„Ich rannte in einer Windel herum und konnte nicht aufhören“ – Henry Coates war schon im sehr jungen Alter vom Darts-Virus gepackt

PDC
Mittwoch, 19 August 2026 um 8:00
Henry Coates
Henry Coates hat auf spektakuläre Weise in der Dartswelt für Aufsehen gesorgt. Der 20-jährige Engländer aus Matlock schrieb im Juli Geschichte, als er das Players Championship 25 gewann. Damit wurde er erst der fünfte Spieler überhaupt, der einen PDC-Ranglistentitel ohne Tour Card holt.
Das macht die Leistung von Coates besonders bemerkenswert. Der Engländer war nämlich gar nicht als fester Teilnehmer ins Turnier gestartet. Weil Startplätze frei waren, bekam er als Reserve die Chance mitzumachen. Was als unerwartete Möglichkeit begann, endete in einem historischen Triumph.
„Es war eigentlich schon eine Leistung, überhaupt spielen zu dürfen“, sagt Coates. „Ich kam immer weiter im Turnier und dachte: Es gibt keinen Druck auf mich. Ich habe einfach weitergespielt – und gut gespielt.“

PDC Tour Card in Reichweite

Eine PDC Tour Card ist für Profi-Darter von zentraler Bedeutung. Die PDC hat lediglich 128 Tour Cards im Umlauf, die direkten Zugang zum Profi-Circuit gewähren. Coates besitzt derzeit noch keine, doch seine beeindruckenden Resultate bringen ihn einer endgültigen Etablierung sehr nahe.
Der junge Engländer verfolgt zudem ein klares Ziel. Qualifiziert er sich für die kommende WM und gewinnt dort mindestens zwei Spiele, könnte er sich über die Weltrangliste doch noch eine Tour Card sichern.
„Ich denke, wenn ich mich fürs WM-Turnier qualifiziere, zwei Spiele gewinne und die Rankings um mich herum günstig ausfallen, sollte ich meine Tour Card bekommen“, erklärt Coates.
Ein Auftritt auf der größten Bühne des Darts wäre der passende nächste Schritt nach einer bemerkenswerten Saison. Seine Liebe zum Sport begann nämlich schon, als er kaum laufen konnte.
Henry Coates in Aktion im Finale gegen Damon Heta
Henry Coates gewann Players Championship 25

Darts seit dem zweiten Lebensjahr

Nach Erzählungen seiner Eltern nahm Coates bereits mit zwei Jahren erstmals Darts in die Hand. Ein Freund seines älteren Bruders schenkte ihm damals ein magnetisches Dartboard. Es war der Beginn einer Leidenschaft, die inzwischen in eine ernsthafte Karriere gemündet ist.
„Ich war so jung, aber laut meiner Mutter und meinem Vater rannte ich in der Windel herum und wollte nicht aufhören“, berichtet Coates. „Sie fanden es anfangs einfach witzig. Mein Vater spielte in einer lokalen Kneipenliga, und ich denke, daher kam es letztlich wirklich.“
Mit drei Jahren stand zu Weihnachten nur eines auf seinem Wunschzettel: ein echtes Board und echte Pfeile. Die Wände im Hause Coates mussten das in der Folge regelmäßig ausbaden.
Mit acht wechselte er in eine lokale Kneipenliga. Dort traf er als Kind auf erwachsene Spieler und behauptete sich überraschend gut. Mehr noch: Coates gewann regelmäßig Partien gegen Erwachsene.
„Ich hatte immer ältere Gegner vor mir, die versuchten, dich zu schlagen und in deinen Kopf zu kommen“, sagt der Engländer. „Ich habe gelernt, damit umzugehen und am Ende als Sieger hervorzugehen.“
Diese Erfahrung hat ihm nach eigener Aussage enorm bei seiner Entwicklung geholfen. „Als ich acht war und erstmals in der Kneipenliga spielte, war das für die Männer nicht immer großartig. Aber ich denke, sie haben es am Ende schätzen gelernt – und vor allem bewundert.“

Vom Pub auf die PDC-Bühne

Sein Talent blieb nicht unentdeckt. Coates landete schließlich in der Junioren-Akademie von Jamie Cavan in Derby, wo er sich weiterentwickeln konnte. Inzwischen hat er den Schritt auf die große PDC-Bühne geschafft und dort sofort gezeigt, dass er mit Spielern mithalten kann, die seit Jahren auf Topniveau aktiv sind.
In seiner Jugend holte sich Coates unter anderem Inspiration bei Terry „The Bull“ Jenkins, dem Engländer, der neunmal ein PDC-Major-Finale erreichte. Nun scheint Coates selbst am Beginn einer vielversprechenden Karriere zu stehen.
Abseits der Bühne arbeitet der junge Engländer in Teilzeit in der Metzgerei seiner Familie in Darley Dale. Er ist die fünfte Generation einer Metzgerfamilie, weshalb sich die Arbeit im Laden und der Dartsport lange mühelos vereinen ließen. Von den schwersten Schlachtmessern hält er sich nach eigener Aussage dennoch lieber fern. Seine Zukunft liegt immer deutlicher auf dem Dartspodium.
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