„Fallon Sherrock hätte nicht ausgewählt werden dürfen“ – Mark Webster kritisiert umstrittene Entscheidung bei Luke Littlers Netflix-Show
PDC
Fallon Sherrocks Teilnahme an der Netflix-Show „Beat Luke Littler“ sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Die 32-jährige Engländerin gewann am Freitagabend 501.000 Pfund, indem sie Luke Littler besiegte. Der frühere Lakeside-Weltmeister Mark Webster findet jedoch, Sherrock hätte gar nicht erst ausgewählt werden dürfen. Der Sky-Sports-Experte hält es für einen Fehler der Veranstalter, eine erfahrene Spitzenspielerin zu einer Sendung einzuladen, in der es vor allem um Amateure ging.
Sherrock sorgte am Freitagabend in Manchester für ein sensationelles Finale bei „Beat Luke Littler“. In einem Leg auf 501 Punkte besiegte sie den zweifachen Weltmeister und sicherte sich damit den zweithöchsten Einzelpreis in der Geschichte des Dartsports. Nur Littler hat mit einem einzigen Sieg jemals mehr verdient: Zu Beginn dieses Jahres erhielt er für den Gewinn der Darts-Weltmeisterschaft eine Million Pfund.
Sherrocks Sieg brachte ihr erneut weltweite Aufmerksamkeit ein. In der Dartswelt ist die Engländerin allerdings keineswegs unbekannt. Im Dezember 2019 schrieb sie Geschichte, als sie als erste Frau überhaupt ein Match bei der PDC-Weltmeisterschaft gewann. Damals erreichte sie die dritte Runde und wurde international bekannt.
Danach setzte „The Queen of the Palace“ weitere Meilensteine. Sie war die erste Frau, die das Viertelfinale des Grand Slam of Darts erreichte, und warf 2023 als erste Frau bei einem im Fernsehen übertragenen Turnier einen Neundarter.
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In der Netflix-Sendung wurde Sherrock dem Publikum dennoch als Friseurin aus Milton Keynes vorgestellt. Obwohl sie laut den offiziellen Teilnahmebedingungen antreten durfte, da sie keine PDC Tour Card besitzt, sorgte ihre Teilnahme für Kritik.
Webster nimmt Sherrock in Schutz, kritisiert aber die Auswahl
Auch Mark Webster sieht die Entscheidung der Veranstalter kritisch. Der frühere Weltmeister betont gegenüber Sky Sports jedoch, dass Sherrock selbst nichts falsch gemacht habe.
„Die Kritik an Fallon ist nicht gerechtfertigt, denn sie hat selbst nichts falsch gemacht“, sagt Webster. „Letztlich finde ich, dass sie nicht hätte ausgewählt werden dürfen. Aber man kann Fallon natürlich nicht vorwerfen, dass sie die Chance auf eine halbe Million Pfund ergreift. Das ist völlig verständlich.“
Laut dem Waliser bewies Sherrock zudem, dass sie unter Druck hervorragend spielen kann. „Das war ein gutes Leg. Ich glaube aber nicht, dass sie sich von der Kritik groß beeindrucken lässt. Auf ihrem Konto ist inzwischen eine ordentliche Summe, oder? Also macht sie einfach weiter. Die Leute vergessen solche Dinge auch wieder.“
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Webster erwartet, dass das hohe Preisgeld ihrer weiteren Karriere zugutekommt. „Sie wird das ziemlich gelassen nehmen. Ich sage nicht, dass sie finanzielle Probleme hat, aber dieser Betrag wird ihr in Zukunft enorm helfen. Damit kann sie sich selbst einiges ermöglichen. Jetzt muss sie sich einfach wieder auf den Rest des Jahres vorbereiten.“

Sherrock gewann mit ihrem Sieg stolze 501.000 Pfund.
Ärger über verpasste Chance für 15-jähriges Darts-Talent
Webster wirft nicht nur Fragen zu Sherrocks Teilnahme auf. Auch das Konzept der Sendung hätte seiner Meinung nach besser umgesetzt werden können. Während der Übertragung erhielten mehrere Teilnehmer die Chance, Littler in einem Leg zu besiegen. Doch nicht alle angekündigten Spieler kamen tatsächlich zum Einsatz.
Der 14-jährige Jayden Walker, den manche Dartsfans bereits mit Littler vergleichen, durfte auf die Bühne. Das junge Talent hatte Littler bei einem Schaukampf bereits einmal ein Leg abgenommen, konnte diesen Erfolg am Freitagabend jedoch nicht wiederholen.
Für Mitchell Lawrie verlief der Abend noch enttäuschender. Der 15-jährige Schotte, der die WDF-Weltrangliste anführt, war zuvor als einer der größten Herausforderer Littlers vorgestellt worden. Letztlich bekam er jedoch nicht einmal die Gelegenheit, seine Pfeile zu werfen.
Webster findet, auch die übrigen Teilnehmer hätten eine Chance erhalten müssen. „Ich finde nicht, dass Sherrock hätte mitmachen dürfen. Auch die Darstellung der Sendung als Wettbewerb, in dem ein Amateur Luke Littler besiegen konnte, war nicht gut, denn viele Teilnehmer waren überhaupt keine Amateure. Fallon ist eine professionelle Dartspielerin.“
„Meines Wissens sollte Mitchell Lawrie ebenfalls noch spielen, aber er kam nicht mehr an die Reihe. Ich finde, sie hätten die verbleibenden Legs einfach noch spielen sollen. Dann hätten die anderen Teilnehmer Fallon gegebenenfalls einen Teil des Preisgeldes abnehmen können, wenn sie ebenfalls gewonnen hätten.“
Der ehemalige Dartspieler hatte dafür auch eine Alternative parat. „Wenn noch jemand gewonnen hätte, hätte man Fallons Preisgeld aufteilen können. Das hätte für zusätzliche Spannung gesorgt.“
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Trotz Kritik lobt Webster die Netflix-Produktion
Obwohl Webster die Auswahl der Teilnehmer und die Verteilung des Hauptpreises hinterfragt, blickt er positiv auf die erste Ausgabe von „Beat Luke Littler“ zurück. „Ich fand die Sendung fantastisch. Die Produktion war großartig und das Konzept gut durchdacht“, sagt Webster.
Seine Kritik richtet sich daher vor allem gegen die Auswahl der Teilnehmer. „Ich glaube nur, dass das Auswahlverfahren eine Grauzone war.“
Damit schließt sich Webster der Diskussion an, die nach der Netflix-Show entbrannt ist. Sherrock gewann dank ihres Sieges ein Vermögen. Dennoch bleibt die Frage, ob eine Dartspielerin mit ihrer Erfahrung in eine Sendung gehörte, die Amateuren die Chance geben sollte, gegen den besten Dartspieler der Welt anzutreten.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








