„Er liefert jeden Tag einen Grund, ihn zu hassen – aber ich liebe ihn“ – Warum Raymond van Barneveld einen prominenten Fan verzweifeln lässt
PDC
Frank Evenblij hat eine Mission. Was einst als Scherz begann, verfolgt er inzwischen mit ernsthaftem Ehrgeiz: Darts soll olympisch werden. „Es ist ein ultimativer Traum“, sagt die niederländische TV-Persönlichkeit im Gespräch mit Sportnieuws. „Es ist zu meiner Mission geworden, Darts olympisch zu machen. Und irgendwo ist das natürlich alles ein großer Witz. Aber andererseits: Warum sollte man es nicht tun?“
Evenblij bekennt sich seit Jahren offen zu seiner Leidenschaft für den Sport. Er verfolgt Darts nicht nur als Zuschauer, sondern tritt auch als Fürsprecher auf. „Darts ist eine meiner Lieblingssportarten zum Zuschauen. Es ist eine der schönsten Zuschauersportarten überhaupt. Unabhängig von all den anderen Sportarten, die ich auch mag. Warum sollte man das nicht olympisch machen?“
Darts bei den Winterspielen?
Sein Plädoyer speist sich nicht nur aus Emotion, sondern auch aus pragmatischen Überlegungen. Evenblij erinnert sich an frühere Turniere im legendären Lakeside Country Club bei der BDO World Darts Championship. „Früher, bei Lakeside, sah man diese Jungs, die nach ein paar Darts literweise Schweiß verloren. Es war dort immer brütend heiß.“
Mit einem Augenzwinkern ergänzt er: „Als ich jünger war, dachte ich schon: Deshalb muss es zu den Olympischen Winterspielen. Dann macht man es im Schnee und hat weniger Probleme mit dem Schwitzen.“
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Der humorvolle Ansatz beinhaltet dennoch einen ernsthaften Kern. Die Winterspiele gelten als offen für neue Disziplinen. „Die Olympischen Spiele, und vor allem die Winterspiele, haben immer Platz für neue Sportarten. Schau dir Snowboarden und all die Varianten an, die dazugekommen sind, oft Jurysportarten. Und irgendwo ähnelt Darts auch ein bisschen dem Bogenschießen. Also warum nicht?“
Zudem verweist Evenblij auf die globale Strahlkraft des Sports. „Es ist weltweit so riesig. Und es ist auch eine Sportart, die im Winter am populärsten ist. Das passt perfekt zu Weihnachten. Meine ganze Zeit rund um den Jahreswechsel steht im Zeichen der WM der Professional Darts Corporation.“
Liebe zu „Barney“: „Fan sein ist ein Kampfsport“
Seine Leidenschaft zeigt sich besonders in seiner Unterstützung für Raymond van Barneveld. Evenblij macht kein Geheimnis aus seiner Bewunderung für den Niederländer – auch wenn diese Liebe oft leidvoll ist.
„Ich bin in Den Haag aufgewachsen. Ich bin wirklich ein Hardcore-Fan von Raymond van Barneveld“, sagt er. „Aber ich kann dir sagen: Es ist sehr schwer, Fan von ihm zu sein. Er liefert jeden Tag einen Grund zu denken: Ich hasse dich. Es ist hart, wirklich hart. Fan von Raymond van Barneveld zu sein, ist ein Kampfsport.“ Trotz aller Höhen und Tiefen stellt er klar: „Ich liebe diesen Mann.“

Raymond van Barneveld brachte Ende der 90er Jahre das niederländische Darts auf die Landkarte
Mit Interesse verfolgt er, dass sich zuletzt Rafael van der Vaart um van Barneveld kümmert. Anfangs konnte er sich diese Kombination kaum vorstellen, inzwischen findet er sie reizvoll. „Eigentlich kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen, aber ich finde es auch großartig“, erklärt Evenblij. „Ich verstehe van der Vaart. Und wenn er darüber spricht, Sponsoren zu gewinnen und ‚reiche Freundchen in Beverwijk‘, dann finde ich das herrlich.“
Gleichzeitig sieht er bei van Barneveld Bedarf an klarer Führung. „Van Barneveld ist irgendwo wirklich ein kleines Kind. Man muss ihn manchmal an die Hand nehmen und sagen: Um zwei Uhr stehst du auf, das ist dein Frühstück, so spät geht dein Flug und heute benutzt du nur diese Darts.“
Er lacht, meint es jedoch ernst. „Es ist kindisch, so etwas über einen Mann zu sagen, der fast sechzig ist. Aber wenn er das braucht, um Leistung zu bringen, dann finde ich das richtig cool.“
Evenblij bietet sich sogar selbst als Unterstützung an. „Hiermit, Rafael van der Vaart: Wenn du mich ab und zu brauchst, um Raymond mental zu unterstützen, dann bin ich dein Mann.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








