„Wir waren kurz davor, nach Hause zu fahren“ – Cameron Menzies krönt bizarre Reise mit Titel in Den Bosch
PDC
Cameron Menzies hat eine äußerst hektische Anreise zum Players Championship 29 mit dem Titel gekrönt. Wegen eines annullierten Flugs war der Schotte ganze siebzehn Stunden unterwegs in die Niederlande und erwog sogar, wieder nach Hause zu fliegen. Einen Tag später stemmte er in Den Bosch jedoch den Pokal.
Für Menzies ist es der zweite Players Championship-Titel 2026 und insgesamt der vierte ProTour-Erfolg seiner Karriere. „Wenn ihr wüsstet, wie schlimm gestern war“, sagte Menzies anschließend bei der PDC. „Unser Flug wurde annulliert und wir waren siebzehn Stunden unterwegs. Wir waren wirklich kurz davor, umzudrehen. Wenn ich sehe, wo ich jetzt stehe, bin ich unglaublich froh, dass wir es nicht getan haben.“
Mit großen Erwartungen war er entsprechend nicht ins Turnier gestartet. „Ich wollte heute eigentlich nur ein Spiel gewinnen, weil ich völlig platt war. Dass ich dann eine ProTour-Titel gewinne ... Es ist jetzt mein viertes. Nicht schlecht für so ein kleines Kerlchen.“
Es ist zudem das erste Mal, dass Menzies zwei Players Championships im selben Kalenderjahr gewonnen hat. Auch am Mittwoch steht er in Den Bosch wieder am Oche. „Ich komme auf jeden Fall wieder. Genauer gesagt: Morgen bin ich schon wieder hier. Jetzt, wo ich schon da bin.“
Here's how Cameron Menzies sealed Players Championship 29 and his second title of 2026, defeating Gian van Veen 8-4 in the final! 💪 pic.twitter.com/0ULO2mR6Q0
— PDC Darts (@OfficialPDC) September 22, 2026
Blitzstart im Finale
Im Finale stellte Menzies früh die Weichen. Er kam furios aus den Startlöchern und zog auf 5:0 davon. Danach fand sein Gegner besser ins Match.
„Ehe ich mich versah, stand es 5:0, und ich dachte nur: halte einfach deine eigenen legs. Als ich auf 6:3 erhöhte, habe ich etwas Emotion gezeigt. Ich wusste, dass dieses Leg wichtig war, um seinen Lauf etwas zu stoppen, denn er bekam Momentum.“
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Menzies sah, dass sein Gegner ihm im Verlauf der Partie Chancen ließ, und war zufrieden, wie konsequent er diese nutzte. „Er ist ein großartiger Spieler und spielte sicher nicht schlecht, aber er hatte ab und zu einen schwächeren Start in ein leg und gab mir Möglichkeiten. Ich glaube, ich habe davon fast achtzig Prozent genommen. Damit bin ich natürlich sehr zufrieden.“
Der Schotte versuchte, seine Emotionen über den Tag hinweg bewusst zu kontrollieren. Ausgelassene Jubel können ihm nach eigener Aussage eher schaden.
„Manchmal zeige ich etwas, weil es mir viel bedeutet. Aber ich habe oft erlebt, dass ich ein wichtiges leg gewinne, groß feiere und dann drei Aufnahmen lang gar nichts treffe. Die Adrenalinausschüttung verschwindet dann aus dem Körper.“
Dabei nannte er den frischgebackenen Sieger der World Series of Darts Finals als Beispiel. „Schaut euch Ross Smith an. Er hat gerade die World Series gewonnen, und ich weiß, wie viel ihm das bedeutet, aber er schaut, als würde er an einem Montagabend ganz normal darten. Innen weiß ich, dass er überglücklich ist. Ich wäre gerne etwas mehr wie er und Steve Beaton.“
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„Ich lerne das Handwerk langsam“
Menzies sieht seinen zweiten Titel des Jahres als Beleg für seine Weiterentwicklung. „Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal ein Halbfinale auf der European Tour erreicht, auch wenn Ross mir dort anschließend eine Abreibung verpasst hat. Ich habe das Gefühl, dass ich das Handwerk langsam lerne. Ich meine, das ist mein fünftes Jahr auf der Tour und ich habe vier ProTours gewonnen. Das ist, glaube ich, nicht schlecht.“
Für den Rest der Saison hat er noch klare Ziele. Ein tiefer Lauf bei einem großen TV-Turnier steht weit oben auf seiner Liste. „Einen Major gewinnen oder ein guter Run bei der WM wäre großartig. In den vergangenen zwei Jahren habe ich dort ein paar miserable Matches gespielt. Ich würde das Jahr gerne stark beenden.“
Das hätte für Menzies besondere Bedeutung nach seinem schwierigen Start in das Jahr 2026. „Ich bin schlecht in die Saison gekommen und hatte Probleme mit der Hand. Ich habe dieses Jahr mehr investiert als je zuvor, weil ich fast alles verloren hatte. Ich bin dankbar, jetzt in dieser Position zu sein.“
Menzies betont, dass er seinen Platz unter den Profis keineswegs für selbstverständlich hält. „Ich stand auf der anderen Seite und weiß, wie hart es ist, hierher zu kommen. Deshalb will ich das nicht als gegeben hinnehmen.“
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Mehr Fokus auf Gesundheit
Auch abseits des Boards versucht Menzies inzwischen bewusster mit seiner Karriere umzugehen. Im vergangenen Jahr hatte er während eines Flugs in die Schweiz das Gefühl, einen Herzinfarkt zu bekommen. Weil Herzprobleme in seiner Familie vorkommen, ließ er sich durchchecken und bekam den Rat, Gewicht zu verlieren.
Später traten bei Menzies erneut gesundheitliche Probleme auf. Nach Untersuchungen vermutete man bei ihm Dehydrierung als Ursache. Er verbrachte anschließend zehn Stunden im Glasgow Jubilee, wo weitere Tests keine ernsthaften Probleme ergaben, abgesehen von etwas hohem Blutdruck. „Sie denken, es war Dehydrierung, und ich hoffe, dass es so ist. Das würde bedeuten, dass ich einfach besser auf mich achten muss.“
Das versucht er inzwischen auch an langen Turniertagen umzusetzen. „Gleich gehe ich zurück aufs Zimmer und trinke Wasser und Elektrolyte. Es sind kleine Dinge. Wir sind vielleicht nicht alle Athleten, aber das sind lange Tage. Ich war heute Morgen schon um halb zehn hier.“
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Sogar seine Ernährung stellt er um. „Mein Frühstück war heute Porridge, und danach habe ich nichts mehr gegessen. Normalerweise würde ich mir jetzt eine Pizza holen, aber ich versuche, es besser zu machen. Ich werde älter und muss besser auf mich aufpassen.“
Laut Menzies ändert sich diese Mentalität ohnehin im Darts. Immer mehr Spieler achten auf Fitness und Gesundheit. „Heutzutage sieht man viele Dartspieler laufen, spazieren und besser auf sich achten. All die jungen Jungs kommen nach. Sie sind mit Vereinen und Nachwuchsarbeit aufgewachsen, während wir in Clubs und Pubs groß geworden sind. Sie sitzen uns im Nacken, also müssen auch wir heute besser auf uns aufpassen.“
"I'd like to end the year on a high!" 💪
— PDC Darts (@OfficialPDC) September 22, 2026
After winning his fourth ProTour title, Cameron Menzies aspires for more success as he sets his goals for end of the 2026. pic.twitter.com/IrUMEzPh0q

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











