Deutsche Gala bei den UK Open 2026: Schindler, Clemens, Gotthardt und Grüllich schreiben deutsche Darts-Geschichte mit Einzug in Runde fünf

PDC
Freitag, 06 März 2026 um 23:52
Martin Schindler (4)
Ein historischer Abend für den deutschen Darts-Sport: Gleich vier Spieler aus Deutschland haben bei den UK Open 2026 den Einzug in die fünfte Runde geschafft. Noch nie zuvor standen bei diesem Major gleichzeitig so viele deutsche Profis in der Runde der letzten 32. Besonders stark präsentierten sich Martin Schindler, Gabriel Clemens, Kai Gotthardt und Dominik Grüllich, die am Freitagabend allesamt ihre Partien der vierten Runde gewinnen konnten.
Während andere Nationen auf die großen Namen wie Michael van Gerwen, Luke Littler oder Luke Humphries blickten, sorgte das deutsche Quartett im Hintergrund für eine der bemerkenswertesten Geschichten des Turniers. In einem UK Open Feld voller Weltklassespieler setzte Deutschland ein deutliches Ausrufezeichen – und das beim traditionell unberechenbaren „FA Cup of Darts“.

Vier deutsche Siege schreiben UK-Open-Geschichte

Den Anfang machte Gabriel Clemens, der in seinem Duell mit Richard Veenstra lange kämpfen musste. Der Saarländer lag zwischenzeitlich mit 1:4 zurück, fand danach jedoch deutlich besser ins Match. Mit konstantem Scoring und mehreren starken Checkouts kämpfte sich der „German Giant“ zurück und übernahm die Kontrolle über die Partie. Beim Stand von 9:9 ging es in den Decider – und dort lieferte Clemens den Moment des Spiels. Ein spektakuläres 145er-Finish brachte ihm den 10:9-Sieg und den Einzug in Runde fünf.
Gabriel Clemens
145 Punkte checkte Gabriel Clemens zum Sieg in der vierten Runde der UK Open
Auch Dominik Grüllich überzeugte mit einer reifen Vorstellung. Der 23-jährige Deutsche dominierte sein Match gegen Niall Culleton über weite Strecken und setzte sich schließlich mit 10:8 durch. Besonders im Mittelteil der Partie zeigte der neue Tour-Card-Holder seine Stärke und erspielte sich mit mehreren starken Legs eine komfortable Führung, die er sicher über die Ziellinie brachte.
Der nächste deutsche Erfolg folgte wenig später durch Martin Schindler. Deutschlands Nummer eins traf mit Joe Cullen auf einen gefährlichen Gegner – und musste früh ein echtes Highlight hinnehmen: Cullen eröffnete das Match mit einem 170er-Checkout gegen den Anwurf. Doch Schindler reagierte stark, steigerte sich im Verlauf der Partie deutlich und brachte sich mit mehreren schnellen Legs wieder zurück. Ein spektakulärer Abschnitt gelang ihm, als er bei Cullens Anwurf sieben perfekte Darts spielte und das Leg in nur elf Darts beendete. Am Ende nutzte Schindler die andauernde Doppelschwäche seines Gegners und machte den 10:8-Erfolg perfekt.
Für den historischen Moment sorgte schließlich Kai Gotthardt. Der 30-Jährige lag gegen Tom Sykes zunächst mit 2:5 zurück, zeigte danach jedoch ein beeindruckendes Comeback. Gotthardt stabilisierte sein Scoring, gewann mehrere Legs in Serie und drehte die Partie komplett. Mit einem starken 15-Darter sicherte er sich schließlich den 10:8-Sieg – und machte damit den deutschen Vierfach-Erfolg perfekt.

Favoriten liefern auf der Hauptbühne

Neben den deutschen Erfolgsgeschichten bot die vierte Runde auch zahlreiche Top-Duelle auf höchstem Niveau. Besonders spektakulär verlief das Match zwischen Michael van Gerwen und Nathan Aspinall. Beide Spieler starteten mit extrem hohem Tempo und bewegten sich früh in Richtung 110er-Average. Van Gerwen blieb in der entscheidenden Phase nervenstark und gewann schließlich mit 10:8.
Titelverteidiger Luke Littler präsentierte sich ebenfalls souverän. Der junge Engländer dominierte sein Match gegen Damon Heta deutlich und setzte mit einem 120er-Finish zum 10:3 den Schlusspunkt. Zuvor hatte Littler bereits mit mehreren Highlights für Begeisterung gesorgt, darunter ein weiterer spektakulärer „Big Fish“.
Auch Luke Humphries ließ keine Zweifel aufkommen. Der Weltmeister von 2024 besiegte Luke Woodhouse klar mit 10:3 und überzeugte dabei mit einem Average jenseits der 100 Punkte. Ebenso stark präsentierte sich Gary Anderson, der mit einem überragenden 107er-Average Dirk van Duijvenbode bezwang.
Ein weiteres Highlight des Abends lieferte Danny Noppert. Der Niederländer krönte seinen 10:4-Erfolg gegen Dimitri Van den Bergh mit einem perfekten Leg und spielte einen spektakulären 9-Darter zum Matchgewinn. Für „The Freeze“ war es einer der größten Momente des bisherigen Turniers und zugleich das erste perfekte Leg dieser UK-Open-Ausgabe.
Für einen der überraschendsten Momente des Abends sorgte dagegen Wessel Nijman. Der Niederländer fertigte Raymond van Barneveld mit 10:1 ab und spielte dabei einen Average von über 102 Punkten.

Leon Weber scheitert knapp – deutsche Bilanz dennoch überragend

Aus deutscher Sicht endete der Abend trotz der vielen Erfolge nicht komplett perfekt. Leon Weber lieferte sich mit Michael Smith einen intensiven Schlagabtausch. Zwar erreichte die Partie statistisch kein Topniveau, doch an Spannung fehlte es nicht. Am Ende setzte sich der ehemalige Weltmeister knapp mit 10:8 durch.
Trotz dieses Ausscheidens bleibt der Freitagabend aus deutscher Sicht historisch. Vier Spieler in der Runde der letzten 32 – das hat es bei den UK Open noch nie gegeben. Für Schindler, Clemens, Gotthardt und Grüllich geht das Turnier damit am Samstag weiter.
Und nach diesem starken Auftritt wirkt plötzlich auch ein noch tieferer Lauf im „FA Cup of Darts“ alles andere als unrealistisch.
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