„Ich will tatsächlich um den Weltmeistertitel kämpfen“ – Stephen Bunting richtet nach Gala bei der Darts-EM den Blick auf die Darts WM

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Stephen Bunting (1)
Stephen Bunting hat sich am Samstagnachmittag souverän für das Viertelfinale der European Darts Championship in Dortmund qualifiziert. Der Engländer war Kim Huybrechts mit 10:3 deutlich überlegen und scheint nach einer schwierigen Phase wieder zu seiner Form zu finden. Nach dem Spiel sprach „The Bullet“ mit Dartsnews.de über sein zurückgewonnenes Selbstvertrauen, seine neuen Darts und seine Ziele für die kommenden Monate.
Bunting war mit seinem Auftritt gegen den Belgier sichtlich zufrieden. Vor allem seine Scoringstärke und seine Finishes stimmten ihn optimistisch. „Ich habe mich großartig gefühlt. Letzte Nacht habe ich gut geschlafen, auch wenn es immer schwierig ist, so früh spielen zu müssen. Heute Morgen bin ich erst kurz nach zehn an der Spielstätte angekommen. Aber ich bin mit meiner Leistung zufrieden, vor allem mit meinen Doppeln.“
Seinen Aufschwung führt Bunting unter anderem auf seine neuen Darts zurück. Der Engländer spielt inzwischen mit 21-Gramm-Darts und ist davon begeistert. „Ich bin so glücklich mit diesen Darts. Ich sollte jetzt wohl mit Target sprechen und sagen, dass sie mir 21-Gramm-Darts statt 23-Gramm-Darts machen sollen.“

„Es war ein langer und einsamer Weg“

Der Sieg beschert Bunting sein erstes Viertelfinale bei einem im Fernsehen übertragenen Turnier seit dem World Matchplay im vergangenen Jahr. „Ich habe immer geglaubt, dass ich auf dieses Niveau gehöre. Aber wenn man ständig nach Siegen und Selbstvertrauen sucht, wird der Weg lang und einsam. Man sieht, wie alle gut spielen und einem immer weiter davonziehen. Das ist schwer zu akzeptieren. Es ist eine bittere Pille.“
Dennoch hat Bunting nie daran gedacht, aufzugeben. „Ich habe unglaublich hart gearbeitet, um wieder das Niveau zu erreichen, auf dem ich sein sollte. Der Weg ist noch lang, aber ich glaube wirklich, dass mich diese Darts zu neuen Höhen führen können. Mit ihnen bin ich konstanter. Je öfter ich damit spiele, desto besser wird es.“
Dem Engländer zufolge war sein Formtief vor allem auf mangelndes Selbstvertrauen zurückzuführen. „Man verliert Spiele, die man eigentlich nicht verlieren sollte. Ich hatte eine gute Premier League und dachte, ich könnte darauf aufbauen, aber dazu kam es nicht. Manchmal läuft es einfach anders. Jeder kann heutzutage jeden schlagen, und manche Spieler scheinen sogar auf einem anderen Planeten zu spielen.“
Deshalb konzentriert sich Bunting vor allem auf seine eigene Leistung. „Ich arbeite weiter hart und versuche, die richtigen Dinge zu tun. Ich habe eine großartige Familie, ein hervorragendes Management und gute Sponsoren. Sie helfen mir, meine Ziele im Blick zu behalten.“
Stephen Bunting ballt die Fäuste
Stephen Bunting erzielte in seinem Spiel gegen Kim Huybrechts vier Finishes von über 100 Punkten.

Neue Darts sollen den Unterschied machen

In den vergangenen Wochen hat Bunting intensiv an seinen Finishes gearbeitet. Unterstützung erhielt er dabei von Harrison Leigh, einem guten Freund, den er auch auf der Development Tour betreut.
„Drei Tage lang haben wir sehr intensiv Finishes trainiert. Das zeigt sich jetzt in meinem Spiel. Ich weiß nicht, wie viele Finishes über 100 ich heute erzielt habe, vielleicht drei, vier oder fünf. Aber sobald ich auf einem Finish stehe, habe ich das Gefühl, dass ich es auch ausmachen kann.“
Auch der Wechsel zu anderem Material hat ihm geholfen. „Der Grip dieser Darts fühlt sich fantastisch an. Jedes Mal, wenn ich sie in die Hand nehme, fühlt es sich richtig an. Ich wollte außerdem schon länger auf K-Flex umsteigen, weil ich Probleme mit meinen Shafts und Flights hatte. Damit ist das Problem gelöst.“
Bunting hofft, dass ihm das verbesserte Material den entscheidenden kleinen Vorteil verschafft. „Man versucht immer, noch ein oder zwei Prozent herauszuholen. Manchmal ist der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage buchstäblich so dünn wie ein Draht. Dieser eine Draht kann darüber entscheiden, ob man Tausende Pfund gewinnt oder enttäuscht nach Hause fährt.“
Auch sein ungewöhnlicher Wurfstil kam zur Sprache. Bunting stand jahrelang auffällig weit rechts an der Oche und spielte früher sogar mit Darts, die nur zwölf Gramm wogen. „Als ich jung war, hing mein Vater die Dartscheibe zwischen einen Türrahmen. Die Scheibe hing etwas nach links, deshalb musste ich mich zum Werfen immer rechts hinstellen. Das hat sich schon früh eingeprägt.“
Wird er seinen Wurfstil irgendwann noch einmal ändern? „Ich bin von zwölf Gramm auf 18, dann auf 23 und jetzt auf 21 Gramm gewechselt. Vielleicht werfe ich bald mit links“, scherzte er.

Bunting will bei der WM um den Titel spielen

Obwohl Bunting mit dem Sieg gegen Huybrechts einen wichtigen Schritt gemacht hat, will er sich nicht von einem einzelnen guten Ergebnis blenden lassen. Er betont, dass Konstanz nötig ist, um wieder dauerhaft um die großen Titel mitzukämpfen.
„Es geht nicht um ein einziges gutes Spiel. Ich muss dafür sorgen, dass ich während des gesamten Turniers konstant spiele. Das ist mein Ziel für den Rest des Jahres 2026 und mit Blick auf 2027.“
Auch eine mögliche Rückkehr in die Premier League und die Teilnahme am Grand Slam of Darts gehen ihm durch den Kopf. Doch vorerst versucht er, diese Ziele in den Hintergrund zu rücken.
„Die Premier League, die Weltmeisterschaft und all die anderen schönen Dinge ergeben sich von selbst, wenn man jetzt gut spielt. Siege wie dieser geben Selbstvertrauen. Das 160er-Finish neulich war ein enormer Schub, und das hat man heute gesehen, besonders auf den Doppeln.“
Die Darts-Weltmeisterschaft steht ganz oben auf seiner Wunschliste. „Ich will die Saison in großartiger Form beenden und bei der WM wirklich um den Titel spielen, statt nur dabei zu sein. Siege schaffen Selbstvertrauen, und Selbstvertrauen führt wiederum zu großartigen Ergebnissen.“
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