Am Samstagabend standen bei der
European Darts Championship in Dortmund die nächsten Achtelfinalpartien auf dem Programm. Aus deutscher Sicht sorgte
Martin Schindler für das Highlight des Abends. „The Wall“ setzte sich souverän mit 10:4 gegen Jermaine Wattimena durch und erreichte erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale der
European Championship. Auch
Luke Littler präsentierte sich in beeindruckender Verfassung und ließ
Nathan Aspinall mit einem Average von rund 114 Punkten keine Chance. Für eine weitere spektakuläre Geschichte sorgte Krzysztof Ratajski, der gegen Kevin Doets einen 0:4-Rückstand drehte und sich ebenfalls sein Viertelfinalticket sicherte.
Ratajski dreht 0:4-Rückstand gegen Doets und zieht ins Viertelfinale ein
Den Auftakt des Abends machten Kevin Doets und Krzysztof Ratajski. Dabei erwischte der Niederländer einen Traumstart und setzte seinen polnischen Gegner von Beginn an unter Druck. Gleich im ersten Leg gelang Doets ein Break, das er anschließend zum 2:0 bestätigte. Auch die nächsten beiden Legs gingen an den Niederländer, der sich damit früh eine komfortable 4:0-Führung erspielte.
Doch Ratajski gab sich keineswegs geschlagen und startete eine beeindruckende Aufholjagd. Der Pole holte sich zunächst mit einem Break sein erstes Leg und verkürzte anschließend auf 2:4. Auch die nächsten beiden Durchgänge gingen an „The Polish Eagle“, der damit vier Legs in Folge gewann und zum 4:4 ausglich. Wenig später gelang Ratajski sogar das nächste Break, womit er erstmals in der Partie mit 5:4 in Führung ging.
Allerdings hatte auch Doets noch eine Antwort parat. Der Niederländer stoppte die Serie seines Gegners und gewann seinerseits drei Legs in Folge. Damit drehte er den Rückstand in eine 7:5-Führung und schien wieder die Kontrolle über die Begegnung zu übernehmen. Ratajski verkürzte zwar auf 6:7, doch Doets stellte mit dem nächsten Leggewinn auf 8:6.
In der entscheidenden Phase zeigte der Pole jedoch erneut seine Comeback-Qualitäten. Ratajski gewann die nächsten beiden Legs und glich zum 8:8 aus. Anschließend gelang ihm ein wichtiges Break zur 9:8-Führung, ehe er mit seinem vierten Leggewinn in Serie den 10:8-Erfolg perfekt machte. Nach einem zwischenzeitlichen 0:4-Rückstand zog Ratajski damit doch noch ins Viertelfinale der European Championship ein.
Martin Schindler erreicht erstmals das Viertelfinale der European Championship
Im zweiten Achtelfinale des Abends richteten sich die Blicke der deutschen Zuschauer auf Martin Schindler. Der Deutsche traf auf Jermaine Wattimena und wollte bei seiner zweiten Achtelfinalteilnahme an der European Championship erstmals den Sprung unter die besten acht Spieler schaffen. Mit einer konzentrierten Leistung und einer starken Doppelquote gelang ihm dieses Vorhaben eindrucksvoll.
Schindler erwischte einen hervorragenden Start und nahm seinem niederländischen Gegner direkt im ersten Leg den Anwurf ab. Anschließend bestätigte „The Wall“ das Break und erhöhte auf 2:0. Wattimena verkürzte zwar auf 1:2, doch Schindler ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen und stellte den alten Abstand wieder her. Auch nach dem zwischenzeitlichen 2:3 blieb der Deutsche in Führung und erhöhte auf 4:2.
Wattimena kämpfte sich noch einmal auf 3:4 heran, doch anschließend übernahm Schindler endgültig die Kontrolle. Der Deutsche gewann drei Legs in Folge und setzte sich mit 7:3 ab. Besonders wichtig war dabei das Break zum 6:3, mit dem sich Schindler erstmals einen deutlicheren Vorsprung erarbeitete.
Zwar konnte Wattimena noch einmal auf 4:7 verkürzen, doch Schindler ließ keine Spannung mehr aufkommen. Mit drei weiteren Leggewinnen in Folge machte der Deutsche den souveränen 10:4-Erfolg perfekt. Vor allem auf die Doppel präsentierte sich „The Wall“ äußerst sicher und nutzte seine Möglichkeiten konsequent. Dabei war insbesondere seine Doppelquote von 56% ausschlaggebend.
Damit durfte Schindler einen besonderen Meilenstein feiern. Nachdem er bei seiner bisherigen Achtelfinalteilnahme noch den Kürzeren gezogen hatte, steht er nun erstmals im Viertelfinale der European Championship. Vor heimischem Publikum in Dortmund darf der Deutsche damit weiterhin vom Titel träumen.
