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„Sie kann sich ein Haus kaufen und für den Rest ihres Lebens mietfrei wohnen“ – Phil Taylor und Adrian Lewis feiern Fallon Sherrocks Sensationssieg gegen Luke Littler

PDC
durch Nic Gayer
Adrian Lewis und Phil Taylor.
Die Rückkehr zweier Darts-Legenden rückt immer näher: Ende November werden Phil Taylor und Adrian Lewis bei den International Pairs der MODUS Super Series gemeinsam für England ans Oche treten. Während sich die beiden ehemaligen Weltmeister intensiv auf ihren mit Spannung erwarteten Auftritt vorbereiten, sorgte zuletzt ein anderes Ereignis für reichlich Gesprächsstoff. Neben Taylors wachsender Nervosität vor seinem Comeback und Lewis' ungewöhnlicher neuer Frisur stand vor allem der spektakuläre Triumph von Fallon Sherrock über Luke Littler im Mittelpunkt.
Die Netflix-Show „Beat Luke Littler“ begeisterte ein riesiges Publikum. Insgesamt 20 Herausforderer versuchten, den zweifachen Weltmeister zu bezwingen und sich ein außergewöhnliches Preisgeld zu sichern. Fallon Sherrock gelang schließlich die Sensation. Im Gespräch mit talkSPORT zeigten sich Taylor und Lewis begeistert von der Veranstaltung und insbesondere vom Erfolg der Engländerin. Der 16-fache Weltmeister nahm Sherrock dabei ausdrücklich gegen ihre Kritiker in Schutz und machte deutlich, wie sehr er sich über ihren Triumph freute.

„Er hat doch gar keine Haare!“ – Adrian Lewis sorgt mit neuer Frisur für Gelächter

Bevor das Gespräch jedoch die sportlichen Themen erreichte, musste Adrian Lewis zunächst eine Frage zu seinem veränderten Erscheinungsbild beantworten. Der zweimalige Weltmeister trägt neuerdings einen Vokuhila – eine Frisur, die bei seinem langjährigen Weggefährten Phil Taylor offenbar auf wenig Gegenliebe stößt. „Seht euch das an“, kommentierte „The Power“ und drehte Lewis' Kopf demonstrativ in Richtung Kamera.
Phil Taylor und Adrian Lewis präsentieren die World-Cup-Trophäe.
Phil Taylor und Adrian Lewis bereiten sich auf ihren gemeinsamen Auftritt bei den International Pairs der MODUS Super Series vor.
Für Lewis bedeutete der neue Haarschnitt eine durchaus bemerkenswerte Veränderung. Schließlich war er während seiner gesamten Karriere nahezu immer mit derselben Frisur aufgetreten. Die Idee für den neuen Look stammte von seiner Ehefrau. „Im Grunde hatte ich fast mein ganzes Leben lang dieselbe Frisur, bis auf die letzten sechs Monate. Meine Frau sagte: ‚Ade, ich finde, du solltest mal etwas verändern. Wie wäre es mit einem Vokuhila?‘ Ich sagte: ‚Auf keinen Fall. So etwas lasse ich mir nicht schneiden.‘ Sie meinte: ‚Komm schon, probier es einfach aus. Vielleicht gefällt es dir.‘ Da dachte ich: ‚Na gut.‘ Ich sagte: ‚Ich mache das ein einziges Mal.‘ Und dann habe ich es eigentlich nie bereut. Jetzt sehe ich richtig schick aus und so weiter.“
Als Taylor die Gelegenheit nutzen wollte, um sich weiter über den ungewöhnlichen Haarschnitt lustig zu machen, schlug Lewis umgehend zurück. „Moment mal. Er hat doch gar keine Haare! Er kann höchstens die Kopfhaut anfassen. Wir brauchen ein Double mit Haaren“, scherzte „Jackpot“ über seinen ehemaligen Doppelpartner.
Taylor ließ diese Spitze allerdings nicht unbeantwortet. „Wir haben alle jeweils 1.000 Pfund für die schlechteste Frisur in den Topf gelegt. Und natürlich hat Ade jetzt das Geld gewonnen“, konterte der Rekordweltmeister und sorgte damit für den nächsten Lacher.

