„Wir müssen etwas Neues ausprobieren, es wird zu vorhersehbar“ – Nathan Aspinall kritisiert das aktuelle PDC-Format und fordert Veränderungen

PDC
Freitag, 31 Juli 2026 um 18:00
Nathan Aspinall (2)
Nathan Aspinall findet, die PDC täte gut daran, den Turnierkalender und die Formate verschiedener Events genau zu prüfen. Obwohl der Engländer von der Idee einer sogenannten „Royal Rumble“ im Darts begeistert ist, glaubt er nicht, dass ein solches Konzept als offizielles Ranglistenturnier geeignet ist.
Die aktuelle Nummer fünfzehn der Welt reagierte damit auf eine Idee, die in diesem Jahr bereits die Unterstützung von Weltmeister Luke Littler erhielt. Aspinall würde selbst gern an einem solchen Spektakel teilnehmen, sieht aber zugleich die praktischen Hürden.
„Ich würde sehr gern bei etwas wie einer Royal Rumble mitmachen, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es wirklich funktioniert“, sagte Aspinall bei 247Bet.
„Man kann daraus ohnehin kein Ranglistenturnier machen. Wenn man so etwas organisiert, muss es ein Show-Event sein. Man sollte es zunächst ohne große Einsätze ausprobieren. So unterhaltsam es auch klingt, ich denke, es sollte immer eine Exhibition bleiben und kein offizielles PDC-Turnier.“

Topspieler werden nicht ohne Weiteres mitmachen

Laut Aspinall liegt das größte Problem vor allem in der Bereitschaft der Topspieler, für ein solches Event anzureisen. Ohne attraktives Preisgeld sieht er die absolute Weltspitze nicht teilnehmen.
„Wenn es ein Showturnier ist, werden sie wahrscheinlich nicht genug Preisgeld bieten können, um alle Topspieler aus aller Welt anzulocken.“
„Diese Einsatzbereitschaft bekommst du von den besten Spielern einfach nicht. Stell dir vor, du lässt Michael van Gerwen aus den Niederlanden einfliegen, um ein einziges Leg 501 zu spielen. Wenn er sofort verliert und dafür rund 500 Pfund bekommt, wird das natürlich nie passieren.“

„Die Tour ist zu vorhersehbar geworden“

Obwohl Aspinall also wenig in einer Royal Rumble als offiziellem PDC-Event sieht, findet er, dass der Verband mit dem bestehenden Kalender kreativer umgehen sollte. Nach Ansicht des zweifachen Major-Siegers ähneln sich die Formate vieler Turniere inzwischen zu sehr.
„Ich bin jetzt Dartprofi, das ist mein Beruf. Aber davor war ich vor allem Dartsfan. Und meiner Meinung nach wird die Tour sehr vorhersehbar. Es ist ständig ‚Best of 11‘.“
Nathan Aspinall jubelt
Aspinall fordert große Veränderungen im PDC-Kalender.
Aspinall verweist dabei unter anderem auf den World Grand Prix, ein Turnier, das seiner Ansicht nach seit Jahren Mühe hat, alle Tickets zu verkaufen. „Nehmen wir den World Grand Prix. Dieses Turnier kämpft praktisch jedes Jahr mit dem Kartenverkauf. Es ist Double-In, Double-Out und Best-of-3 Sätze.“
„Dieses Format ist seit Jahren gleich. Ich denke wirklich, dass es dort Spielraum für Veränderungen gibt. Wie diese Veränderungen aussehen sollten? Das weiß ich nicht genau. Vielleicht spielt man 701 statt 501. Oder man macht es noch härter, indem man Double-In, Double-Out 301 in einem kurzen Format spielt. Es gibt genügend Möglichkeiten, etwas Neues auszuprobieren.“

Auch die Premier League darf laut Aspinall wachsen

Nicht nur die Ausrichtung einzelner Turniere verdient laut Aspinall Aufmerksamkeit. Auch die Premier League Darts sei seiner Meinung nach reif für eine Erweiterung des Teilnehmerfeldes.
Derzeit besteht der prestigeträchtige Wettbewerb aus acht Spielern, doch laut dem Engländer ist die Breite der Weltspitze inzwischen so groß, dass ein größeres Feld gerechtfertigt ist. „Ich weiß nicht genau, welche Änderungen man vornehmen sollte, aber ich denke absolut, dass es dafür Raum gibt.“
„Darts boomt enorm. Wir sollten jedes Turnier so attraktiv wie möglich machen und überall volle Hallen haben. Auch die Premier League muss sich nächstes Jahr verändern. Das muss einfach. Und nicht nur, weil ich selbst gern dabei wäre. Es gibt mittlerweile genug starke Spieler und die Spitze ist breit genug, um das Teilnehmerfeld auf zehn, zwölf oder sogar sechzehn Spieler zu erweitern.“
Aspinall schließt mit einem klaren Appell an die PDC. „Ich denke, manche Turniere brauchen einen frischen Impuls. Probieren wir etwas aus, um dem Sport eine neue Dynamik zu geben.“
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