„Ich rannte in einer Windel herum und konnte nicht aufhören“ – Henry Coates war schon im sehr jungen Alter vom Darts-Virus gepackt
PDC
Henry Coates hat auf spektakuläre Weise in der Dartswelt für Aufsehen gesorgt. Der 20-jährige Engländer aus Matlock schrieb im Juli Geschichte, als er das Players Championship 25 gewann. Damit wurde er erst der fünfte Spieler überhaupt, der einen PDC-Ranglistentitel ohne Tour Card holt.
Das macht die Leistung von Coates besonders bemerkenswert. Der Engländer war nämlich gar nicht als fester Teilnehmer ins Turnier gestartet. Weil Startplätze frei waren, bekam er als Reserve die Chance mitzumachen. Was als unerwartete Möglichkeit begann, endete in einem historischen Triumph.
„Es war eigentlich schon eine Leistung, überhaupt spielen zu dürfen“, sagt Coates. „Ich kam immer weiter im Turnier und dachte: Es gibt keinen Druck auf mich. Ich habe einfach weitergespielt – und gut gespielt.“
PDC Tour Card in Reichweite
Eine PDC Tour Card ist für Profi-Darter von zentraler Bedeutung. Die PDC hat lediglich 128 Tour Cards im Umlauf, die direkten Zugang zum Profi-Circuit gewähren. Coates besitzt derzeit noch keine, doch seine beeindruckenden Resultate bringen ihn einer endgültigen Etablierung sehr nahe.
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Der junge Engländer verfolgt zudem ein klares Ziel. Qualifiziert er sich für die kommende WM und gewinnt dort mindestens zwei Spiele, könnte er sich über die Weltrangliste doch noch eine Tour Card sichern.
„Ich denke, wenn ich mich fürs WM-Turnier qualifiziere, zwei Spiele gewinne und die Rankings um mich herum günstig ausfallen, sollte ich meine Tour Card bekommen“, erklärt Coates.
Ein Auftritt auf der größten Bühne des Darts wäre der passende nächste Schritt nach einer bemerkenswerten Saison. Seine Liebe zum Sport begann nämlich schon, als er kaum laufen konnte.

Henry Coates gewann Players Championship 25
Darts seit dem zweiten Lebensjahr
Nach Erzählungen seiner Eltern nahm Coates bereits mit zwei Jahren erstmals Darts in die Hand. Ein Freund seines älteren Bruders schenkte ihm damals ein magnetisches Dartboard. Es war der Beginn einer Leidenschaft, die inzwischen in eine ernsthafte Karriere gemündet ist.
„Ich war so jung, aber laut meiner Mutter und meinem Vater rannte ich in der Windel herum und wollte nicht aufhören“, berichtet Coates. „Sie fanden es anfangs einfach witzig. Mein Vater spielte in einer lokalen Kneipenliga, und ich denke, daher kam es letztlich wirklich.“
Mit drei Jahren stand zu Weihnachten nur eines auf seinem Wunschzettel: ein echtes Board und echte Pfeile. Die Wände im Hause Coates mussten das in der Folge regelmäßig ausbaden.
Mit acht wechselte er in eine lokale Kneipenliga. Dort traf er als Kind auf erwachsene Spieler und behauptete sich überraschend gut. Mehr noch: Coates gewann regelmäßig Partien gegen Erwachsene.
„Ich hatte immer ältere Gegner vor mir, die versuchten, dich zu schlagen und in deinen Kopf zu kommen“, sagt der Engländer. „Ich habe gelernt, damit umzugehen und am Ende als Sieger hervorzugehen.“
Diese Erfahrung hat ihm nach eigener Aussage enorm bei seiner Entwicklung geholfen. „Als ich acht war und erstmals in der Kneipenliga spielte, war das für die Männer nicht immer großartig. Aber ich denke, sie haben es am Ende schätzen gelernt – und vor allem bewundert.“
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Vom Pub auf die PDC-Bühne
Sein Talent blieb nicht unentdeckt. Coates landete schließlich in der Junioren-Akademie von Jamie Cavan in Derby, wo er sich weiterentwickeln konnte. Inzwischen hat er den Schritt auf die große PDC-Bühne geschafft und dort sofort gezeigt, dass er mit Spielern mithalten kann, die seit Jahren auf Topniveau aktiv sind.
In seiner Jugend holte sich Coates unter anderem Inspiration bei Terry „The Bull“ Jenkins, dem Engländer, der neunmal ein PDC-Major-Finale erreichte. Nun scheint Coates selbst am Beginn einer vielversprechenden Karriere zu stehen.
Abseits der Bühne arbeitet der junge Engländer in Teilzeit in der Metzgerei seiner Familie in Darley Dale. Er ist die fünfte Generation einer Metzgerfamilie, weshalb sich die Arbeit im Laden und der Dartsport lange mühelos vereinen ließen. Von den schwersten Schlachtmessern hält er sich nach eigener Aussage dennoch lieber fern. Seine Zukunft liegt immer deutlicher auf dem Dartspodium.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









