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„Was für ein Kasperletheater“ – Vincent van der Voort kritisiert Netflix-Show mit Luke Littler

PDC
Vincent van der Voort & Luke Littler
Vincent van der Voort findet kaum gute Worte für die Netflix-Sendung Beat Luke Littler. Der ehemalige Profi-Dartspieler verfolgte die Show mit Verwunderung: 24 Herausforderer erhielten die Chance, Weltmeister Luke Littler in einem Leg über 501 Punkte zu schlagen und damit 501.000 Pfund zu gewinnen. Zwar respektiert er die Leistung von Fallon Sherrock, die am Ende den Hauptpreis gewann, doch die Sendung selbst konnte ihn kaum überzeugen.
Im Podcast Darts Draait Door ließ van der Voort keinen Zweifel an seiner Meinung zur Show. „Was für ein Kasperletheater“, kommentierte der ehemalige Profi-Dartspieler. Kurz darauf wurde er noch deutlicher: „Ich fand das wirklich zum Kotzen.“

„Sherrock ist schließlich Profi“

Van der Voorts größter Kritikpunkt war die Zusammensetzung des Teilnehmerfelds. Die Sendung wurde als Chance für Amateurspieler dargestellt, gegen Littler anzutreten. Unter den Teilnehmern waren jedoch auch mehrere bekannte Namen aus der Dartswelt.
Fallon Sherrock hält ihren gewonnenen Scheck in die Höhe.
Fallon Sherrock besiegte Luke Littler
Vor allem Fallon Sherrocks Teilnahme stieß van der Voort sauer auf. Die Engländerin gewann am Ende den Hauptpreis, indem sie Littler mit 15 Darts besiegte. „Der Kerl steht einfach auf der Bühne und ruft, sie sei Friseurin. Die hat seit sechs Jahren keinen Friseursalon mehr von innen gesehen. Sie ist einfach Profi, verstehst du.“
Dass Sherrock nach der Show eine Erklärung zu ihrer Teilnahme veröffentlichte, überraschte van der Voort nicht. „Dass sie am nächsten Tag eine Stellungnahme herausgibt, zeigt, wie viele Beschwerden es dazu gegeben hat. Und ich finde das auch ein Stück weit berechtigt.“
Gleichzeitig betonte der Niederländer, dass Sherrock selbst nichts vorzuwerfen sei. Sie nutzte die Chance, die sich ihr bot, und zeigte im entscheidenden Moment eine hervorragende Leistung.
„Es ist schon beeindruckend, dass sie unter Druck so spielt. Was man von der ganzen Show auch halten mag: Sie wirft einfach ein 15-Dart-Leg. Wahrscheinlich hätten auch 18 Darts gereicht, aber sie hat ein 15-Dart-Leg beendet. Das war wirklich stark.“

„Da waren wirklich einige dabei, die überhaupt nichts draufhatten“

Van der Voort hatte vor der Show gehofft, dass vor allem unbekannte Amateurspieler die Chance bekommen würden, Littler herauszufordern. Seiner Meinung nach wäre es interessanter gewesen, wenn die besten Hobbyspieler gegen den Weltmeister angetreten wären.
„Ich hatte eher gehofft, dass es eine Show wird, bei der wirklich die sehr guten Amateure mitmachen, die wir alle nicht kennen. Das hätte mir gefallen.“
Stattdessen sah er eine Mischung aus erfahrenen Wettkampfspielern und Teilnehmern, die seiner Ansicht nach kaum eine Chance hatten. „Es waren zwar ein paar Amateure dabei, aber die hatten auch wirklich überhaupt nichts drauf.“
Bei manchen Teilnehmern sei schnell klar gewesen, dass sie wenig Erfahrung mit dem Wettkampfdarts hatten, so Van der Voort. „Einige hatten noch nie ein offizielles Spiel bestritten.“
Auch das 14-jährige Talent Jayden Walker, der vorab zu den Mitfavoriten gezählt wurde, konnte sein gewohntes Niveau nicht erreichen. Van der Voort verwies auf die enorme Anspannung, die ein solcher Auftritt mit sich bringt. „Das hat man auch bei Jayden Walker gesehen. Der hat ebenfalls nichts getroffen, obwohl er wirklich ein sehr guter Spieler ist.“

Van der Voort wundert sich über das Verhalten der Teilnehmer

Nicht nur das Niveau der Teilnehmer, sondern auch ihr Umgang miteinander sorgte bei van der Voort für Verwunderung. Im Aufwärmbereich feuerten sich die Herausforderer ständig gegenseitig an, obwohl jeder Sieg gegen Littler den übrigen Kandidaten die Chance auf das Preisgeld nahm.
„Auch dazu habe ich eine Meinung. Die Kerle feuern sich im Aufwärmbereich alle gegenseitig an und freuen sich füreinander. Ist euch denn nicht klar, dass ihr die halbe Million nicht mehr gewinnen könnt, wenn derjenige gewinnt?“
Laut van der Voort war schwer nachzuvollziehen, dass die Teilnehmer so begeistert auf die Leistungen ihrer Konkurrenten reagierten. „Dann tun sie alle so, als wären sie plötzlich beste Freunde. Ja, völlig daneben.“
Vor allem für Spieler, die noch nicht an der Reihe gewesen waren, müsse Sherrocks Sieg eine enorme Enttäuschung gewesen sein, so van der Voort.
Dabei verwies er unter anderem auf das 15-jährige schottische Talent Mitchell Lawrie, das wegen Sherrocks Sieg keine Gelegenheit mehr erhielt, gegen Littler zu spielen.
„Da bist du doch völlig fertig, wenn Fallon dieses 15-Dart-Leg wirft. Er hat wirklich eine große Chance, das Leg zu gewinnen. Und dann kannst du auf einen Schlag eine halbe Million Pfund gewinnen. Deshalb verstehe ich dieses ganze fröhliche Getue nicht.“

„Ich fand die Show wirklich zum Kotzen“

Im Podcast verwies sein Gesprächspartner noch auf den Unterhaltungswert der Sendung. Trotz des schleppenden Ablaufs und der langen Unterbrechungen habe das Programm für eine unterhaltsame Abwechslung gesorgt.
Van der Voort blieb jedoch bei seinem Urteil. Der ehemalige Profi-Dartspieler hatte von einer Sendung, in der gewöhnliche Dartsfans einen Weltmeister herausfordern dürfen, mehr erwartet.
Auch die Möglichkeit für Zuschauer, darüber abzustimmen, welche Teilnehmer spielen durften, änderte seine Meinung nicht. Diesen Teil fand er zwar grundsätzlich durchaus gut, doch die Umsetzung der Show enttäuschte ihn. „Ich fand die Show wirklich zum Kotzen.“
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