„Du denkst: Er kann die 170 unter diesem Druck und in diesen Umständen doch nicht ausmachen? Aber dann tat er es doch“ – Humphries voller Unglauben nach Glanzstück von Littler
PDC
England hat sich am Sonntagnachmittag nach einem nervenaufreibenden Duell für das Halbfinale des World Cup of Darts qualifiziert. Luke Humphries und Luke Littler setzten sich in Frankfurt mit 8:7 gegen Wales durch, doch leicht fiel ihnen das keineswegs.
Im Anschluss waren sich beide englischen Stars einig, dass das Match vielleicht nicht den höchsten Average hatte, aber alles bot, was eine echte World-Cup-Klassikerpartie braucht.
„Ehrlich gesagt ist das so ein Spiel, bei dem man erst hinterher merkt, wie gut es eigentlich war“, sagte Humphries bei Viaplay. „Alle vier Spieler haben ihren Beitrag geleistet. Es ging vielleicht nicht um Averages jenseits der Hundert, aber das macht ein Match nicht automatisch großartig. Die Spannung, die Wechsel im Momentum, sie vergeben, wir vergeben, sie treffen, wir treffen – genau das macht es zu einem fantastischen Spiel.“
Die Nummer zwei der Welt genoss das Spektakel sichtlich, wobei vor allem Erleichterung überwog. „Was für ein Match, Teil davon zu sein. Natürlich sind wir unglaublich froh, dass wir es gewonnen haben und ins Halbfinale einziehen. Jetzt freuen wir uns auf heute Abend.“
Entscheidendes fünftes Leg
Einer der Schlüsselmomente kam früh in der Partie. Wales schien auf dem Weg zu einer verheerenden 5:0-Führung, doch Jonny Clayton ließ die Chance auf ein Shanghai-Finish liegen. England nutzte das sofort aus und kam aufs Board.
Laut Littler veränderte dieser Moment die Dynamik des Spiels komplett. „Dieses erste Leg zu holen, bedeutete für uns alles. Wir hätten genauso gut selbst 3:0 oder 4:0 führen können, aber wir trafen die Doppel zu Beginn nicht. Das Scoring war definitiv da.“

Luke Littler half seinem Land mit einem brillanten 170-Finish zum Sieg
Bei einem 1:5-Rückstand schien England in Schwierigkeiten, doch der amtierende Weltmeister glaubte weiter an ein Comeback. „Nach der Pause hätten wir lieber 3:4 dagestanden, aber es war 2:5 und wir mussten einfach zurück auf die Bühne und hart arbeiten. Unsere Einstellung war simpel: weiterkämpfen.“
Das gelang. England gewann anschließend vier Legs in Serie und kämpfte sich zurück in die Partie. „Ich meine, wir kamen nach der Pause mit Legs in 18, 11, 12 und 13 Darts raus. Damit waren wir plötzlich wieder voll im Match. Aber wie Luke sagte: In dieser Partie steckte so viel Drama. Wir verpassten beide Chancen, wir trafen beide wichtige Finishes. Das ist die Schönheit des Darts.“ Dem stimmte Humphries zu. „Genau darum geht es beim World Cup.“
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Das Finish, das England rettete
Der absolute Höhepunkt der Partie folgte beim Stand von 6:6. Wales setzte über Nick Kenny Druck, der seinen Teamkollegen Clayton auf 66 Rest stellte. England stand jedoch auf einem 170-Finish, dem höchstmöglichen Checkout.
Littler spürte, wie die Spannung stieg, während er zu Kenny hinübersah. „Ich sah, wie Nick das erste Triple traf, und dachte: Bitte, triff nicht noch ein zweites. Aber dann traf er das auch.“
Humphries merkte an, dass Kenny das aus einer schwierigen Position heraus tat. „Das waren zwei großartige Triples, denn er war zudem noch blockiert.“ Der Druck lag anschließend komplett bei Littler. Die Antwort kam in Form eines phänomenalen 170-Finishs. „Wenn ich unter Druck stehe, versuche ich, meine Darts etwas mehr schweben zu lassen. Das habe ich auch hier getan. Ich wollte sie ruhig hineinlegen und am Ende traf ich das Bullseye.“
Während die englischen Fans vor Freude explodierten, stand Humphries hinter seinem Partner mit einer Mischung aus Bewunderung und Unglauben. „Ich musste eigentlich lachen, weil man denkt, man hätte schon alles gesehen. Ich stand schon öfter auf der anderen Seite bei solchen Finishes von ihm. Man denkt: Er kann die 170 doch nicht unter diesem Druck und in diesen Umständen ausmachen? Und dann macht er es doch.“
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Ein Moment mit möglicher Signalwirkung
Laut Humphries war das Finish nicht nur spektakulär, sondern möglicherweise auch richtungsweisend für den weiteren Turnierverlauf. „Ich habe es natürlich gefeiert, aber gleichzeitig dachte ich: Ich kann nicht glauben, dass er das schon wieder macht. Obwohl ich es eigentlich doch kann. Das ist der Grund, warum er die Nummer eins der Welt und zweifacher Weltmeister ist.“
Der Ex-Weltmeister überschüttete seinen Teamkollegen mit Lob. „Er macht Dinge, von denen andere Spieler nur träumen können.“ Humphries glaubt sogar, dass das 170-Finish später noch historische Bedeutung für England haben könnte. „Vielleicht schauen wir in sechs oder sieben Stunden darauf zurück und sagen: Das war der Moment, der uns am Ende den Titel gebracht hat. Wenn wir das Turnier gewinnen, könnte das genau der Wurf sein, über den alle reden werden.“
Bevor England jedoch tatsächlich vom World-Cup-Titel träumen darf, warten noch zwei schwere Aufgaben. „Aber so weit sind wir noch nicht“, schloss Humphries. „Wir haben noch zwei sehr wichtige Partien vor uns.“
ENGLAND WIN A THRILLER! 🔥
— PDC Darts (@OfficialPDC) June 14, 2026
We have just seen one of the best World Cup of Darts matches ever!
England prevail against Wales in a dramatic last-leg decider, as they book their place in the semi-final in Frankfurt!
📺 https://t.co/YyBPPwoMK8#WCOD26 pic.twitter.com/Zb8rn9OpIm

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











