„Er macht alles, wenn es ihm passt. Es ist ihm überall egal“: Van der Voort kritisiert späte Price-Absage scharf

PDC
durch Nic Gayer
Mittwoch, 27 Mai 2026 um 14:00
Gerwyn Price
Die späte Absage von Gerwyn Price für die International Darts Open hat in der Dartswelt für Verwunderung gesorgt. Vor allem der Zeitpunkt des Rückzugs stößt Ex-Profi Vincent van der Voort übel auf.
Price verzichtete am vergangenen Wochenende auf das European-Tour-Turnier in Deutschland, um sich vollständig auf die Play-offs der Premier League Darts zu konzentrieren. Grundsätzlich kann van der Voort diese Entscheidung nachvollziehen – das Timing hält er jedoch für kaum erklärbar.

Absage erst nach der Auslosung

Denn der Waliser meldete sich erst ab, nachdem die Auslosung bereits erfolgt war. Genau daran entzündet sich die Kritik von van der Voort, der seine Einschätzung im Podcast Darts Draait Door von Sportnieuws.nl äußerte.
Gerwyn Price im Einsatz auf der European-Tour-Bühne
Gerwyn Price sagte seine Teilnahme an den International Darts Open kurzfristig ab
„Er wusste doch schon eine Woche, dass er beim Finalabend dabei ist? Warum meldest du dich dann direkt nach der Auslosung ab? Dann hattest du ohnehin nicht vor zu fahren, also warum sagst du nicht einfach früher ab?“, sagte der frühere Profi.
Price hatte die reguläre Premier-League-Saison als Vierter beendet und sich damit für die Finals Night in London qualifiziert. Dort trifft er am Donnerstag auf Luke Littler. Im anderen Halbfinale stehen sich Luke Humphries und Jonny Clayton gegenüber.
Humphries, Littler und Clayton verzichteten ebenfalls auf das European-Tour-Wochenende, meldeten sich jedoch rechtzeitig ab. Bei Price kam die Absage dagegen erst im letzten Moment – für van der Voort kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Musters.
„Bei ihm weißt du es einfach nicht. Er sagt so oft in letzter Minute ab. Das ist nicht nur hier so, er sagt auch Exhibitions in letzter Minute ab, sodass kurzfristig jemand anders einspringen muss“, sagte van der Voort.
Nach Ansicht des Niederländers richtet Price sich vor allem nach seinem eigenen Terminplan, ohne dabei ausreichend Rücksicht auf Veranstalter oder andere Beteiligte zu nehmen. „Er macht alles, wenn es ihm passt. Es ist ihm überall egal.“

Van der Voort erwartet keine Konsequenzen

Trotz seiner deutlichen Kritik rechnet van der Voort nicht damit, dass Price wegen seines Vorgehens ernsthafte Probleme bekommen wird. Der Waliser bleibe für Veranstalter trotz allem ein gefragter Name.
„Er kommt damit durch, denn jeder bucht ihn weiterhin und findet das alles in Ordnung“, stellte van der Voort fest. „Aber es ist natürlich einfach seltsam. Er hätte es auch vor der Auslosung machen können. Es ist wirklich nicht so, dass er erst nach diesem Spiel entschieden hat: Ich fahre nicht.“
Durch den späten Rückzug von Price erhielt Christian Kist unerwartet einen Platz in der zweiten Runde des Turniers. Für niederländische Dartsfans war das zwar ein kleiner Vorteil, eine Überraschung blieb am Ende jedoch aus: Kist schied direkt gegen Ryan Joyce aus.
Van der Voort erkennt an, dass die Situation für Kist günstig war. Aus seiner Sicht leidet unter solchen kurzfristigen Änderungen am Ende aber vor allem das breite Publikum. „Für Kist ist es ein Vorteil, also ist das für uns Niederländer schön, aber für das große Publikum ist es meiner Meinung nach einfach wertlos.“
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