Michael van Gerwen steht früh in der Saison an einem sensiblen Punkt. Der Niederländer hat sich zuletzt stabilisiert, doch sein Turnierkalender sorgt für Diskussionen. Ex-Profi
Matthew Edgar warnt eindringlich davor, den aktuellen Aufschwung durch falsches Timing zu gefährden.
Van Gerwen verzichtet in der kommenden Woche auf die Players-Championship-Turniere drei und vier in Wigan. Der Schritt überrascht, denn der 35-Jährige zeigte auf der
Pro Tour klar ansteigende Form. Ein Halbfinale und ein Viertelfinale unterstreichen die positive Entwicklung. In der
Premier League Darts setzte er ebenfalls Ausrufezeichen: Turniersieg am Eröffnungsabend, dazu der Finaleinzug in Antwerpen –
aktuell führt er die Tabelle an.
Edgar hinterfragt die Strategie
Für Edgar hängt bei Van Gerwen vieles von der richtigen Balance ab. „Für mich ist Van Gerwen jemand, bei dem alles exakt zusammenpassen muss“, erklärt er im Gespräch mit OLBG. Der Rhythmus spiele eine zentrale Rolle. Zu viele Auftritte drückten das Niveau, zu lange Pausen hätten denselben Effekt. „Er muss seinen Kalender wirklich sorgfältig managen.“
Der Ex-Profi Matthew Edgar hinterfragt den Turnierplan von MvG
Gerade deshalb stößt die Absage für Wigan auf Unverständnis. Edgar sieht keinen logischen Grund, in einer Phase mit klar erkennbarem Momentum auszusetzen. „Er spielt gut. Er war zuletzt ordentlich unterwegs – und fährt dann nicht zu den Pro Tours“, betont der Engländer.
Als mahnendes Beispiel nennt Edgar die vergangene Saison. 2025 verpasste Van Gerwen die Players Championship Finals in Minehead – ein Novum in seiner Karriere. Seit 2011 hatte er kein großes Ranglistenturnier mehr ausgelassen. Für Edgar ist das ein Warnsignal. Wer erstmals seit über einem Jahrzehnt scheitert, müsse reagieren und Anpassungen vornehmen.
Doch Van Gerwen bleibt seiner Linie treu. Er kündigte an, in diesem Jahr dieselbe Anzahl an Turnieren zu spielen wie zuvor. Keine zusätzlichen Events, keine Kurskorrektur. Für Edgar ist genau das der kritische Punkt.
Am Donnerstag steht Van Gerwen erneut im Rampenlicht der Premier League. In Glasgow trifft er auf
Luke Littler. Das Duell bietet ihm die nächste Gelegenheit, seine starke Premierleagueform zu bestätigen – und die Zweifel an seiner Planung zumindest sportlich zu entkräften.