„Sehr nervös“ – Phil Taylor spricht über seinen letzten Auftritt an der Seite von Lewis

Hinter den humorvollen Wortgefechten steckt allerdings auch ein sportliches Comeback, das in der Dartswelt große Aufmerksamkeit auf sich zieht. Taylor hatte seine Karriere 2024 nach einer enttäuschenden Phase auf der World Seniors Tour beendet. Nun hat sich der 16-fache Weltmeister überraschend dazu entschlossen, noch einmal ans Oche zurückzukehren. Gemeinsam mit Lewis wird er bei den International Pairs der MODUS Super Series antreten, die vom 23. bis 28. November ausgetragen werden.
Je näher der Termin rückt, desto deutlicher spürt Taylor die Anspannung. Auf die Frage nach seiner Gefühlslage antwortete er ungewöhnlich offen: „Nervös. Sehr nervös. Inzwischen werde ich vor allem Möglichen nervös. Bei mir ist es genauso wie bei dir, Ade. Ich bin jetzt nervös. Das ist schwierig.“
Gleichzeitig machte der Rekordweltmeister deutlich, dass für ihn weniger das sportliche Ergebnis als vielmehr die gemeinsame Erfahrung mit Lewis im Vordergrund steht. „Ich spiele mit Ade, und ich liebe ihn. Deshalb wird es ein großartiger Tag für mich, verstehst du? Es wird mein allerletzter sein. Für mich ist es eine schöne Erinnerung, mit einem meiner besten Freunde gespielt zu haben, den ich ohnehin über alles liebe. Das wird mein letzter Auftritt sein. Es wird großartig. Und Ade kann diese Erinnerung ebenfalls mitnehmen, denn er wird mich natürlich endgültig erledigt haben!“
Lewis versuchte unterdessen, seinem langjährigen Freund und künftigen Doppelpartner die Nervosität zu nehmen. „Ich habe ihm gesagt: ‚Setz dich nicht zu sehr unter Druck, das bringt dir nichts. Geh einfach hin und hab Spaß. Wenn wir harmonieren, haben wir gute Chancen.‘“
Auch eine technische Frage ist für Taylor bereits geklärt. Bei seinem Comeback wird er auf Darts der sechsten Generation zurückgreifen. „Sie gefallen mir ziemlich gut. Der Grip ist angenehm, also werde ich sie verwenden“, erklärte „The Power“ über seine Gen-6-Darts.

9-Darter im Doppel? Taylor erinnert sich an besonderes Kunststück

In ihrer aktiven Zeit gehörten Taylor und Lewis zu den gefährlichsten Scorern des Dartsports und sorgten regelmäßig mit perfekten Legs für Begeisterung. Taylor gelang es sogar, innerhalb eines einzigen Matches gleich zwei 9-Darter zu werfen. Lewis wiederum schrieb Geschichte, als er in einem WM-Finale das perfekte Leg spielte. Dass die außergewöhnlichen Fähigkeiten noch immer vorhanden sind, deutete zuletzt auch der inzwischen 41-jährige Lewis an, der einen 9-Darter auf einer Exhibition spielte. „Vielleicht stehen die Sterne gerade günstig für mich“, erklärte er.
Bei einem im Fernsehen übertragenen Doppelturnier wurde bislang noch kein 9-Darter erzielt. Taylor weiß allerdings aus eigener Erfahrung, dass ein solches Kunststück auch im Team möglich ist. „Es ist allerdings sehr schwierig. Ich habe tatsächlich schon einen 9-Darter im Doppel geworfen, glaubt es oder nicht, gemeinsam mit Dennis Priestley. Das war allerdings nur bei einem Showmatch.“
Besonders eine andere verpasste Gelegenheit beschäftigt den Rekordweltmeister bis heute. „Am meisten bedauere ich, dass mir beim Grand Prix keiner gelungen ist. Dort muss man auf ein Doppelfeld ein- und auschecken. Ich hatte ein paarmal die Chance auf das Bullseye, habe aber verfehlt. Ich wollte dort unbedingt einen 9-Darter werfen. Das wäre der erste gewesen.“

„Damit hat er jetzt die Messlatte gesetzt“ – Taylor und Lewis loben 16-jähriges Darts-Talent

