„Littler hält Deutschland einfach für ein schreckliches Land“ – Van der Voort sieht besorgniserregenden Trend bei der PDC wegen zahlreicher Absagen
PDC
Luke Littler und Wessel Nijman sind für Vincent van der Voort die beiden großen Ausrufezeichen der ersten sieben Monate der PDC-Saison. Dennoch erkennt der Ex-Profi auch eine Entwicklung, die ihn weniger begeistert. Die vielen Absagen von Topspielern, vor allem auf der Euro Tour, werden seiner Ansicht nach zu einem ernsten Problem für die PDC.
In dem Podcast Darts Draait Door blickte Van der Voort auf den ersten Saisonabschnitt zurück. Über den Spieler, der herausragt, muss er nicht lange nachdenken.
„Wenn man das Gesamtbild betrachtet, ist es natürlich einfach Littlers Jahr. Obwohl er gar nicht übermäßig viel gespielt hat. Und in seinem Schatten dann Nijman. Das sind die zwei großen Namen des ersten Halbjahres.“
Vor allem bei den Players Championships und auf der Euro Tour hat Nijman laut Van der Voort einen starken Eindruck hinterlassen. Littler steht derweil allein an der Spitze, obwohl der Engländer längst nicht jedes Turnier im Kalender spielt.
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„Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“
Dieser Punkt führt Van der Voort direkt zu einem weiteren auffälligen Thema der Saison. Während das Preisgeld bei der PDC deutlich gestiegen ist, scheinen mehrere große Namen ihr Programm selektiver zu gestalten. Das zeigt sich auch an den vielen Abmeldungen bei Euro-Tour-Turnieren. Früher in der Saison fehlten bei mehreren Events gleich mehrere Spieler aus der Weltspitze.
„Es ist auch ein bisschen das Jahr der Absagen. Und das passiert ausgerechnet in dem Moment, in dem das Preisgeld durch die Decke geht. Seltsam, oder?“
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Van der Voort sieht vor allem ein Problem darin, dass häufig die größten Publikumsmagneten fehlen. Littler ist dafür aus seiner Sicht ein klares Beispiel. Viele European Tour Turniere werden in Deutschland ausgetragen, und ausgerechnet dort zeigt sich die Nummer eins der Welt kaum.
„Schau, Littler hat bereits gesagt, dass er Deutschland einfach ein schreckliches Land findet. Aber damit hast du ein Problem, denn dort finden die meisten Euro Tours statt. Und ein paar Pro Tours natürlich. Da taucht er ohnehin standardmäßig nicht auf. Also kommt dein allerbester Spieler schon nicht oft.“

Vincent van der Voort stellt fest, dass sich viele Topspieler regelmäßig von den Euro Tours abmelden
Auch Humphries, Price und Aspinall regelmäßig abwesend
Dabei bleibt es laut Van der Voort nicht. Auch Luke Humphries wählte während der Saison eine Phase mit weniger Euro Tours. „Dann hast du Humphries. Der kam in der Premier League nicht gut zurecht. Der sagte: ‚In den nächsten drei Monaten spiele ich keine Euro Tours.‘ Also hast du die Nummer eins und damals die Nummer zwei der Welt.“
Van der Voort betont, dass er Absagen für Players Championships weniger problematisch findet. Diese Floor-Turniere werden ohne Publikum gespielt. Bei der Euro Tour ist das anders, weil dort Tausende Fans Tickets kaufen, um die großen Namen live zu sehen.
„Dass sie die Players Championships auslassen, ist nicht so dramatisch. Das sind die kleinsten Turniere, das muss nicht sein. Aber die European Tour lebt natürlich weiterhin davon, dass das Publikum erwartet, dass alle dabei sind.“
Auch Gerwyn Price und Nathan Aspinall nennt Van der Voort als Spieler, die häufig fehlen. „Dann hast du natürlich Gerwyn Price. Der ist überall gemeldet, aber erscheint nie. Dann hast du jemanden, einen Publikumsliebling wie Aspinall. Der kommt auch fast nicht mehr. Da hast du als Organisation natürlich ein Problem.“
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Van der Voort fürchtet um die Anziehungskraft der European Tour
Gary Anderson setzt ebenfalls seit Jahren auf ein reduziertes Programm. Beim Schotten überrascht Van der Voort das inzwischen kaum noch. „Das macht er seit gefühlt zehn Jahren. Und er steht immer noch in den Top 16 der Welt. Das bleibt beeindruckend.“
Laut Van der Voort entsteht derweil eine unangenehme Lage für die Organisatoren von Euro-Tour-Turnieren. Events, die in den dichten ersten Saisonmonaten liegen, haben offenbar ein höheres Risiko, mehrere Topstars zu verpassen.
„Am Ende willst du als Veranstalter die besten Spieler haben. Jetzt hast du fast die Situation, dass du denkst: Wenn als Zuschauer dein European Tour Event im ersten Halbjahr liegt, bin ich der Gelackmeierte. Nach der Premier League habe ich eher die Chance, dass gute Spieler kommen. Das ist natürlich auch eine schlechte Entwicklung.“
Für das niederländische Euro-Tour-Turnier kann der späte Termin im Kalender dagegen vorteilhaft sein. Wenn dann noch hart um die letzten wichtigen Rankingplätze gekämpft wird, rechnet Van der Voort damit, dass große Namen seltener ein Event auslassen. „Du musst eigentlich hoffen, dass von Platz 28 bis 34 oder 35 alle noch eine Chance haben. Dass zum Beispiel ein Anderson wirklich noch muss. Solche Spieler. Dass du es von Tag zu Tag richtig wechseln siehst.“

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









