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„Ohne sie wäre ich nicht dort, wo ich heute bin“ – Stephen Bunting wird emotional und nimmt die Darts WM ins Visier

PDC
durch Nic Gayer
Stephen Bunting (2)
Für Stephen Bunting verläuft die Saison 2026 bislang alles andere als nach Wunsch. Der Engländer konnte die hohen Erwartungen, die er selbst und die Öffentlichkeit an ihn gestellt hatten, über weite Strecken nicht erfüllen. In der Premier League blieb „The Bullet“ hinter seinen Ansprüchen zurück, hinzu kamen zahlreiche frühe Niederlagen bei großen TV-Turnieren, auf der European Tour und bei den Players Championships. Doch während die sportlichen Ergebnisse immer wieder für Enttäuschung sorgten, konnte sich der 41-Jährige auf eine Konstante verlassen: die bedingungslose Unterstützung seiner Fans.
Bunting gehört seit vielen Jahren zum festen Inventar der PDC Tour. Mit seinem Triumph beim Masters 2024 gelang ihm jedoch der endgültige Durchbruch in die absolute Weltspitze. Der Titelgewinn verlieh seiner Karriere neuen Schwung und machte ihn zugleich zu einem der beliebtesten Spieler im professionellen Dartsport. Mittlerweile zählt sein Walk-on zu den stimmungsvollsten Momenten eines jeden Turnierabends. Sobald die ersten Töne von „Titanium“ erklingen, verwandeln seine Anhänger die Halle in einen gewaltigen Chor – und Bunting genießt jede Sekunde dieser besonderen Verbindung.

„Wenn es nicht gut läuft, stehen sie hinter mir“ – Bunting dankt seinen Fans

Im Gespräch mit Daily Star Sport sprach Bunting nun offen darüber, wie viel ihm die Zuneigung des Publikums bedeutet. Anlass des Interviews war die Unterzeichnung eines neuen Zehnjahresvertrags mit seinem Ausrüster Target. Dabei wurde deutlich, dass die Begeisterung auf den Rängen für den Engländer weit mehr ist als eine angenehme Begleiterscheinung seiner Karriere.
Stephen Bunting beim Walk-on.
Stephen Bunting kann sich trotz einer schwierigen Saison auf die Unterstützung seiner Fans verlassen. Mit neuen Darts und großen Ambitionen blickt „The Bullet“ auf die WM im Alexandra Palace.
„Es ist wirklich eine Ehre. Die Verbindung, die ich zu meinen Fans aufgebaut habe, hilft mir auf den großen Bühnen enorm. Wenn es nicht gut läuft, stehen sie hinter mir. Das ist ein wichtiges Mittel, um mich neu zu sammeln“, erklärte Bunting.
Gerade in einer Saison, in der die sportlichen Rückschläge häufig überwogen, erwies sich diese Unterstützung als besonders wertvoll. Für den früheren BDO-Weltmeister sind seine Anhänger längst zu einem wesentlichen Bestandteil seines sportlichen Weges geworden.
„Sie sind ein riesiger Teil meines Weges und meiner Karriere. Es ist großartig, auf der Bühne zu hören, wie sie meinen Einlaufgesang für mich singen. Und auch die Nachrichten, die ich von den Fans bekomme – ganz gleich, ob ich gewinne oder verliere.“
So sehr Bunting die besondere Atmosphäre bei seinen Auftritten genießt, so anspruchsvoll ist es mitunter, anschließend den Schalter umzulegen. Sobald er am Oche steht, muss er seine Emotionen kontrollieren, sich auf das nächste Leg konzentrieren und seine bestmögliche Leistung abrufen. Dass ihm das angesichts der lautstarken Liebesbekundungen nicht immer leichtfällt, räumt der Engländer offen ein.
„Ich glaube, ich gehe sehr gut damit um. Manchmal ist es kaum zu glauben, wenn sie mir das Lied zurücksingen, und dann werde ich emotional“, gestand Bunting. „Aber ohne sie wäre ich nicht dort, wo ich heute bin. Sie helfen mir, ein gutes Niveau zu halten und mich ständig verbessern zu wollen.“

Schwache TV-Saison: Erst bei der European Championship zeigt Bunting wieder sein Potenzial