Während Taylor und Lewis über ihre eigenen Erfahrungen mit perfekten Legs sprachen, sorgte bei der MODUS Super Series ein Nachwuchsspieler für einen historischen Moment. Der erst 16 Jahre alte Archie Self spielte einen 9-Darter und wurde damit zum jüngsten Spieler, dem dieses Kunststück vor Fernsehkameras gelang. Der Engländer machte auf ähnliche Weise auf sich aufmerksam wie einst Luke Littler, der bei diesen Wettbewerben ebenfalls früh sein außergewöhnliches Talent gezeigt hatte.
Taylor zeigte sich von der Leistung des Teenagers beeindruckt, obwohl er den 9-Darter zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht selbst gesehen hatte. „Das ist absolut großartig. Ich habe es noch nicht gesehen. Ich werde gleich auf YouTube danach suchen. Als ich ankam, hat mir jemand davon erzählt. Der Junge muss gut gespielt haben. Hut ab vor ihm. Damit hat er jetzt die Messlatte gesetzt. Er muss weiter am Trainingsboard arbeiten und noch härter trainieren.“
Auch Lewis fand lobende Worte, verband seine Anerkennung jedoch mit einem wichtigen Ratschlag für die weitere Entwicklung des Nachwuchstalents. „Ich denke, man muss einfach dranbleiben und dafür sorgen, dass es ihm weiterhin Spaß macht. Wie du sagst: Wenn man auf der Tour spielt, wird es irgendwann zum Alltagstrott. Es ist wie eine Achterbahnfahrt, verstehst du? Es gibt Höhen und Tiefen. Entscheidend ist, das eigene Spiel zu stabilisieren.“

„Das hat das Leben der jungen Frau verändert“ – Phil Taylor verteidigt Fallon Sherrock

Besonders ausführlich äußerten sich die beiden Darts-Legenden schließlich zum spektakulären Netflix-Event „Beat Luke Littler“. Die Frage, wer den zweifachen Weltmeister bezwingen könnte, hatte die Dartswelt in den vergangenen Wochen intensiv beschäftigt. Am Freitagabend wurde die Sensation in Manchester schließlich Realität: Nachdem zahlreiche Herausforderer gescheitert waren, betrat Fallon Sherrock die Bühne und spielte die 501 Punkte in nur 15 Darts herunter. Damit bezwang die 32-Jährige den amtierenden zweifachen Weltmeister und Weltranglistenersten und sicherte sich das enorme Preisgeld von 501.000 Pfund.
Fallon Sherrock besiegt Luke Littler bei Beat Luke Littler auf Netflix.
Ein unvergesslicher Moment für Fallon Sherrock: Nach ihrem Sensationssieg gegen Luke Littler nimmt die „Queen of the Palace“ bei „Beat Luke Littler“ ihre Trophäe entgegen und feiert gemeinsam mit dem Weltmeister ihren Gewinn von 501.000 Pfund.
Obwohl Sherrocks Teilnahme und ihr späterer Triumph auch kritische Reaktionen hervorriefen, fiel das Echo auf die Show insgesamt positiv aus. Durch die internationale Reichweite von Netflix und die enorme Popularität von „The Nuke“ rückte der Dartsport einmal mehr in den Mittelpunkt der breiten Öffentlichkeit. Taylor ließ keinen Zweifel daran, auf welcher Seite er in der Diskussion um Sherrock steht. Der 16-fache Weltmeister verteidigte die Engländerin ausdrücklich und zeigte sich aufrichtig glücklich über ihren Erfolg.
„Es hat mir gefallen. Einige Spieler waren in den frühen Runden sehr nervös“, blickte Taylor auf die Veranstaltung zurück. „Fallon war brillant, und das hat das Leben der jungen Frau verändert. Darüber freue ich mich wirklich sehr. Jedes Mal, wenn man die Zeitung aufschlägt, liest man nur schlechte Nachrichten. Jetzt kann sich diese junge Frau mit ihrem kleinen Sohn ein Haus kaufen und für den Rest ihres Lebens mietfrei wohnen, ohne Hypothek. Das ist großartig. Ich freue mich ohnehin immer über Sieger.“
Dass Sherrock tatsächlich als Siegerin aus ihrem Duell mit Littler hervorging, hatte allerdings auch Taylor überrascht. Aus seiner Sicht hätte der Weltmeister mit zunehmender Dauer der Show eigentlich immer stärker werden müssen. „Ich bin jetzt ehrlich zu dir: Luke hätte sich eigentlich steigern müssen. Im fünften Spiel wäre ich besser geworden. Wenn du mich oder Ade [Adrian Lewis] schlagen willst, musst du früh zuschlagen, denn wir werden stärker. Fallon hat das also wirklich, wirklich gut gemacht.“
Besonders entschieden widersprach Taylor der Vorstellung, Sherrock habe sich ihren Platz in der Show nicht verdient. Der Rekordweltmeister war selbst als Juror an der Auswahl der Herausforderer beteiligt gewesen und hatte aus nächster Nähe erlebt, wie groß der Andrang war. „Ich war bei der Vorschau dabei, als Juror mit Barry. Wir konnten aus dem Fenster sehen, dass es regnete, und die Warteschlangen waren riesig, wirklich wie bei einem Fußballspiel. Sie standen den ganzen Tag im Regen, Fallon auch. Auch sie musste sich ihren Platz verdienen, und das hat sie geschafft. Sie kam rein und traf das Doppelfeld. Sie sagt: ‚Ich hatte so viel Glück, mich qualifiziert zu haben.‘ Und dann ist sie durchgekommen und hat gewonnen. Ich bin wahnsinnig stolz.“

