Wessel Nijman hat den Einzug ins Viertelfinale der
World Series of Darts Finals verpasst. Der Niederländer unterlag am Samstagabend in Amsterdam mit 7:10 gegen James Wade. Vor allem die Art und Weise, wie ihm das Match entglitt, sorgte bei Nijman im Nachgang für Frust.
„Das ist schwer zu sagen“, reagierte Nijman im Gespräch mit Viaplay auf die Frage, wie er seinen Auftritt einordne. „In der ersten Session liege ich, denke ich, unnötig zurück. Die zweite Session ziehe ich sehr gut gerade, vor allem mit dem 80er-Finish zum 6:6.“
Genau in diesem Moment folgte jedoch eine Pause. Diese Unterbrechung kam Nijman nach eigener Aussage äußerst ungelegen. „Eigentlich kam die zweite Break für mich zu keinem guten Zeitpunkt, denn da war ich gerade richtig drin. In der folgenden Session starte ich einfach zu schwach und er setzt sich ab.“
Gegen einen so erfahrenen Spieler wie Wade ließ sich dieser Rückstand anschließend nur schwer reparieren. „Dann weißt du, dass er in seinen eigenen Legs keine Fehler mehr macht. Er holt ein Break, und dann wird es richtig schwierig.“
Auch Wades bekannte Spielweise kam anschließend zur Sprache. Der Engländer nimmt sich oft viel Zeit für alles und drosselt damit das Tempo der Partie. Nijman wusste, was ihn erwartete, räumte aber ein, dass es dennoch Einfluss gehabt haben könnte.
„Es ist natürlich schon ein bisschen eine Show“
„Du weißt, dass es da ist, und du weißt, dass er es macht. Es ist natürlich schon ein bisschen eine Show, wie er es macht“, so Nijman. „Das ist auch seine Erfahrung. Er darf das, denn er macht nichts, was nicht erlaubt ist. Aber diese Show sorgt natürlich dafür, dass ich vielleicht unbewusst, gerade zu Beginn der ersten Session, nicht wirklich in meinen Rhythmus komme.“
Nijman wollte seine Niederlage jedoch nicht allein daran festmachen. „Du weißt, dass er es machen wird und dass es passieren wird. Trotzdem kriegt er es hin, und das ist einfach sehr schade. Ich denke trotzdem, wenn ich nach der zweiten Break normal zurückkomme, habe ich es selbst in der Hand.“
Am Niveau lag es aus Nijmans Sicht kaum. Wade spielte einen average von über 101 und traf 63 Prozent seiner Check-outs, während Nijman bei rund 98,5 average landete und 41 Prozent seiner Doppel verwertete.
„Es sind kleine Chancen“, analysierte er. „Ich habe einmal zwei Darts auf 24, verfehle die Innenseite von Doppel 6, und einmal verfehle ich die Bull. Dann hätte ich das Match vielleicht drehen können. Aber trotzdem: Ich muss einfach besser aus der zweiten Break kommen. Dann glaube ich, dass es mein Spiel wird, aber das ist leider nicht passiert.“
Dass Nijman erneut eine wertvolle Erfahrung auf einer großen Bühne sammelte, tröstete ihn wenig. Sein Schlusssatz machte deutlich, dass er inzwischen mehr will als nur aus solchen Partien zu lernen. „Ich werde langsam müde von all den Erfahrungen. Es wird Zeit, dass ich es hinstelle und endlich mal durchstoße.“