Der Samstagnachmittag bei der
Flanders Darts Trophy 2026 in Antwerpen steht ganz im Zeichen des deutschen Darts – allerdings aus den falschen Gründen. Martin Schindler verliert sein Zweitrundenduell gegen Rob Cross knapp mit 4:6 und verpasst damit zum ersten Mal seit vier Jahren die Qualifikation für den World Grand Prix in Leicester.
Dabei beginnt die Partie für den Deutschen vielversprechend. Mit einem starken 15-Darter über das Bullseye zum 88er-Checkout sichert sich "The Wall" das erste Anwurfleg. Auch im weiteren Verlauf hält Schindler mit seinem Gegner mit und geht zwischenzeitlich sogar in Führung. Am Ende reicht die Konstanz jedoch nicht: Cross zieht mit einem 87er-Checkout und einem soliden 12-Darter zum Matchgewinn davon.
Cross nutzt Schindlers Schwächephase
Über weite Strecken entwickelt sich ein enges Duell auf Augenhöhe. Schindler gleicht mehrfach aus und schöpft nach einem starken Checkout auf Doppel 16 sogar wieder Hoffnung, als er zum 4:4 ausgleicht. Doch genau in dieser entscheidenden Phase lässt die deutsche Nummer eins nach. Beim Stand von 4:4 findet er überhaupt nicht mehr ins Scoring, während Cross konsequent bleibt und binnen 15 Darts zur 5:4-Führung checkt. Im entscheidenden zehnten Leg lässt der Engländer nichts mehr anbrennen und beendet die Partie souverän.
Cross trifft morgen auf James Wade oder Jim Long
Am Ende steht ein 84,67er-Average für Schindler zu Buche, deutlich weniger als die 92,98 Punkte seines Gegners. Auch bei der Doppelquote liegt Cross mit 27,27 Prozent klar vor dem Deutschen, der nur vier seiner 15 Doppelchancen nutzt. Die Konsequenz dieser Niederlage wiegt schwer: Zum ersten Mal seit vier Jahren fehlt Schindler beim prestigeträchtigen Double-In-Double-Out-Major in Leicester.
Smith und Searle überzeugen, Dobey und Woodhouse ziehen weiter
Deutlich zufriedener kann Ross Smith seine Tasche packen. Der Spitzenreiter der European Tour Order of Merit gewinnt sein Duell gegen den Schweden Jeffrey de Graaf mit 6:2 und liefert dabei die beste Leistung des gesamten Nachmittags ab. Mit einem Average von über 100 Punkten und einer starken Doppelquote von 75 Prozent zieht der Weltranglisten-14. früh davon und lässt seinem Gegner am Ende nur wenig Gegenwehr.
Auch Ryan Searle präsentiert sich in guter Form. Nach einem Rückstand gegen den Lokalmatador Andy Baetens dreht "Heavy Metal" die Partie und gewinnt sechs Legs in Folge, darunter beeindruckende Finishes über 105, 32 und 122 Punkte. Am Ende steht ein deutlicher 6:2-Erfolg, mit dem Searle den Heimfavoriten aus dem Turnier wirft.
Chris Dobey lässt gegen Niels Zonneveld ebenfalls keine Zweifel aufkommen. Der Brite startet druckvoll und sichert sich die ersten drei Legs, ehe er die Partie letztlich mit 6:1 für sich entscheidet. Auffällig ist dabei vor allem die schwache Doppelquote von nur neun Prozent auf Seiten seines Gegners, die auf diesem Niveau keine Aussicht auf Erfolg lässt.
Luke Woodhouse, aktuell einer der formstärksten Spieler der Saison, setzt sich gegen William O'Connor mit 6:3 durch. Beide Akteure zeigen dabei ein konstant hohes Niveau mit einem First-Nine-Average von rund 110 Punkten, ehe sich am Ende die Konstanz des Engländers auszahlt.
Weiteres World-Grand-Prix-Drama: Doets und Noppert setzen sich durch
Auch abseits von Schindlers Aus sorgt der Kampf um die
letzten Startplätze für Leicester für Spannung. Karel Sedlacek verliert sein Duell gegen Jermaine Wattimena mit 3:6 und verabschiedet sich damit ebenfalls aus dem Rennen um den World Grand Prix. Der Tscheche kämpft sich zwar mit einem sehenswerten 150er-Checkout zurück ins Spiel, kann den frühen Rückstand aber nicht mehr aufholen.
Ein echter Krimi entwickelt sich zwischen Krzysztof Ratajski und Kevin Doets. Erst im Entscheidungsleg setzt sich der Niederländer mit 6:5 durch, nachdem Ratajski zuvor einen Matchdart auf Doppel 20 vergibt. Doets nutzt seine Chance und zieht damit ins Achtelfinale ein.
Keine Probleme hat dagegen Danny Noppert. Der Niederländer lässt seinem Landsmann Chris Landman beim 6:2-Erfolg wenig Chancen und feiert damit bereits seinen neunten Sonntag auf der European Tour in dieser Saison.