„George kann man niemals ersetzen“ – neuer PDC-Schiedsrichter Owen Binks spricht über großen Druck vor seiner ersten Darts-WM
PDCFür Owen Binks geht ein Lebenstraum in Erfüllung. Schon als Kind stellte er sich vor, eines Tages mit dem Mikrofon in der Hand auf einer großen PDC-Bühne zu stehen und die besten Dartspieler der Welt als Schiedsrichter zu begleiten. Inzwischen ist dieser Wunsch Wirklichkeit geworden. Doch mit seinem Aufstieg wartet zugleich eine gewaltige Herausforderung auf den Engländer: Er tritt die Nachfolge jenes Mannes an, den er selbst für den besten Schiedsrichter hält, den der Dartsport jemals gesehen hat.
Nach dem Rücktritt von George Noble wurde Binks in das feste Schiedsrichterteam der Professional Darts Corporation aufgenommen. Gemeinsam mit Kirk Bevins, Huw Ware und Charlie Corstorphine wird er künftig die großen Turniere der PDC begleiten. Besonders seine erste Darts WM in dieser neuen Rolle wirft bereits ihre Schatten voraus. Binks weiß schließlich genau, welches Ansehen sein Vorgänger genießt und wie groß die Erwartungen an dessen Nachfolger sind.
„Der beste Schiedsrichter aller Zeiten“ – Binks verneigt sich vor George Noble
„Für mich ist er der beste Schiedsrichter aller Zeiten. Ich habe zu ihm aufgeschaut“, erklärt Binks im Gespräch mit The Sporting News. Dabei betont er, dass ihn nicht nur Noble, sondern auch zahlreiche andere bekannte Stimmen des Dartsports geprägt haben. „Ich habe mich eigentlich für all diese Schiedsrichter interessiert, denn jeder von ihnen ist auf seine eigene Art großartig. Russ Bray ist eine Legende, Paul Hinks war Schiedsrichter, als ich noch als Fan zugeschaut habe, und Bevins hat mir geholfen und mir den richtigen Weg gezeigt. Inzwischen sind sie alle Kollegen oder ehemalige Kollegen. Ich habe größten Respekt vor ihnen.“
George Noble prägte als PDC-Schiedsrichter über Jahrzehnte den Dartsport. Sein Nachfolger Owen Binks bezeichnet ihn als „besten Schiedsrichter aller Zeiten“.
„George kann man niemals ersetzen“ – der Druck vor der ersten Weltmeisterschaft
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Mit dem Abschied von George Noble ging eine Ära zu Ende. Über Jahrzehnte hinweg gehörte der Engländer zu den bekanntesten und angesehensten Schiedsrichtern der PDC. Seine Stimme prägte unzählige große Darts-Momente. Binks ist sich deshalb bewusst, dass er eine außergewöhnliche Persönlichkeit beerbt. Gleichzeitig möchte er seinen eigenen Stil entwickeln, statt lediglich zu versuchen, seinen Vorgänger zu kopieren.
„Wenn ich zur Weltmeisterschaft fahre, wird auf mir definitiv großer Druck lasten. Ich werde nervös sein“, gibt Binks offen zu. „George kann man niemals ersetzen, aber ich möchte auch anders sein als George. Das sind wirklich große Fußstapfen. Natürlich gibt es Druck, denn wenn dir ein Fehler unterläuft, kann ihn die ganze Welt sehen.“
Die enorme öffentliche Aufmerksamkeit, die mit seinen neuen Aufgaben einhergeht, ist für den Engländer noch immer ungewohnt. Dabei verfügt Binks bereits über reichlich Erfahrung im professionellen Dartsport. Bevor er den Sprung auf die großen PDC-Bühnen schaffte, war er jahrelang in unterschiedlichen Funktionen tätig. Unter anderem arbeitete er als Schreiber und TV-Spotter, während er gleichzeitig Tausende Begegnungen als Schiedsrichter leitete und sich so Schritt für Schritt auf seine heutige Rolle vorbereitete.
