Michael van Gerwen brach vergangene Woche seine Teilnahme an den Players Championships in Hildesheim nach nur einem Spieltag ab. Beim zweiten Floor-Turnier trat der dreifache Weltmeister nicht mehr an der Oche an und fuhr gemeinsam mit
Vincent van der Voort zurück in die Niederlande. Im
Podcast „Darts Draait Door" erklärt Van der Voort nun, warum er diesen Schritt für genau richtig hält.
Der ehemalige Profidarter erkannte demnach schnell, dass Van Gerwen sich mental noch nicht voll auf das Turnier einlassen konnte. Die lange Fahrt zurück in die Heimat nutzten die beiden für ein ausführliches Gespräch. „Ihm ist völlig bewusst, dass etwas passieren und sich verändern muss. Das weiß er ganz genau. Er denkt eigentlich noch mehr darüber nach, als mir aufgefallen war", berichtet Van der Voort.
Klare Ansage von einem, der es wissen muss
Van der Voort gibt seinem langjährigen Weggefährten schon länger denselben Rat: Ein Spieler mit dem Kaliber von Van Gerwen sollte nur an den Oche treten, wenn er zu hundert Prozent hinter seinem Antritt steht. „Ich habe ihm immer gesagt: 'Du solltest nur zu Turnieren fahren, wenn du zu 100 Prozent dahinterstehst und gewinnen willst. Du solltest nicht fahren, weil du denkst, dass du werfen musst.'"
Nach dem ersten Players Championship fiel die Entscheidung deshalb gemeinsam und ohne großes Zögern. „Also haben wir nach diesem einen Tag im Grunde ganz einfach entschieden, dass wir besser nach Hause fahren. Er war nicht zu 100 Prozent dabei, nicht darauf vorbereitet. Deshalb habe ich gesagt: 'Regel diesen Monat erst alles und dann Vollgas Richtung Jahresende.'"
Volle Fokussierung auf den Rest der Saison
Am ursprünglichen Plan ändert sich laut Van der Voort nichts: Van Gerwen will nach der Sommerpause wieder voll angreifen und seine Position in der Weltrangliste festigen. Dem Niederländer sei dabei klar, dass es dafür mehr braucht als reines Talent. „Dazu steht er weiterhin, ebenso zu der Tatsache, dass er mehr dafür tun muss."
Die Rückfahrt nutzten die beiden nicht nur, um nach vorn zu blicken, sondern auch für ein offenes Wort übereinander. „Das war eigentlich alles sehr positiv. Wir konnten einander einmal richtig die Wahrheit sagen. Was einen am anderen stört und was gut läuft. Das muss auch so sein, man muss miteinander darüber reden können."
Der frühere UK-Open-Finalist zieht aus dem Gespräch ein positives Fazit: „Ich kann nur sagen, dass es durchweg positiv war."