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„Ich hätte lieber gegen Michael gespielt als gegen Niels“: Luke Humphries gewinnt nach schwerer Krankheit Players Championship 33 im Finale gegen Niels Zonneveld

PDC
Luke Humphries lächelt.
Luke Humphries hat bei Players Championship 33 in Leicester ein starkes Comeback auf der Pro Tour gefeiert. Der Engländer besiegte im Finale Niels Zonneveld mit 8:4 und sicherte sich den Titel. Der Triumph überrascht, denn „Cool Hand Luke“ lag in den vergangenen Wochen schwer krank im Bett. Eine Lebensmittelvergiftung warf ihn zurück, kostete ihn etwa sieben Kilogramm Körpergewicht und zwang ihn zur Absage bei der European Championship.
Für Humphries war es der vierte Players-Championship-Titel der Saison, dabei bestritt er erst sein zehntes Floor-Turnier des Jahres. Im Finale spielte er einen Average von knapp 104 Punkten. Mit dem sofortigen Erfolg in Leicester hatte er selbst nicht gerechnet.

Humphries verlor wegen Lebensmittelvergiftung einen Stone

Humphries ging es nach eigener Aussage nicht um den Titel, sondern um den Gesundheitstest: „Ehrlich gesagt wollte ich heute und an den nächsten beiden Tagen vor allem sehen, wie es um meine Energie steht. Ich war die letzten zwei Wochen wirklich krank. Ich hatte eine Lebensmittelvergiftung und habe mich seit der Swiss Darts Trophy dreieinhalb Wochen kaum bewegt.“ Er verbrachte die Zeit auf dem Sofa oder im Bett. Deshalb reiste er nach Leicester, um Kraft zu tanken und herauszufinden, wo sein Spiel steht.
Luke Humphries (1)
Luke Humphries gewann bereits seinen vierten Players Championship Titel 
Die Krankheit setzte dem Engländer auch körperlich zu. „Ich habe einen Stone abgenommen. Als ich mich nach acht oder neun Tagen gewogen habe, dachte ich nur: ‚Du meine Güte, was ist denn hier los?‘ Durch normales Essen habe ich wahrscheinlich ein paar Pfund wieder zugelegt, aber anfangs konnte ich nichts essen“, erzählte er.
Besonders schwer fiel Humphries die Absage bei der European Championship. „Wenn es irgendwie geht, verpasse ich nie ein Major. Ich glaube, das war das erste, das ich auslassen musste. Ich war am Boden zerstört, weil ich zuvor in guter Form war. Ich hatte den Grand Prix gewonnen, dazu die Swiss Darts Trophy, und ich hatte richtig gut gespielt“, sagte er.
Humphries hatte zuvor Selbstvertrauen getankt. „Ich dachte: ‚Ich fühle mich wieder ein Stück besser und kann vielleicht noch etwas Großes in diesem Jahr erreichen.‘ Ein Turnier absagen zu müssen, ist ein Rückschritt“, erklärte er. Zwei Wochen lang griff er gar nicht zu den Pfeilen, erst in den vergangenen vier Tagen warf er wieder ein paar Darts.
Der Erfolg in Leicester gibt ihm nun neues Vertrauen. „Man merkt, dass man ein Stück weit dort weitermacht, wo man aufgehört hat. Das ist gut für mich, denn ich wollte hier nicht enttäuschen“, sagte Humphries.

„Ich hätte lieber gegen Michael gespielt als gegen Niels“

Auf dem Weg zum Titel schlug Humphries unter anderem Gerwyn Price und Gary Anderson. Anderson spielte gegen ihn einen Average von über 106 Punkten, doch Humphries setzte sich durch. Im Finale traf er auf Niels Zonneveld, vor dem er großen Respekt hat.
„Ich mag Niels sehr. Er gehört für mich zu den nächsten starken niederländischen Spielern, die uns noch lange begleiten werden. Ich mag seine Art zu scoren, er ist ein richtig schwerer Scorer“, lobte Humphries seinen Finalgegner.
Entsprechend nervös ging er in die Partie. „Ich war ein bisschen angespannt, weil ich wusste, dass er so stark scort. Er ist ein bisschen wie ich, und ein paar Doppel hier und da hätten das Spiel komplett drehen können. Ich war wirklich sehr nervös“, gestand der Engländer.
Er legte nach: „Es klingt verrückt, aber ich hätte lieber gegen Michael gespielt als gegen Niels, weil Niels im Aufwind ist. Ich habe ihm gesagt: Es ist lustig, wie man ein Finale erreicht und auf einmal alle wie Bosse auftreten.“

Humphries will die nächste WM

Obwohl Humphries 2026 bereits mehrere Turniere gewonnen hat, bleibt sein Ehrgeiz hoch. Ein weiterer Weltmeistertitel zählt zu seinen wichtigsten Zielen.
„Ich habe vier Players-Championship-Titel geholt, bin Euro-Tour-Sieger und World-Series-Sieger. Ich habe in diesem Jahr einige gute Dinge geschafft, und mein Jahresschnitt ist besser denn je“, bilanzierte er. „Es gibt aber noch so vieles, was ich erreichen will. Ich will noch einen Major gewinnen. Wenn es nicht der Grand Slam oder die Players Championship Finals sind, dann will ich die Weltmeisterschaft gewinnen.“
Humphries denkt dabei an sein Vermächtnis: „Danach suche ich gerade: meinen Namen in die Geschichte der Größten einzutragen. Davon bin ich noch weit entfernt, deshalb muss ich noch viel gewinnen, vor allem Weltmeistertitel.“

Humphries richtet Gruß an Archie Self

Zum Schluss fand Humphries lobende Worte für Archie Self, seinen Gegner in der ersten Runde. Beide wuchsen in derselben Stadt auf. „Ich möchte aus eigenem Antrieb sagen, dass das erste Spiel heute gegen Archie Self eine Erwähnung verdient. Wir kommen aus demselben Ort. Ich erinnere mich, wie ich als 13-Jähriger mit ihm gedartet habe, als er vier oder fünf war. Er hatte ein kleines Board an einem Stand und warf dort seine Darts“, erinnerte sich Humphries.
Das Wiedersehen auf der großen Bühne bewegte ihn. „Es war surreal, heute ein Profispiel gegen ihn zu bestreiten. Ich war nervös wie noch nie in einem Pro-Tour-Spiel, weil es so unglaublich ist. Vor etwa 15 Jahren hatte er ein kleines Board auf einem Sitz und warf Darts. Ich habe ihm erklärt, wie es geht, und jetzt spielen wir Profispiele gegeneinander. Ein Gruß an Archie!“
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