World Cup of Darts 2026: Deutschland verpasst Halbfinaleinzug gegen starke Niederländer – England und Nordirland überstehen Entscheidungslegs-Krimis

PDC
Sonntag, 14 Juni 2026 um 17:04
Germany (1)
Der Traum vom Heimtitel ist für Deutschland beim World Cup of Darts 2026 geplatzt. Martin Schindler und Ricardo Pietreczko lieferten in der Frankfurter Eissporthalle erneut eine starke Vorstellung ab, mussten sich im Viertelfinale jedoch einer überragenden niederländischen Auswahl mit 4:8 geschlagen geben. Michael van Gerwen und Gian van Veen zeigten nach anfänglichen Problemen ihre ganze Klasse und zogen mit einem Average von über 102 Punkten verdient ins Halbfinale ein. Dort wartet nun Titelverteidiger Nordirland.
Für das deutsche Duo endet damit dennoch ein gelungenes Turnier. Nach dem Gruppensieg und dem Achtelfinalerfolg gegen Tschechien präsentierten sich Schindler und Pietreczko über das gesamte Wochenende als eines der stärksten Teams im Feld. Gegen die enorme Scoring-Power der Niederländer fanden sie am Sonntagnachmittag allerdings zu selten Antworten.

Niederlande setzen Statement 

Dabei begann die Partie aus deutscher Sicht nahezu perfekt. Schindler brachte die Eissporthalle mit einer starken Anfangsphase früh zum Jubeln und sorgte für die Führung. Kurz darauf gelang Deutschland sogar ein Break, nachdem die Niederländer Chancen auf die Doppel ungenutzt ließen. Doch anschließend übernahmen van Gerwen und van Veen zunehmend die Kontrolle.
Germany (2)
Deutschland verlor ihr Viertelfinale gegen die Niederlande mit 8:4
Vor allem der dreimalige Weltmeister van Gerwen fand immer besser in die Begegnung. Gemeinsam mit seinem Partner spielte er mehrere hochklassige Legs, darunter einen spektakulären 10-Darter, der die Dynamik endgültig auf die Seite der Oranje-Auswahl brachte. Aus einem Rückstand machten die Niederländer eine Führung zur Pause und legten nach dem Seitenwechsel sofort nach. Sechs der letzten sieben Legs gingen an das favorisierte Duo. Besonders beeindruckend war dabei die Kombination aus konstantem Scoring und perfekt getimeten Doppeln, die den Deutschen immer wieder Schmerzen bereiteten.
Richtig dramatisch verlief das zweite Viertelfinale zwischen England und Wales. Lange Zeit sah es nach einer Überraschung aus. Jonny Clayton und Nick Kenny erwischten den deutlich besseren Start und führten zwischenzeitlich sogar mit 5:2. Vor allem Kenny vertrat den fehlenden Gerwyn Price hervorragend und spielte eine starke Partie.
Doch England kämpfte sich zurück. Wie es sich für die beiden besten in der Weltrangliste gehört, steigerten Luke Humphries und Luke Littler ihr Niveau kontinuierlich und drehten die Begegnung mit mehreren starken Legs in Serie. Einer der größten Moment des Nachmittags gehörte Littler. Beim Stand von 6:6 zauberte „The Nuke“ ein spektakuläres 170er-Finish ins Board und brachte England damit ganz nah an den Sieg, während Kenny bereit zum Break stand. Wales wehrte sich jedoch bis zum Schluss und erzwang das Entscheidungsleg. Dort zeigte sich England letztlich abgeklärter. Littler verwandelte den entscheidenden Matchdart zum 8:7-Erfolg und schickte den Topfavoriten ins Halbfinale. England will in Frankfurt seinen insgesamt sechsten World-Cup-Titel gewinnen und die Enttäuschung des Vorjahres vergessen machen.

Dramatischer Sieg für den Titelverteidiger – Schottland souverän

Auch Titelverteidiger Nordirland musste bis an die Grenze gehen. Gegen die überraschend starken Letten um Madars Razma und Valters Melderis entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Lettland spielte mutig und führte zwischenzeitlich sogar mit 4:1.
Nach der Pause zeigte Nordirland jedoch die Qualitäten eines Champions. Josh Rock und Daryl Gurney erhöhten das Tempo deutlich und gewannen vier Legs in Folge. Als beim Stand von 7:5 bereits alles auf einen nordirischen Sieg hindeutete, konterte Razma mit einem starken 95er-Finish. Kurz darauf gelang Lettland sogar das Break zum 7:7. Im Entscheidungsleg lieferten beide Teams noch einmal große Momente. Den Höhepunkt setzte Rock mit einem sensationellen 144er-Finish, während Lettland bei 24 Rest zum Matchgewinn lauerte. Der Sieger aus 2025 rettete sich damit ins Halbfinale und wahrte die Chance auf die erfolgreiche Titelverteidigung.
Im ersten Viertelfinale des Tages setzte Schottland seinen beeindruckenden Lauf fort. Gary Anderson und Cameron Menzies knüpften nahtlos an ihre starken Leistungen der Vortage an und besiegten Irland mit 8:5. Die Schotten starteten furios, erspielten sich früh mehrere Breaks und beeindruckten mit einem konstant hohen Niveau.
Irland gab sich allerdings nicht auf. Mickey Mansell und William O’Connor kämpften sich mit mehreren starken Legs zurück und verkürzten zwischenzeitlich auf 4:5. Anderson und Menzies behielten jedoch die Ruhe. Ein starker 11-Darter zum 7:5 brachte die Vorentscheidung, ehe Menzies den Halbfinaleinzug perfekt machte. Mit einem Average knapp unter der 100-Punkte-Marke unterstrichen die Schotten einmal mehr ihre Titelambitionen. Nach dem klaren 8:0 gegen Norwegen und dem Viertelfinalerfolg zählen Anderson und Menzies nun zu den heißesten Anwärtern auf den Titelgewinn.
Damit stehen die Halbfinalpaarungen fest: Schottland trifft auf England, während die Niederlande gegen Titelverteidiger Nordirland antreten.
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