmt seine Follower per Vlog mit auf sein Abenteuer am anderen Ende der Welt. Dabei zeigt er nicht nur das Geschehen auf der Bühne, sondern auch, wie die Spieler auf einer solchen World-Series-Tour reisen und wohnen. Van der Voort kann dem durchaus etwas abgewinnen, obwohl er selbst kein großer Fan von Vlogs ist.
„Er vloggt über seine gesamte Reise. Das ist natürlich ganz nett, auch für Leute, die sich dafür interessieren. Er zeigt auch ein paar private Dinge, welches Hotelzimmer er hat und wie er reist. Das wird natürlich immer von der PDC bezahlt. Dann ist es schon witzig zu sehen, wie Business Class aussieht.”
Selbst gehört Van der Voort nicht gerade zur Stammkundschaft solcher Videos. „Ich bin nicht der Vlog-Typ”, gesteht er im Podcast Darts Draait Door.
Van Veen setzt nach verlorenem Koffer auf Social Media
Die Lage wurde deutlich unangenehmer, als klar war, dass Van Veens Gepäck das Ziel nicht erreicht hatte. Sein Koffer war bereits früh auf der langen Reise abhandengekommen.
„Der stand noch in Paris. Das war schon nach dem ersten Flug verloren gegangen. Er ist jetzt natürlich in Auckland. Man muss hoffen, dass der ziemlich schnell dorthin kommt, sonst ist das einfach wirklich ärgerlich.”
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Van Veen machte sein Problem über Social Media öffentlich. Das brachte rasch eine Reaktion der Airline. Aus Sicht von Van der Voort ist das ein kluger Weg, um etwas Druck aufzubauen.
„Klar ist das clever. So eine Organisation ist dafür natürlich einfach allergisch. Ich habe das in der Vergangenheit auch erlebt. Wenn du dann die Fluggesellschaft im Beitrag taggst, bekommst du sofort eine Antwort. Dann wollen sie es so schnell wie möglich lösen.”
Dazu gehört laut dem Ex-Profi auch, nach einem guten Ausgang mitzuteilen, dass die Sache sauber geregelt wurde. „Wenn du dann auch noch kurz meldest, dass alles perfekt gelöst ist, sind die auch wieder glücklich. Warum sollte man das nicht nutzen?”
Van der Voort erlebte dasselbe mit der Weltelite
Van der Voort kann aus eigener Erfahrung über verlorenes Gepäck berichten. Auf einer Reise zu einem Showturnier auf einer kleinen Insel bei England ging einst einiges schief. Damals reiste Van der Voort gemeinsam mit Van Gerwen und Van Barneveld über Heathrow zum Ziel.
„Wir mussten von Schiphol nach Heathrow und von Heathrow noch einmal mit so einem ganz kleinen Flieger auf diese Insel, um dort die Exhibition zu spielen. Nach dem ersten Flug war das Gepäck schon weg. Aber da war alles drin.”
Van der Voort befand sich dabei in prominenter Gesellschaft. Auch große Namen wie Phil Taylor, Adrian Lewis, Gary Anderson und James Wade waren vor Ort.
„Da waren wirklich Taylor, Lewis, Anderson, Wade, alle Topspieler der Welt. Die waren da. Und ich”, witzelt Van der Voort.
Weil fast die gesamte Gruppe dasselbe Problem hatte, wurde hinter den Kulissen schnell gehandelt. „Dann wird plötzlich ganz viel organisiert, damit wir die Sachen rechtzeitig hatten.”
Verlorene Koffer brachten Van der Voort sogar Geld ein
Für Van der Voort hatte das Problem sogar einen unerwarteten finanziellen Vorteil. Die Exhibition war mit Preisgeld dotiert, wobei vor allem die Spieler der letzten Runden extra verdienen konnten.
Da alle ohne ihr eigenes Gepäck dastanden, entschieden die Spieler, dass es nicht fair wäre, das Preisgeld wie üblich zu verteilen.
„Weil wir alle keinen Koffer hatten, sagten wir: Das ist auch alles nicht fair. Lass uns das Preisgeld einfach in einen Topf werfen.”
Für Van der Voort war das keine schwere Entscheidung. Bei so vielen absoluten Weltklassespielern im Feld wusste er, dass eine Gleichverteilung ihm wohl zugutekommen würde.
„Wenn du mit den sieben Besten mitgehst... Ich war am leichtesten zu überzeugen. Davon habe ich gut profitiert”, sagt er lachend.
Als die Koffer schließlich doch ankamen, wollte Van der Voort die Abmachung selbstverständlich nicht mehr kippen. „Dann kam der Koffer und ich sagte: Jetzt können wir nicht mehr zurück. Wir haben jetzt eine Vereinbarung getroffen, das bleibt so. So ist es am Ende auch gekommen. Da habe ich noch etwas Schönes mitgenommen.”

Dank eines lukrativen Deals nahm Vincent van der Voort extra Preisgeld mit nach Hause
Ersatzpfeile können viel Ärger vermeiden
Ein verlorener Koffer ist für einen Profi-Darter ein größeres Problem als nur fehlende Kleidung. Dartpfeile dürfen im Flugzeug nicht ohne Weiteres ins Handgepäck und liegen daher meist im Frachtraum. Geht ein Koffer verloren, kann ein Spieler also auch ohne sein wichtigstes Material dastehen.
Laut Van der Voort gibt es verschiedene Wege, dieses Risiko zu begrenzen. Er nennt Niels Zonneveld und Wessel Nijman als Beispiele.
„Ich weiß, dass Niels und Wessel beide jeweils ein Set zusammen in den Koffer legen. Wenn ein Koffer weg ist, hast du dann noch eins. Das ist natürlich schlau.”
Er selbst wählte in seiner Karriere eine andere Lösung. Er sorgte dafür, dass in England stets Reservematerial verfügbar war.
„Was ich gemacht habe, war immer noch eine ordentliche Hose, ein Shirt und meine Pfeile bei meinem Management in England zu hinterlassen. Du kannst es natürlich auch bei den Offiziellen hinterlegen, damit es immer bei der Pro Tour ist. Bei der PDPA kannst du es abgeben. Es gibt da wirklich Möglichkeiten.”
Mit dem Zug zur WM
Für das wichtigste Turnier des Jahres wollte Van der Voort gar kein Risiko eingehen. In den letzten Jahren seiner WM-Teilnahmen wählte er daher regelmäßig den Zug nach London.
„Deshalb bin ich in den letzten paar Jahren, in denen ich zur WM gefahren bin, meistens mit dem Zug gereist. Dann konntest du es einfach bei dir behalten. Der Koffer kann dann nicht verloren gehen. Alles kann natürlich passieren, aber die Chance ist sehr klein.”
Zudem erwies sich der Zug praktisch als attraktive Option. „Du kommst im Herzen Londons an und dann waren es auch gleich zehn Minuten bis zum Hotel. Und ich kann dir sagen, rund um Weihnachten ist es in London ziemlich voll. Das war mit Abstand die einfachste Lösung.”

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