Seine Begeisterung für diesen besonderen Beruf entwickelte sich allerdings schon in jungen Jahren. Während andere Kinder ihre Lieblingsspieler bewunderten, faszinierte Binks vor allem die mathematische Seite des Dartsports. „Ich war ein etwas seltsames Kind“, erinnert er sich schmunzelnd. „Mich interessierte vor allem der rechnerische Teil. Zu Hause versuchte ich, die Punkte schneller anzusagen als der Schiedsrichter, und lernte die verschiedenen Muster.“
Während zahlreiche junge Dartsfans davon träumen, eines Tages selbst auf der großen WM-Bühne zu stehen und mit einem entscheidenden Treffer auf ein Doppelfeld den Weltmeistertitel zu gewinnen, hatte Binks von Anfang an ganz andere Vorstellungen. Nicht die Karriere als Profispieler, sondern die Arbeit am Mikrofon begeisterte ihn. „Ich habe selbst ein wenig Darts gespielt, aber aus irgendeinem Grund wollte ich viel lieber Schiedsrichter werden“, erzählt er. „Ich war nie besonders gut, und der Gedanke, Profispieler zu werden, kam mir eigentlich nie.“
Bereits im Alter von 17 Jahren suchte Binks deshalb den Kontakt zu Kirk Bevins und bat den erfahrenen PDC-Schiedsrichter um Ratschläge für seinen weiteren Weg. In der Folge erhielt er erste Einsätze als Schreiber und arbeitete sich kontinuierlich nach oben. Über die Challenge Tour und die ProTour sammelte er wertvolle Erfahrungen, ehe sich schließlich auch die Türen zu den großen Fernsehturnieren der PDC öffneten.
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Gänsehaut bei Gian van Veens 9-Darter: Binks erlebt einen unvergesslichen Moment
Schon in den ersten Wochen als festes Mitglied des PDC-Schiedsrichterteams durfte Binks einen Augenblick erleben, den er wohl niemals vergessen wird. Im Finale der Poland Darts Open stand er am Mikrofon, als Gian van Veen einen spektakulären 9-Darter spielte. Ausgerechnet bei einem seiner ersten großen Einsätze durfte der Engländer damit eines der seltensten Kunststücke des Dartsports ansagen. Die Emotionen waren selbst für den erfahrenen Schiedsrichter kaum zu unterdrücken.
„So etwas habe ich noch nie erlebt. Es ging mir durch den ganzen Körper“, beschreibt Binks den besonderen Moment. „Beim siebten und achten Dart spürte ich mein Herz richtig schlagen. Als Schreiber habe ich von der Bühne aus schon viele 9-Darter erlebt. Doch bei meinem ersten Wochenende als Schiedsrichter in einem Finale zu wissen, dass man darauf reagieren muss … Das war ein unglaubliches Gefühl.“
Dabei war es vor allem die Mischung aus Nervosität, Begeisterung und professioneller Verantwortung, die diesen Augenblick für ihn so außergewöhnlich machte. „Es war mehr Adrenalin, als ich je zuvor gespürt habe. Mein Kopf war wie auf einem anderen Planeten. Dann muss man einfach professionell bleiben und die Worte herausbringen.“
Für Binks war dieser 9-Darter ein weiterer Höhepunkt auf einem Weg, der einst als begeisterter Zuschauer vor dem heimischen Fernseher begonnen hatte. Damals verfolgte er die Weltmeisterschaft und versuchte, die Scores schneller zu berechnen als die Schiedsrichter auf der Bühne. Heute ist er selbst Teil jener Welt, die ihn schon als Kind so sehr faszinierte.
Schon bald wird seine eigene Stimme durch den Alexandra Palace in London hallen. Für Binks ist allein dieser Gedanke noch immer kaum zu begreifen. „Ich habe meinen Traumberuf erreicht“, schwärmt der Engländer. „Wenn ich Turniere leiten darf, gibt es immer noch Momente, in denen ich mich kneifen muss. Dann denke ich: Wie kann das sein? Bei der Weltmeisterschaft arbeite ich jeden Tag bis zum Finale. Vom ersten Tag an wollte ich genau hier sein: mit dem Mikrofon in der Hand. Wenn ich auf dieser Bühne stehe, bin ich wirklich glücklich. Es ist ein großartiges Gefühl.“
Trotz aller bisherigen Erfolge und der bevorstehenden WM-Premiere hat Binks allerdings noch ein großes persönliches Ziel vor Augen. Eines Tages möchte er nicht nur bei der Weltmeisterschaft auf der Bühne stehen, sondern auch das wichtigste Match des gesamten Dartsjahres leiten. „Mein Traum ist es, irgendwann ein WM-Finale ansagen zu dürfen“, verrät er abschließend. „Wir werden sehen, wo ich am Ende lande. Ich habe keine Ahnung.“

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










