Luke Littler ist geschlagen! Jonny Clayton beendet historische Major-Serie bei den World Series Finals – Traum vom Clean Sweep geplatzt

PDC
durch Nic Gayer
Sonntag, 20 September 2026 um 16:51
Jonny Clayton beim Walk-on.
Die historische Siegesserie von Luke Littler ist beendet! Jonny Clayton hat dem Weltmeister bei den World Series of Darts Finals 2026 in Amsterdam die erste Niederlage bei einem PDC-Major im Jahr 2026 zugefügt. „The Ferret“ bezwang Littler überraschend deutlich mit 10:4 und beendete damit dessen Traum vom historischen Clean Sweep aller Major-Titel des Jahres. Nach sechs großen Titelerfolgen in Serie ist Littlers außergewöhnlicher Lauf damit im Viertelfinale des AFAS Live gerissen.
Während Clayton am Abend auf Gerwyn Price trifft, darf auch das niederländische Publikum weiter vom Heimsieg träumen. Gian van Veen entschied das Oranje-Duell mit Dirk van Duijvenbode nach einem spektakulären 124er-Matchfinish mit 10:8 für sich und bekommt es im Halbfinale mit Ross Smith zu tun. Price komplettierte das Quartett mit einer spielerisch beeindruckenden Vorstellung: Der Waliser bezwang James Wade mit 10:7, spielte einen Average von 103 Punkten und angelte unterwegs sogar den 170er-Bigfish.

Van Veen entscheidet Oranje-Krimi mit Traumfinish

Gian van Veen darf weiter vom Titelgewinn vor heimischem Publikum träumen. Der WM-Finalist setzte sich in einem umkämpften niederländischen Viertelfinale mit 10:8 gegen Dirk van Duijvenbode durch und sorgte ausgerechnet im letzten Leg noch einmal für den spektakulärsten Moment der Partie.
Gian van Veen in Aktion.
Gian van Veen entschied das Oranje-Duell gegen Dirk van Duijvenbode mit 10:8 für sich und setzte mit einem spektakulären 124er-Matchfinish den Schlusspunkt.
Dabei erwischte van Veen zunächst den besseren Start. Nach einem Break zum Auftakt bestätigte er dieses mit einem 79er-Finish und nahm wenig später eine 4:2-Führung mit in die erste Pause. Van Duijvenbode ließ sich davon allerdings nicht abschütteln. „Aubergenius“ kämpfte sich zurück, breakte zum 5:5 und ging anschließend erstmals selbst in Führung.
Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich ein echter Schlagabtausch. Van Veen stellte vor der zweiten Pause auf 6:6, ehe van Duijvenbode erneut das Kommando übernahm. Mit einem 83er-Finish und einem weiteren Break setzte sich der 34-Jährige auf 8:6 ab und brachte sich damit in eine hervorragende Ausgangsposition für den Einzug ins Halbfinale.
Doch van Veen schlug genau im richtigen Moment zurück. Der Weltranglistendritte holte sich sofort das Re-Break, glich zum 8:8 aus und nahm van Duijvenbode anschließend erneut den Anwurf ab. Das Beste hatte er sich allerdings für den Schluss aufgehoben: Van Duijvenbode eröffnete das 18. Leg mit sechs perfekten Darts, doch van Veen ließ sich davon nicht beeindrucken und löschte 124 Punkte zum Matchgewinn. Mit diesem spektakulären Schlusspunkt entschied er das Oranje-Duell mit 10:8 für sich und hielt die niederländischen Titelhoffnungen in Amsterdam am Leben.

Price angelt den Bigfish und zieht davon

Während van Veen vor allem Nervenstärke benötigte, lieferte Gerwyn Price anschließend die stärkste spielerische Vorstellung des Viertelfinal-Nachmittags. „The Iceman“ bezwang James Wade mit 10:7 und untermauerte mit einem Average von 103 Punkten eindrucksvoll seine Titelambitionen.
Dabei verlangte Wade dem Waliser lange alles ab. „The Machine“ konterte die frühe Führung seines Gegners zunächst mit einem 124er-Checkout und schnappte sich anschließend per Break das 3:2. Price hatte darauf allerdings die bestmögliche Antwort parat: Der ehemalige Weltmeister angelte den 170er-Bigfish und stellte unmittelbar vor der ersten Pause auf 3:3.
Auch danach blieb das Duell zunächst eng. Price setzte mit einem 136er-Checkout zum Break das nächste Ausrufezeichen, doch Wade antwortete umgehend und glich wenig später zum 6:6 aus. Selbst als der Engländer mit einem 116er-Finish noch einmal das Break zum 7:6 landete, ließ sich Price nicht aus der Ruhe bringen.
Auf der Doppel-5 holte sich „The Iceman“ sofort das verlorene Anwurfleg zurück – und übernahm danach endgültig die Kontrolle. Price gewann auch die beiden folgenden Legs zum 9:7 und ließ Wade keine weitere Gelegenheit mehr zur Rückkehr. Ein starkes 87er-Finish besiegelte schließlich den 10:7-Erfolg. Acht 180er, der 170er-Bigfish und ein Average von 103 Punkten machten Price dabei zum statistisch herausragenden Spieler der Viertelfinals.

