Krzysztof Ratajski hat sich bei den
European Darts Open 2026 in Leverkusen einen weiteren großen Titel gesichert. Im Finale gegen Jermaine Wattimena musste der Pole zunächst einen Fünf-Leg-Lauf des Niederländers überstehen, ehe er sich am Ende mit 8:6 durchsetzte. Damit bleibt Ratajski in seiner European-Tour-Finalhistorie makellos: Aus drei Endspielen holte er drei Titel.
Für Wattimena bedeutet die Niederlage bittere Enttäuschung. Der Niederländer stand zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Finale der European Tour und hatte bereits die Führung übernommen, ehe ihm in der Schlussphase die Nerven einen Strich durch die Rechnung machten. Ratajski hingegen zeigte einmal mehr, warum ihn viele Experten als einen der nervenstärksten Spieler auf der Tour bezeichnen.
Der Weg ins Finale
Wattimena musste sich auf dem Weg ins Endspiel ordentlich strecken. Im ersten Viertelfinale gegen Luke Woodhouse setzte sich der Niederländer erst im Decider mit 6:5 durch, nachdem beide Spieler zunächst mit schwachem Average um die 80 Punkte ins Match gestartet waren. Im Halbfinale gegen Damon Heta lief es für "The Machine Gun" dann deutlich runder: Nach einem starken Beginn zog Wattimena schnell auf 5:1 davon und beendete die Partie letztlich souverän mit 7:2.
Dritter Titel im dritten Euro Tour Finale für den Polen
Ratajski zog ebenfalls über zwei enge Partien ins Finale ein. Gegen Titelverteidiger Nathan Aspinall setzte sich der Pole mit 6:4 durch, wobei die Partie lange auf Messers Schneide stand, bevor Ratajski im Scoring die Oberhand gewann. Im rein polnischen Halbfinale gegen Sebastian Bialecki lag der Weltranglisten-23. zunächst mit 0:3 zurück, ehe ein spektakuläres 170er-Checkout für den Ausgleich sorgte. Am Ende reichte ein starker Average von über 100 Punkten zum 7:5-Erfolg.
Wattimena greift an, Ratajski behält die Nerven
Im Finale übernahm Ratajski zunächst das Kommando und zog dank zweier starker Anfangslegs auf 3:0 davon. Wattimena kämpfte sich jedoch zurück ins Spiel und startete kurz vor der Mitte der Partie einen bemerkenswerten Lauf: Fünf Legs in Folge gingen an den Niederländer, darunter ein sehenswertes 84er-Checkout auf dem Bullseye. Beim Stand von 6:4 lag Wattimena plötzlich in Führung und schien auf dem besten Weg zu seinem ersten großen Titel.
Doch genau in dieser Phase zeigte Ratajski seine ganze Erfahrung. Der Pole fand zurück in seinen Rhythmus, glich zunächst zum 6:6 aus und übernahm anschließend selbst wieder die Führung. Wattimena hatte zwar noch die Chance, die Partie in ein entscheidendes Leg zu zwingen, vergab jedoch zwei Checkdarts bei 56 Rest. Ratajski nutzte die Gelegenheit eiskalt und verwandelte im Anschluss selbst zum 8:6-Endstand. Mit einem Average von 92,43 Punkten hatte der Pole am Ende knapp die Nase vorn gegenüber den 86,73 Zählern seines Gegners.
Bemerkenswert an diesem Finale war vor allem die Konstanz, mit der Ratajski auf den entscheidenden Punkt zurückschlug. Während Wattimena in der Crunchtime zunehmend Probleme auf den Doppelfeldern bekam, hielt der Pole in den entscheidenden Momenten die Nerven und ließ sich von seinem eigenen Rückstand nicht beeindrucken.
Blick nach Blackpool
Beide Finalisten reisen nun mit vielversprechenden Gefühlslagen zum World Matchplay nach Blackpool. Ratajski trifft dort bereits am Sonntag, den 19. Juli, in der ersten Runde auf Gian van Veen und wird sicherlich mit viel Selbstvertrauen aus Leverkusen anreisen. Wattimena hingegen bekommt es am selben Abend mit James Wade zu tun und wird versuchen, das Momentum aus Leverkusen mit zu transportieren.
Für die European Tour bleibt der Auftritt in Leverkusen dennoch ein Highlight der Saison: ein packendes Finale mit mehreren Wendungen, ein historisches rein polnisches Halbfinale und ein weiterer Beweis dafür, dass Krzysztof Ratajski zu den mental stärksten Spielern im Profi-Darts zählt. Wattimena darf sich trotz der Niederlage über seinen bislang größten Erfolg auf der European Tour freuen – der erste Finaleinzug dürfte für den Niederländer nur ein Etappenziel auf dem Weg zu seinem ersten großen Titel gewesen sein.