„Dann würde ich mich maßlos ärgern“ – Van der Voort übt Kritik an der laschen Haltung der PDC-Topspieler beim World Series-Turnier in Auckland
PDC
Vincent van der Voort hat bei den New Zealand Darts Masters in Auckland wenig Freude empfunden. Der ehemalige PDC-Profi äußert deutliche Kritik am sportlichen Niveau und der Ausstrahlung des World-Series-Turniers. Nach Ansicht von Van der Voort war bei einem Teil der Teilnehmer nicht klar zu erkennen, dass sie kompromisslos auf Sieg spielten.
Im Podcast Darts Draait Door wurde Van der Voort nach seinem Eindruck vom Turnier in Neuseeland gefragt. Sein Urteil fiel eindeutig aus. „Es ist nicht wirklich eine Visitenkarte für den Dartsport. Es wird nicht kompromisslos um den Sieg gekämpft.“
Damit verfehlt das Event aus Van der Voorts Sicht teilweise seinen Zweck. Die World Series soll den Dartsport international präsenter machen, doch der Niederländer bezweifelt, ob ein Event wie das in Auckland in dieser Form tatsächlich Werbung für die Sportart ist.
„Das scheint mir nicht das zu sein, wofür die World Series gedacht ist. Aber wir müssen damit leben“, stellt Van der Voort fest. Dass die Partien in den Niederlanden zu sehen sind, bewertet er für sich genommen positiv. „Es ist natürlich schön, dass Viaplay überträgt und alle zuschauen können. Denn man muss ja nicht einschalten.“
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„Was für ein Haufen Luschen ist das“
Sein größter Kritikpunkt betrifft die sportliche Wirkung. Van der Voort befürchtet, dass gerade neue Zuschauer keinen starken ersten Eindruck vom Dartsport bekommen haben.
„Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, ist dieses Turnier kein Schmuckstück für den Dartsport“, führt er aus. „Wenn Menschen zum ersten Mal reinschauen, denken sie: Das muss ich nie wieder sehen. Was für ein Haufen Luschen ist das.“
Als er anschließend gefragt wird, ob er es wirklich so schwach fand, lässt Van der Voort kaum Zweifel. „Ja, ich halte davon wirklich gar nichts.“
Er sieht die Reise nach Neuseeland vor allem als attraktiven Ausflug für die eingeladenen Spieler. Dabei verweist Van der Voort auch auf den Vlog von Gian van Veen, in dem der Niederländer während seines Aufenthalts am anderen Ende der Welt Einblicke hinter die Kulissen gewährt.
„Das sind alles Trips für Leute, die einfach gern dorthin fahren. Man sieht dann Gians Vlog, der ist mit allerlei anderen Dingen beschäftigt. Und das Darts läuft so nebenbei. Sie verdienen eine Menge Geld, das ist auch alles schön und gut. Nur hat das mit Sport nichts zu tun. Das ist einfach reine Promotion für den Dartsport.“

Vincent van der Voort war selbst Jahrelang Profi bei der PDC
Van der Voort hat kein Verständnis für Absagen
Auch das Teilnehmerfeld kommt zur Sprache. Mehrere große Namen reisten nicht nach Neuseeland. Van der Voort hat wenig Verständnis dafür, dass Spieler offenbar nur schwer zu einem Trip nach Auckland zu bewegen sind.
„Die sind mit fast nichts auf diese Seite der Welt zu kriegen. Keiner will hin. Deshalb landet man bei so einem Teilnehmerfeld.“
Doch auch bei einigen Spielern, die die Reise antraten, fehlte ihm nach eigener Aussage die echte Überzeugung. „Wenn man dann schon hinfliegt, gibt es einfach sehr viele, die denken: Passt schon. Nicht alle natürlich, aber da sind wirklich ein paar dabei, die denken: Ist mir recht so.“
Van der Voort betrachtet die Lage auch aus Sicht der Organisatoren. Wäre er selbst für die Promotion der World Series verantwortlich, würde ihn die Haltung mancher Spieler stark stören.
„Wenn ich Promoter des Darts wäre, wenn ich Barry Hearn wäre, würde mich das in den Wahnsinn treiben. Es wird eine Menge Geld bezahlt, um die Jungs ans andere Ende der Welt zu holen. Und die Hälfte denkt: Ist schon irgendwie okay. Das fände ich wirklich nicht in Ordnung.“
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Verwunderung über Beschwerden zum Wetter
Zum Schluss kann Van der Voort mit Beschwerden der Spieler über das Wetter in Neuseeland wenig anfangen. Im August ist dort Winter, und für erfahrene World-Series-Teilnehmer sollte das aus Sicht des Ex-Profis keine Überraschung sein.
„Schön, oder? Es ist dort einfach Winter“, reagiert er lachend, als das Thema aufkommt. „Sie fanden es dort kalt. Ja, herrlich.“
Zudem weist Van der Voort darauf hin, dass viele Spieler schon öfter in Neuseeland waren und somit wissen, was sie erwartet. „Es ist ja nicht so, dass er zum ersten Mal dort ist. Die Winter sind natürlich nicht wie bei uns oder in Norwegen. Aber man weiß eben, dass es dort im Januar nicht so warm ist.“

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