„Ich fand es fantastisch“ – Adrian Lewis schwärmt von der Netflix-Show

Während Taylor durch seine Rolle als Juror unmittelbar an der Veranstaltung beteiligt gewesen war, verfolgte Lewis das Spektakel entspannt von zu Hause aus. Der zweimalige Weltmeister zeigte sich vor allem von der Inszenierung und dem Unterhaltungswert der Produktion begeistert. „Mir hat einfach alles gefallen: die Bühne, ihr Aussehen und die Walk-ons. Dieser Müllmann war klasse“, schwärmte er.
Insbesondere der ungewöhnliche Auftritt eines Teilnehmers war Lewis in Erinnerung geblieben. „Ich fand ihn großartig, als er in einer Mülltonne auf Rädern herauskam. Auch der Bühnenaufbau und alles andere waren fantastisch. Wenn die PDC das so umsetzen könnte, dass man direkt durch die Mitte auf die Bühne gehen kann, statt über diese seitlichen Treppen wie bei einem Gerüst, wäre das viel besser. Ich fand es fantastisch. Wenn überhaupt, sollte es meiner Meinung nach letztlich in diese Richtung gehen.“
Auch Sherrocks Leistung würdigte „Jackpot“ ausdrücklich. Gleichzeitig fragte er sich, ob Littler im Verlauf der zahlreichen Duelle möglicherweise etwas von seiner Konzentration oder Spannung verloren hatte. „Ich finde, sie hat das großartig gemacht, wie du schon sagst. Ich weiß nicht, ob Luke langsam etwas gelangweilt war oder was los war. Ganz sicher bin ich mir nicht.“
Lewis hatte zudem den Eindruck, dass die ungewohnte Atmosphäre und die enorme Aufmerksamkeit viele Herausforderer daran hinderten, ihr tatsächliches Leistungsvermögen abzurufen. „Bei den ersten paar konnte man ihnen die Nervosität deutlich ansehen. Die Teilnehmer waren sehr nervös. Jedes Mal, wenn jemand in Teil eins auf die Bühne kam, dachte ich: ‚Von dem habe ich noch nie gehört, aber nach Teil eins zu urteilen, dürfte er ganz ordentlich sein.‘ Leider konnten sie das dann nicht zeigen. Hätte er zu Beginn einen wirklich harten Gegner gehabt, wäre er vielleicht schneller ins Spiel gekommen und hätte Luke unter Druck gesetzt.“
Für Taylor und Lewis steht nun wieder die eigene sportliche Vorbereitung im Vordergrund. Ende November wollen die beiden ehemaligen Weltmeister bei den International Pairs noch einmal gemeinsam für England antreten. Während Taylor seinem erklärten letzten Auftritt mit großer Nervosität, aber ebenso großer Vorfreude entgegenblickt, hofft Lewis auf ein erfolgreiches Zusammenspiel mit seinem langjährigen Freund. Ihr gemeinsames Comeback verspricht damit nicht nur sportliche Spannung, sondern auch einen besonderen Moment für die Dartsfans.
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