Gian van Veen erlebt derzeit eine besondere Phase in seiner noch jungen Dartskarriere. Der 24-jährige Niederländer wurde erstmals von der PDC für die World Series of Darts in Australien und Neuseeland nominiert. Was für Van Veen eine ideale Kombination aus Spitzensport und Reisen sein sollte, begann jedoch mit einer ordentlichen Portion Stress. Sein Gepäck blieb nämlich tagelang in Paris liegen.
Van Veen reiste gemeinsam mit seiner Freundin Kyana Frauenfelder zunächst nach Auckland zu den
New Zealand Darts Masters. Der Niederländer erreichte dort das Viertelfinale. Dort erwies sich Jonny Clayton als zu stark. Der Waliser gewann das Turnier schließlich auch.
Nach dem Turnier ging es für Van Veen weiter nach Sydney, wo am Freitag die
Australian Darts Masters auf dem Programm stehen. Der Niederländer entschied sich zusammen mit seiner Freundin bewusst, etwas früher nach Australien zu reisen. So bekamen sie die Chance, Sydney zu erkunden, bevor die Dartpflichten wieder begannen.
„Es ist hier wirklich eine ganz andere Welt“, sagte Van Veen im Podcast
Darts Draait Door. „Wir waren ohnehin früh hier, um auch wirklich etwas sehen zu können. Sydney stand definitiv auf meiner Liste an Orten, an die ich irgendwann einmal wollte. Wenn man das dann mit der World Series verbinden kann, ist das großartig. Wir kommen hier aus dem Staunen nicht heraus.“
Koffer bleiben in Paris zurück
Die Urlaubsstimmung wurde jedoch durch ein ärgerliches Problem deutlich getrübt. Die Koffer von Van Veen und seiner Freundin waren nämlich nicht mit ihnen nach Australien gereist. Das Gepäck blieb in Paris zurück, wodurch das Duo tagelang ohne Kleidung und andere persönliche Dinge auskommen musste.
Auch Van Veens Dartausrüstung befand sich im verschwundenen Gepäck. Für einen Profispieler ist das natürlich alles andere als ideal, erst recht, wenn kurz darauf ein wichtiges World-Series-Turnier ansteht.
„Wir waren nicht die Einzigen, es gab eine lange Schlange von Leuten, deren Koffer nicht angekommen waren“, berichtet Van Veen. Weil ihnen gesagt wurde, dass die Koffer bald eintreffen würden, versuchten er und Frauenfelder das Problem zunächst pragmatisch zu lösen.
„Wir haben hier tageweise für den nächsten Tag eingekauft, weil sie meinten, die Koffer wären schnell wieder da.“
Als das Gepäck auch nach einigen Tagen noch immer nicht eingetroffen war, musste eine andere Lösung her. „Am Mittwoch haben wir einen Wäscheservice im Hotel genutzt, denn das war deutlich günstiger, als schon wieder zwei neue Outfits zu kaufen. So kamen wir über die Tage ganz gut hin.“
Schließlich gab es am Donnerstagabend gute Nachrichten: Die Koffer wurden doch noch am Hotel abgeliefert. Van Veen konnte damit endlich wieder auf seine eigenen Sachen zurückgreifen und sich vollständig auf das nächste Turnier vorbereiten.
Gian van Veen tritt am kommenden Wochenende bei den Australian Darts Masters an
Kein Problem mit dem australischen Winter
Trotz der Schwierigkeiten blickt Van Veen mit viel Freude auf seine erste Begegnung mit Australien zurück. Dass dort aktuell Winter ist, stört den Niederländer überhaupt nicht. „Ich bin lieber hier bei achtzehn Grad, als bei 35 Grad am Oche zu stehen“, sagt Van Veen. „In den ersten Tagen hatten wir noch etwas Sonne, da war es wirklich angenehm. Danach gab es viel Regen, aber ja, das ist eben der Winter. Damit war zu rechnen.“
Während einige Spieler, darunter Gerwyn Price, sich zuvor kritisch über das australische Winterwetter geäußert hatten, genießt Van Veen vor allem die besondere Erfahrung.
Van Veen entdeckt das Vloggen
Neben dem Darts nutzt Van Veen seine Zeit Down Under auch, um Neues auszuprobieren. So hat er begonnen, seine Reise in Videos für soziale Medien festzuhalten. „Ich mache das auch ganz gerne. Ich bin generell jemand, der viel mit Social Media beschäftigt ist. Das schadet überhaupt nicht, und ich finde es schön, den Leuten einen Blick hinter die Kulissen zu geben.“
Laut Van Veen ist auch die Stimmung in der Spielerschaft anders als bei vielen regulären PDC-Turnieren. „Die Atmosphäre ist hier etwas lockerer und wir frotzeln ein bisschen untereinander. Das ist auch mal schön. Mir gefällt es hier sehr gut.“
Nach einem turbulenten Start kann sich Van Veen nun vollständig auf das Darten konzentrieren. In Sydney erhält er erneut die Chance, sich mit der internationalen Weltspitze zu messen. Sein erstes World-Series-Abenteuer hat in jedem Fall schon genug besondere Geschichten geliefert.