Bei aller Begeisterung rund um seine Person weiß Bunting allerdings selbst, dass seine sportlichen Leistungen auf den großen Bühnen 2026 bislang nicht den eigenen Ansprüchen genügten. Nach seinem Ausscheiden in der dritten Runde der PDC World Darts Championship zum Ende des vergangenen Jahres gelang ihm bei einem TV-Turnier lediglich ein einziger Viertelfinaleinzug.
Diesen feierte er erst kürzlich bei der European Championship in Dortmund, wo er sich deutlich verbessert präsentierte und zumindest zeitweise wieder an seine stärkeren Leistungen anknüpfen konnte. Dass Bunting überhaupt bei der Europameisterschaft antreten durfte, war nach einer wechselhaften Saison auf der European Tour keineswegs selbstverständlich.
Zwischenzeitlich drohte der Engländer die Qualifikation für Dortmund sogar vollständig zu verpassen. Erst mit seinem Halbfinaleinzug bei der Dutch Darts Championship sicherte er sich in letzter Minute die notwendigen Voraussetzungen für seine Teilnahme. Der anschließende Viertelfinaleinzug bei der European Championship war deshalb nicht nur sportlich wichtig, sondern auch ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis.
Nun gilt es für Bunting, diesen positiven Trend in die entscheidende Phase der Saison mitzunehmen. Die nächsten Wochen bieten ihm allerdings nicht bei jedem großen Turnier eine Gelegenheit dazu.

Grand Slam in Gefahr, Players Championship Finals als nächste Chance

Für den Grand Slam of Darts ist Bunting derzeit noch nicht qualifiziert. Sollte sich daran nichts mehr ändern, würde er das prestigeträchtige Turnier in Wolverhampton erstmals seit 2022 verpassen. Für einen Spieler mit seinen Ambitionen wäre das ein weiterer Rückschlag in einer ohnehin schwierigen Saison.
Eine weitere Gelegenheit, sich auf großer Bühne zu beweisen, wartet dagegen Ende November bei den Players Championship Finals. In der entsprechenden Order of Merit belegt Bunting aktuell Rang 29 und befindet sich damit innerhalb der Qualifikationsplätze für das Saisonfinale in Minehead.
Dort will der Engländer möglichst weit kommen, um mit einem positiven Ergebnis neues Selbstvertrauen für den Höhepunkt des Dartsjahres zu sammeln. Denn nach den Players Championship Finals richtet sich der gesamte Fokus auf die Darts WM im Alexandra Palace.

Darts WM im Ally Pally: 100.000 Pfund stehen für Bunting auf dem Spiel

Bei der kommenden PDC World Darts Championship steht für Bunting besonders viel auf dem Spiel. Vor zwei Jahren hatte er im legendären Alexandra Palace das Halbfinale erreicht und damit einen seiner größten Erfolge bei einer PDC-Weltmeisterschaft gefeiert. Die damals erspielten 100.000 Pfund Preisgeld muss er nun in der Weltrangliste verteidigen.
Angesichts seiner bislang durchwachsenen Saison erhält die WM damit zusätzliche Bedeutung. Ein erneuter tiefer Turnierlauf würde nicht nur wichtige Ranglistenpositionen absichern, sondern auch unterstreichen, dass Bunting weiterhin zur erweiterten Weltspitze gehört. Ein frühes Ausscheiden könnte dagegen spürbare Konsequenzen für seine Position in der Order of Merit haben.
Der 41-Jährige hat deshalb klare Vorstellungen davon, wie er die verbleibenden Wochen nutzen möchte. Neben guten Ergebnissen bei den letzten großen Turnieren setzt er dabei auch auf Veränderungen an seinem Material und auf die mentale Arbeit, die ihn bereits in der Vergangenheit begleitet hat.
„Ich will bei allen großen Turnieren weit kommen und die Pro-Tour-Saison stark beenden“, betonte Bunting. „Ein großer Schritt ist der Wechsel zu den neuen 21-g-Darts von Target. Ich glaube, sie werden mir zu mehr Konstanz und größeren Titeln verhelfen. Außerdem will ich die Hypnotherapie weiter regelmäßig nutzen.“
Mit seinem langfristigen Vertrag bei Target, neuen Darts und der fortgesetzten mentalen Unterstützung hofft „The Bullet“, wieder jene Konstanz zu finden, die ihn zu seinen größten Erfolgen geführt hat. Vor allem aber kann er sich auch in der entscheidenden Phase des Jahres auf seine treue Fangemeinde verlassen. Wenn im Alexandra Palace erneut „Titanium“ durch die Halle schallt, dürfte Bunting einmal mehr spüren, wie viel Rückhalt er selbst nach einer schwierigen Saison genießt.
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