World Cup of Darts 2026: Deutschland verpasst Halbfinaleinzug gegen starke Niederländer – England und Nordirland überstehen Entscheidungslegs-Krimis
PDC
Der Traum vom Heimtitel ist für Deutschland beim World Cup of Darts 2026 geplatzt. Martin Schindler und Ricardo Pietreczko lieferten in der Frankfurter Eissporthalle erneut eine starke Vorstellung ab, mussten sich im Viertelfinale jedoch einer überragenden niederländischen Auswahl mit 4:8 geschlagen geben. Michael van Gerwen und Gian van Veen zeigten nach anfänglichen Problemen ihre ganze Klasse und zogen mit einem Average von über 102 Punkten verdient ins Halbfinale ein. Dort wartet nun Titelverteidiger Nordirland.
Für das deutsche Duo endet damit dennoch ein gelungenes Turnier. Nach dem Gruppensieg und dem Achtelfinalerfolg gegen Tschechien präsentierten sich Schindler und Pietreczko über das gesamte Wochenende als eines der stärksten Teams im Feld. Gegen die enorme Scoring-Power der Niederländer fanden sie am Sonntagnachmittag allerdings zu selten Antworten.
Niederlande setzen Statement
Dabei begann die Partie aus deutscher Sicht nahezu perfekt. Schindler brachte die Eissporthalle mit einer starken Anfangsphase früh zum Jubeln und sorgte für die Führung. Kurz darauf gelang Deutschland sogar ein Break, nachdem die Niederländer Chancen auf die Doppel ungenutzt ließen. Doch anschließend übernahmen van Gerwen und van Veen zunehmend die Kontrolle.

Deutschland verlor ihr Viertelfinale gegen die Niederlande mit 8:4
Vor allem der dreimalige Weltmeister van Gerwen fand immer besser in die Begegnung. Gemeinsam mit seinem Partner spielte er mehrere hochklassige Legs, darunter einen spektakulären 10-Darter, der die Dynamik endgültig auf die Seite der Oranje-Auswahl brachte. Aus einem Rückstand machten die Niederländer eine Führung zur Pause und legten nach dem Seitenwechsel sofort nach. Sechs der letzten sieben Legs gingen an das favorisierte Duo. Besonders beeindruckend war dabei die Kombination aus konstantem Scoring und perfekt getimeten Doppeln, die den Deutschen immer wieder Schmerzen bereiteten.
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Richtig dramatisch verlief das zweite Viertelfinale zwischen England und Wales. Lange Zeit sah es nach einer Überraschung aus. Jonny Clayton und Nick Kenny erwischten den deutlich besseren Start und führten zwischenzeitlich sogar mit 5:2. Vor allem Kenny vertrat den fehlenden Gerwyn Price hervorragend und spielte eine starke Partie.
Doch England kämpfte sich zurück. Wie es sich für die beiden besten in der Weltrangliste gehört, steigerten Luke Humphries und Luke Littler ihr Niveau kontinuierlich und drehten die Begegnung mit mehreren starken Legs in Serie. Einer der größten Moment des Nachmittags gehörte Littler. Beim Stand von 6:6 zauberte „The Nuke“ ein spektakuläres 170er-Finish ins Board und brachte England damit ganz nah an den Sieg, während Kenny bereit zum Break stand. Wales wehrte sich jedoch bis zum Schluss und erzwang das Entscheidungsleg. Dort zeigte sich England letztlich abgeklärter. Littler verwandelte den entscheidenden Matchdart zum 8:7-Erfolg und schickte den Topfavoriten ins Halbfinale. England will in Frankfurt seinen insgesamt sechsten World-Cup-Titel gewinnen und die Enttäuschung des Vorjahres vergessen machen.
Dramatischer Sieg für den Titelverteidiger – Schottland souverän
Auch Titelverteidiger Nordirland musste bis an die Grenze gehen. Gegen die überraschend starken Letten um Madars Razma und Valters Melderis entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Lettland spielte mutig und führte zwischenzeitlich sogar mit 4:1.
Nach der Pause zeigte Nordirland jedoch die Qualitäten eines Champions. Josh Rock und Daryl Gurney erhöhten das Tempo deutlich und gewannen vier Legs in Folge. Als beim Stand von 7:5 bereits alles auf einen nordirischen Sieg hindeutete, konterte Razma mit einem starken 95er-Finish. Kurz darauf gelang Lettland sogar das Break zum 7:7. Im Entscheidungsleg lieferten beide Teams noch einmal große Momente. Den Höhepunkt setzte Rock mit einem sensationellen 144er-Finish, während Lettland bei 24 Rest zum Matchgewinn lauerte. Der Sieger aus 2025 rettete sich damit ins Halbfinale und wahrte die Chance auf die erfolgreiche Titelverteidigung.
Im ersten Viertelfinale des Tages setzte Schottland seinen beeindruckenden Lauf fort. Gary Anderson und Cameron Menzies knüpften nahtlos an ihre starken Leistungen der Vortage an und besiegten Irland mit 8:5. Die Schotten starteten furios, erspielten sich früh mehrere Breaks und beeindruckten mit einem konstant hohen Niveau.
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Irland gab sich allerdings nicht auf. Mickey Mansell und William O’Connor kämpften sich mit mehreren starken Legs zurück und verkürzten zwischenzeitlich auf 4:5. Anderson und Menzies behielten jedoch die Ruhe. Ein starker 11-Darter zum 7:5 brachte die Vorentscheidung, ehe Menzies den Halbfinaleinzug perfekt machte. Mit einem Average knapp unter der 100-Punkte-Marke unterstrichen die Schotten einmal mehr ihre Titelambitionen. Nach dem klaren 8:0 gegen Norwegen und dem Viertelfinalerfolg zählen Anderson und Menzies nun zu den heißesten Anwärtern auf den Titelgewinn.
Damit stehen die Halbfinalpaarungen fest: Schottland trifft auf England, während die Niederlande gegen Titelverteidiger Nordirland antreten.

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