Steht in seinem dritten Rankingmajor-Viertelfinale: Martin Schindler
Luke Littler brilliert mit 114er-Average und lässt Nathan Aspinall keine Chance
Im dritten Achtelfinale des Abends kam es zum mit Spannung erwarteten englischen Duell zwischen Luke Littler und Nathan Aspinall. Dabei zeigte „The Nuke“ einmal mehr, warum er zu den besten Spielern der Welt gehört. Mit einem überragenden Average von rund 114 Punkten setzte sich Littler mit 10:5 durch und zog ebenfalls ins Viertelfinale ein.
Littler erwischte einen nahezu perfekten Start in die Begegnung. Der 19-Jährige spielte von Beginn an auf höchstem Niveau, glänzte mit mehreren 180ern und setzte Aspinall früh unter Druck. Die ersten vier Legs gingen allesamt an Littler, der damit schnell auf 4:0 davonzog und seinem Gegner kaum Möglichkeiten ließ. In den ersten vier Legs spielte er einen Average von 130 Punkten.
Doch Aspinall gab sich nicht auf. „The Asp“ kämpfte sich mit zwei Leggewinnen in Folge auf 2:4 heran und brachte damit wieder etwas Spannung in die Begegnung. Littler antwortete zwar mit dem nächsten Leggewinn zum 5:2, doch Aspinall blieb hartnäckig. Der ehemalige UK-Open-Champion gewann zwei weitere Legs und verkürzte den Rückstand auf 4:5.
Damit schien die Begegnung plötzlich wieder völlig offen zu sein. Doch Littler ließ sich von der Aufholjagd seines Gegners nicht beeindrucken und schaltete erneut einen Gang höher. Drei Legs in Folge brachten den Youngster mit 8:4 in Führung und damit wieder deutlich auf die Siegerstraße.
Aspinall gelang zwar noch ein weiterer Leggewinn zum 5:8, doch mehr ließ Littler nicht zu. Der Engländer sicherte sich die nächsten beiden Durchgänge und machte den 10:5-Erfolg perfekt. Mit seinem Average von rund 114 Punkten setzte „The Nuke“ ein deutliches Ausrufezeichen und unterstrich seine Titelambitionen bei der European Championship.
Jonny Clayton nutzt siebten Matchdart fürs Viertelfinale
Im letzten Achtelfinale des Abends trafen Jonny Clayton und Josh Rock aufeinander. Dabei erwischte der Waliser den deutlich besseren Start und setzte seinen nordirischen Gegner früh unter Druck. Clayton sicherte sich die ersten beiden Legs und glänzte dabei mit einem 57er-Checkout zum Break. Wenig später erhöhte „The Ferret“ sogar auf 3:0.
Erst im vierten Leg fand Rock besser in die Begegnung und verkürzte mit einem 61er-Finish auf 1:3. Anschließend verpasste der Nordire ein 156er-Checkout knapp auf der Doppel 18, doch Clayton ließ seinerseits drei Doppeldarts ungenutzt. Rock bestrafte diese Fehler und verkürzte vor der ersten Pause auf 2:3. Nach der Unterbrechung gelang ihm sogar der Ausgleich zum 3:3.
Doch Clayton fand anschließend wieder zu seinem Spiel und setzte sich erneut ab. Mit einem Treffer auf die Doppel 16 gelang dem Waliser das Break zum 5:3. Wenig später führte „The Ferret“ bereits mit 6:3, ehe Rock mit einem 34er-Checkout auf 4:6 verkürzte.
Clayton erhöhte anschließend auf 7:4, doch Rock gab sich keineswegs geschlagen. Mit einem 101er-Highfinish über die Doppel 16 verkürzte der Nordire auf 5:7. Anschließend gelang ihm mit einem sehenswerten 117er-Checkout sogar das Break zum 6:7. Allerdings konnte Rock diesen wichtigen Leggewinn nicht bestätigen. Clayton verpasste zunächst ein 121er-Finish auf dem Bullseye, checkte anschließend jedoch 49 Punkte über die Doppel 16 zum direkten Rebreak.
Auch im nächsten Leg behielt der Waliser die Kontrolle und erhöhte mit einem Treffer auf die Doppel 10 auf 9:6. Damit schien die Partie bereits entschieden, doch plötzlich bekam Clayton Probleme auf die Doppel. Zunächst vergab „The Ferret“ drei Matchdarts auf der Doppel 12, was Rock mit einem Treffer auf die Doppel 20 zum 7:9 bestrafte.
Im folgenden Leg setzte sich das Drama fort. Clayton verpasste zunächst ein 161er-Checkout auf dem Bullseye und ließ anschließend zwei weitere Matchdarts auf der Doppel 16 liegen. Rock, der das Leg mit sechs perfekten Darts begonnen hatte, nutzte die nächste Chance und verkürzte auf 8:9. Damit hatte Clayton bereits sechs Matchdarts vergeben und musste plötzlich wieder um seinen Viertelfinaleinzug zittern.
Doch im entscheidenden Moment zeigte der Waliser seine ganze Klasse. Mit einer 180 stellte sich Clayton 121 Restpunkte und verwandelte dieses spektakuläre Finish über das Bullseye zum 10:8-Erfolg. Nach einer zwischenzeitlichen 9:6-Führung und sechs vergebenen Matchdarts machte „The Ferret“ den Viertelfinaleinzug damit doch noch perfekt.