„Ich kann nur sagen, dass ich ordentlich Eier aus Stahl habe“ - Josh Rock rettet sein Land mit wahnsinnigem Finish beim World Cup of Darts
PDC
Nordirland hat sich am Sonntagmittag mit letzter Kraft einen Platz im Halbfinale des World Cup of Darts gesichert. Titelverteidiger Daryl Gurney und Josh Rock lieferten gegen ein überraschend starkes lettisches Duo einen echten Thriller – und setzten sich am Ende mit 8:7 durch.
Die Entscheidung fiel im letzten Leg. Rock stand unter immensem Druck, benötigte noch 144 Punkte und wusste: Lettland wartete bereits auf einem Doppel. Mit drei präzisen Darts legte er ein phänomenales 144-Finish hin, riss die Arme hoch und bescherte Nordirland das Ticket für die letzten Vier. Die Bühne bebte.
Rocks Nerven aus Stahl
Nach dem Match sprach Rock offen über den Moment, der alles entschied. „Aus meiner Sicht kann ich nur sagen, dass ich ziemlich viel Stahl in den Eiern habe", lachte er. „Als sie auf 24 oder 44 standen – ich weiß nicht mal mehr genau, welches Doppel es war – und ich selbst noch 144 übrig hatte, wusste ich, dass ich sie nehmen musste. Daryl hatte sie perfekt für mich vorbereitet, und ich musste es vollenden. Das habe ich getan – und ehrlich gesagt bin ich vor allem erleichtert."

Nordirland qualifizierte sich hauchdünn für die Halbfinals des World Cup of Darts
Gurney verfolgte das Finish aus nächster Nähe, stand hinter seinem Partner und schaute zu. Gefragt, ob er damit gerechnet hatte, dass Rock das Finish trifft, antwortete er ehrlich: „Nein, eigentlich nicht." Der erfahrene Nordire erklärte jedoch, dass seine eigene Entscheidung kurz zuvor den Grundstein legte. „Ich habe mich bewusst entschieden, auf die 17er zu gehen, damit er nicht wechseln muss, falls er sein erstes Triple trifft. Dann wird es ein natürlicher Weg: Triple, Triple und dann ein Versuch aufs Doppel. Aber was er dann gemacht hat, dafür brauchst du absolute Weltklasse."
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Gurney fand noch deutlichere Worte für das, was er auf der Bühne beobachtete. „Es gibt nur ein paar Menschen auf diesem Planeten, die tun können, was er da getan hat. Und das Beste daran war: Er hat diese Darts mit voller Überzeugung geworfen. Da war kein Funken Zweifel. Hätte er sie forciert und sie wäre zufällig reingegangen, hätten wir vielleicht Glück gehabt. Aber das war nicht der Fall. Er hat jeden Dart genau dort platziert, wo er hinmusste."
Rock selbst sah die Situation zu keiner Sekunde als verloren. Als Lettlands Valtters Melderis sein Team auf ein eigenes Finish stellte und auf der anderen Seite der Bühne der Glaube an die Sensation wuchs, blieb der Nordire kalt. „Für mich war es simpel: Entweder er geht rein oder er geht nicht rein." Sein Selbstverständnis als Profi trägt ihn in solchen Momenten. „Sie dachten natürlich, dass sie eine Chance hatten, als ich noch 144 stehen hatte. Aber als Profi weißt du, was du kannst. Ich weiß, was ich kann. Ich stand da, um dieses Finish rauszunehmen, und das habe ich getan. Damit bin ich sehr zufrieden."
Voller Respekt für Lettland
Trotz des dramatischen Sieges richteten beide Nordiren ihren Blick auch auf die unterlegenen Gegner. „Alle Ehre an Lettland", betonte Gurney. „Sie haben großartig gespielt. Wirklich beide." Besonders Melderis beeindruckte den erfahrenen Routinier nachhaltig. „Er war unglaublich. Jedes Mal, wenn ich hinter ihm stand, warf er zwei Triples. Und auf die Doppel war er vielleicht noch besser."
Rock stimmte seinem Partner zu. „Ich glaube nicht, dass er ein Doppel verfehlt hat." Gurney ging sogar noch einen Schritt weiter und stellte eine bemerkenswerte Einschätzung an. „Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie die individuellen Averages waren, aber ich denke, er war vielleicht der beste Spieler von uns vieren. So gut hat er gespielt." Für Gurney machte das den knappen Nordirland-Sieg nur noch wertvoller. „Unter diesem Druck checkte er weiterhin Finishes wie 80 und 74. Das war beeindruckend."
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Gurney sieht in Rock eine außergewöhnliche Zukunft
Nordirland überstand das Duell einzig und allein dank der Klasse von Rock – und Gurney zweifelt nicht daran, dass sein Teamkollege noch weit Größeres erreichen wird. „Deshalb haben wir einen Premier-League-Spieler in unserem Team", sagte er. „Ein normaler Spieler kann diese 144 bei 7:7 nicht ausmachen, wenn der Gegner auf einem Doppel steht. Das geht einfach nicht."
Gurney, selbst Gewinner mehrerer großer Titel, ordnet Rock längst in eine eigene Kategorie ein. „Ich kann das nicht, weil ich nicht so gut bin wie er. Aber dieser Mann wird mehrere Majors gewinnen." Welche Titel das sein werden, ließ er offen. „Frag mich nicht, ob es ein Weltmeistertitel wird, die UK Open oder das World Matchplay. Das weiß ich nicht. Aber seine Zeit kommt noch. Und wenn ich ehrlich bin, denke ich, dass er am Ende alles übertreffen wird, was ich je erreicht habe."
YOU CANNOT MAKE THIS UP!
— PDC Darts (@OfficialPDC) June 14, 2026
What have we just seen! 🔥
Frankfurt keeps on producing classics! Josh Rock pins a scintillating 144 checkout to beat Latvia in a brutal last-leg decider!
📺 https://t.co/YyBPPwoMK8#WCOD26 pic.twitter.com/dig35Ux9mq

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