Sieben perfekte Darts: Smith stoppt Rock

Als erster Spieler hatte zuvor Ross Smith sein Ticket für die Finalsession gelöst. „Smudger“ setzte sich mit 10:7 gegen Josh Rock durch und überzeugte vor allem in den entscheidenden Phasen der Partie mit starken Finishes.
Smith erwischte den besseren Start und holte sich früh das erste Break, Rock stellte allerdings schnell wieder auf 2:2. Unmittelbar vor der ersten Pause gelang dem Engländer dann der erste Wirkungstreffer: Mit einem 12-Darter und einem sehenswerten 81er-Bullfinish breakte Smith zum 4:2.
Das große Highlight folgte wenig später. Smith eröffnete das zehnte Leg mit sieben perfekten Darts und ließ nach dem Ende seiner 9-Darter-Hoffnungen dennoch nicht locker. Mit einem 10-Darter vollendete er das Break zum 6:4 und bestätigte dieses anschließend zum 7:4.
Rock blieb zwar hartnäckig und hielt den Rückstand zunächst in Grenzen, doch Smith hatte noch einen entscheidenden Treffer im Köcher. Mit einem 108er-Checkout nahm er dem Nordiren zum 9:5 erneut den Anwurf ab und stand unmittelbar vor dem Halbfinale. Zwei erste Matchdarts blieben anschließend zwar ungenutzt und Rock verkürzte noch einmal auf 7:9, die Wende gelang ihm jedoch nicht mehr. Auf der Doppel-8 machte Smith schließlich den 10:7-Erfolg perfekt.

Clayton beendet Littlers historische Major-Serie

Was sich in den ersten Legs noch überhaupt nicht angekündigt hatte, entwickelte sich zum größten Paukenschlag des Wochenendes. Luke Littler ging gegen Jonny Clayton zunächst zweimal in Führung, doch „The Ferret“ hielt konsequent dagegen und machte früh deutlich, dass er nicht gewillt war, im nächsten Kapitel von Littlers Rekordjagd lediglich eine Nebenrolle zu spielen.
Mit einem überragenden 136er-Finish stellte Clayton unmittelbar vor der ersten Pause auf 3:3. Danach begann die Partie zu kippen. Ein 92er-Checkout bescherte dem Waliser das Break zum 4:3, während Littler auf den Doppelfeldern zunehmend ungewohnte Schwächen offenbarte. Gleich dreimal erspielte sich der Weltmeister die Möglichkeit auf ein 130er-Finish – und dreimal verfehlte er die Doppel-5.
Luke Littler in Aktion.
Luke Littlers historische Major-Serie ist beendet: Der Weltmeister unterlag Jonny Clayton deutlich mit 4:10 und musste seine erste Major-Niederlage des Jahres 2026 hinnehmen.
Ein 129er-Bullfinish brachte Littler beim Stand von 4:5 noch einmal heran, doch Clayton ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken. Auf ein souveränes 62er-Finish ließ der 51-Jährige den nächsten Weltklasse-Moment folgen: 121 Punkte löschte „The Ferret“ über das Bullseye und breakte Littler zum 7:4. Spätestens jetzt lag die Sensation in der Luft.
Littler fand keine Antwort mehr. Insgesamt verwandelte der 19-Jährige lediglich vier seiner 21 Versuche auf die Doppelfelder und kam damit auf eine Quote von nur 19,05 Prozent. Clayton nutzte die Schwächen des Weltmeisters konsequent aus, zog auf 9:4 davon und verwandelte schließlich auf Tops zum deutlichen 10:4-Erfolg.
Damit endete nicht nur Littlers Wochenende in Amsterdam. Zum ersten Mal im Jahr 2026 verließ der Weltmeister ein PDC-Major als Verlierer – und gleichzeitig platzte sein Traum, sämtliche Major-Titel eines Kalenderjahres zu gewinnen. Clayton dagegen zieht nach dem größten Coup des Viertelfinal-Nachmittags ins Halbfinale ein und trifft dort am Abend auf Landsmann Gerwyn Price.
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