Nach einer intensiven Phase mit Showmatches und Einsätzen auf der Pro Tour deutet bei
Dave Chisnall vieles auf eine klar ansteigende Formkurve hin. Am vergangenen Wochenende war der Engländer zunächst bei einer Reihe von Exhibitions im Stadion von Norwich City an der Carrow Road im Einsatz, bevor er anschließend direkt nach Leicester weiterreiste, um bei den Players Championships 7 und 8 anzutreten.
Der 45-Jährige präsentierte sich dabei zunehmend stabiler und bestätigte seinen positiven Trend mit mehreren starken Auftritten. Auch wenn nicht alles reibungslos verlief, unterstrich Chisnall eindrucksvoll, dass mit ihm in den kommenden Wochen auf der Pro Tour wieder verstärkt zu rechnen ist.
Starker Auftakt in Norwich
Bereits das Wochenende in Norwich verlief für Chisnall äußerst erfreulich. Bei den Exhibitionveranstaltungen im Umfeld von Norwich City genoss er sichtlich den direkten Kontakt mit den Fans und die Atmosphäre fernab des üblichen Turnierdrucks. „Die Fans waren großartig und wir wurden fantastisch empfangen“,
schreibt Chisnall in seiner Kwiff-Kolumne. „Es sind genau solche Wochenenden, die dir wirklich Energie geben für die Turniere, die danach kommen.“
Auf dem Weg zurück? Dave Chisnall präsentiert sich nach einer erheblichen Formkrise in verbesserter Verfassung
Diese positive Stimmung nahm er mit nach Leicester, wo das sportliche Niveau sofort deutlich anzog und der Wettbewerb wieder in den Fokus rückte.
Fehlstart bei Players Championship 7
Zum Auftakt lief jedoch noch nicht alles nach Plan. Bei
Players Championship 7 musste sich Chisnall früh mit 3:6 gegen Benjamin Pratnemer geschlagen geben. In einer Partie mit engen Margen bekam der Engländer durchaus seine Chancen, ließ jedoch entscheidende Möglichkeiten ungenutzt. „Es lag wirklich an den Details“, erklärte er rückblickend. „Ich verfehle Tops um Haaresbreite, um ins Match zurückzukommen, und er bestraft es sofort. So ist Darts nun mal.“
Chisnall schlägt zurück
Nur einen Tag später präsentierte sich Chisnall jedoch deutlich verbessert am Oche. Mit konstant starkem Scoring und sicherem Checkout-Spiel arbeitete er sich bis ins Viertelfinale von Players Championship 8 vor. Besonders herausragend war dabei sein dominanter 6:1-Erfolg gegen
Martin Schindler.
Dennoch lag für Chisnall selbst einer der bemerkenswertesten Momente des Tages ausgerechnet in einem verlorenen Leg. „Ich werfe 180, 100 und 140, bekomme aber keinen Pfeil auf ein Doppel. Und er checkt 129 in zwölf Darts. Das ist Darts in einer Nussschale.“
Diese Szene verdeutlicht eindrucksvoll das enorme Niveau auf der Pro Tour, auf der selbst nahezu perfekte Legs nicht automatisch zum Erfolg führen. Vielleicht seine stärkste Partie des Tages spielte Chisnall anschließend gegen Mervyn King. Der Routinier erwischte zunächst den besseren Start, doch Chisnall arbeitete sich ruhig und kontrolliert zurück in die Begegnung. „Er kam wirklich blitzschnell aus den Startlöchern, aber ich blieb ruhig und wusste, dass meine Chancen kommen würden“, sagte Chisnall. „Als ich 5:4 vorne lag, spürte ich, dass ich es im Griff hatte.“
Mit einer starken Score-Serie von 139, 137 und 97 Punkten übernahm er endgültig die Kontrolle. Trotz einer späten 180 von King brachte Chisnall das Match souverän über die Linie und sicherte sich den Einzug ins Viertelfinale. Dort wartete mit Wessel Nijman einer der formstärksten Spieler der Dartswelt. In einem hochklassigen Duell musste sich Chisnall trotz eines Averages von deutlich über 100 Punkten schließlich mit 4:6 geschlagen geben. „Ich habe gut genug gespielt, um zu gewinnen, davon bin ich überzeugt“, sagte er offen. „Aber er war in den Schlüsselmomenten einen Tick schärfer. Allen Respekt an ihn.“
Wachsendes Selbstvertrauen Richtung Euro Tour
Trotz der Viertelfinalniederlage überwiegt bei Chisnall der Optimismus. Sein Spielgefühl stimmt, und auch die Ergebnisse spiegeln diese Entwicklung zunehmend wider. „Mein Spiel ist gut, das sage ich schon eine Weile“, erklärte er. „Vielleicht beginnen die Leute es jetzt auch zu glauben.“
Der Blick richtet sich nun auf die
European Tour in München, wo Chisnall aufgrund mehrerer Absagen direkt als gesetzter Spieler ins Turnier einsteigt. Dadurch greift er erst in der zweiten Runde ins Geschehen ein – eine Ausgangsposition, die zusätzliche Chancen auf einen tiefen Turnierlauf eröffnet.
Mit weiteren Pro-Tour-Events und Euro-Tour-Stationen im Kalender, darunter auch ein Halt in Sindelfingen, steht Chisnall ein intensiver Monat bevor. Sein Ziel ist klar formuliert: mehr als Viertelfinals erreichen und wieder ernsthaft um Titel mitspielen. „Ich habe in dieser Saison jetzt zweimal die Viertelfinals erreicht, aber ich will mehr“, betonte er entschlossen. „Hoffentlich kann ich diese Form halten und auf der Euro Tour wirklich den nächsten Schritt machen.“