„Zwischen uns wird es in nächster Zeit nicht besonders gemütlich“ – Gian van Veen wehrt sich nach Zwischenfall mit Luke Littler

PDC
durch Nic Gayer
Freitag, 03 April 2026 um 11:30
Gian van Veen & Luke Littler
Gian van Veen erreichte am neunten Spieltag der Premier League Darts erneut das Finale, verpasste jedoch den Wochensieg. Im Endspiel erwies sich Gerwyn Price als zu stark. Im Anschluss stand bei der Analyse des Abends jedoch weniger das Finale im Mittelpunkt als vielmehr eine hitzige Auseinandersetzung mit Luke Littler aus dem Viertelfinale.
Van Veen selbst blickte mit gemischten Gefühlen auf seinen Auftritt zurück. „Natürlich ärgert dich das Finale“, erklärte er im Gespräch mit dem niederländischen Medium Viaplay. „Aber wenn du vorher weißt, dass du zuerst gegen Littler ranmusst, dann ist das das wichtigste Match des Abends. Das willst du gewinnen. Alles danach ist im Grunde Bonus.“

Körperliche Nachwirkungen spielen eine Rolle

Mit dem Erfolg im Viertelfinale legte der Niederländer die Grundlage für einen insgesamt starken Abend. „Dann gewinnst du auch noch dein Halbfinale, aber im Finale war es einfach nicht gut genug. Das Scoring war den ganzen Abend nicht überragend, auch wenn ich stark gecheckt habe. Nur, ja, wenn du dann zweimal ein 128er-Finish gegen dich bekommst, ist es auch schnell vorbei.“
Dass van Veen überhaupt bis ins Finale vordrang, war angesichts seiner körperlichen Verfassung keineswegs selbstverständlich. In den vergangenen Wochen hatte er mit einer Nierenstein-Problematik zu kämpfen – Auswirkungen, die auch auf der Bühne noch spürbar waren.
„Eigentlich habe ich es schon gegen Josh Rock gespürt“, erklärte er. „Ich ging 3:2 in Führung und in den ersten Legs fühlte ich mich gut, mein Fokus war wirklich gut. Aber danach wurde mir etwas schwindelig und die Konzentration war schnell weg. Da dachte ich: Das wird schwierig.“
Trotzdem brachte er die Partie dank wichtiger Checkouts ins Ziel. „Dann triffst du ein paar gute Finishes und gewinnst sie trotzdem. Danach hast du zum Glück noch eine Viertelstunde oder zwanzig Minuten, um wieder reinzukommen, und das hat geklappt. Im Finale hatte ich damit keine Probleme mehr, aber das Niveau hätte einfach besser sein müssen.“
Für die Tabelle nahm van Veen dennoch wichtige Punkte mit. Gleichzeitig stellte er fest, dass seine Premier-League-Saison bislang häufig nach dem Prinzip Alles oder nichts verlief. „Entweder verliere ich das Viertelfinale oder ich verliere das Finale. Solange ich nur das Viertelfinale gewinne, habe ich auf jeden Fall einen ordentlichen Abend. Das Viertelfinale ist eigentlich wichtiger als das Halbfinale, wenn du auf das Ranking schaust.“
Sein Ziel für die kommenden Wochen formulierte er entsprechend klar: „Ab jetzt ist es simpel: Viertelfinals gewinnen. Wenn du das jede Woche schaffst, kommt der Rest von allein.“

Auseinandersetzung mit Littler bleibt hängen

Trotz seines Finaleinzugs dominierte in der Nachberichterstattung vor allem die Szene aus dem Viertelfinale gegen Littler. Nach einem verpassten Doppelversuch des Niederländers jubelte der Weltmeister in Richtung Fans, was bei van Veen sichtbar für Irritation sorgte. In der Folge reagierte Littler wiederum mit Gesten in Richtung seines Gegners. Auch nach dem entscheidenden Doppel zum Sieg von „The Giant“ blieb die Situation auf der Bühne kurz angespannt.
Kontakt zwischen beiden Spielern gab es anschließend nicht mehr. „Nein, wir haben nicht mehr miteinander gesprochen“, sagte van Veen. „Er hat mich auch nicht mehr angesprochen. Ich habe seine Reaktion in den sozialen Medien gesehen, er fand es wohl witzig. Naja, ich glaube nicht, dass es zwischen uns in nächster Zeit besonders gemütlich wird.“
Gleichzeitig stellte der Niederländer klar, dass ihn die Situation persönlich nur begrenzt beschäftigt. „Ich bin hier für mich. Er ist ein großartiger Spieler, die Nummer eins der Welt, also ist das, was er für den Sport tut, fantastisch. Aber es interessiert mich wenig, was er von mir hält.“
In den sozialen Medien erhielt van Veen viel Zuspruch von Fans, was ihm nicht verborgen blieb. „Ja, das habe ich auch gesehen. Schau, ich sage, wie es sich für mich anfühlt. Und wenn ich dann sehe, dass die Leute hinter mir stehen, ist das natürlich angenehm. Aber am Ende macht es auch nicht so viel aus.“
Trotz der Finalniederlage überwiegt daher das positive Fazit eines wichtigen Punktgewinns im Rennen um die Play-offs. Beim kommenden Spielabend in Brighton wartet zudem ein besonderes Duell mit Landsmann Michael van Gerwen.
„Das wird ein wichtiges Spiel“, sagte van Veen mit Blick voraus. „Mein Legsaldo ist nicht überragend, also muss ich einfach weiter Matches gewinnen. Hoffentlich muss Michael nächste Woche dran glauben.“

Reaktion von Luke Littler

Luke Littler machte während der Auseinandersetzung mit Gian van Veen eine weinende Geste in Richtung des Publikums
Luke Littler machte während der Auseinandersetzung mit Gian van Veen eine weinende Geste in Richtung des Publikums
Eine öffentliche Stellungnahme von Littler zum Vorfall blieb bislang aus. Allerdings veröffentlichte „The Nuke“ im Anschluss mehrere Beiträge in seinen Instagram-Storys. Zunächst teilte er einen Screenshot seiner Titelliste mit der Bildunterschrift „goodnight godbless thankyou manchester“.
Wenig später folgte ein weiterer Screenshot mit einer Reaktion auf van Veens Aussagen gegenüber englischen Medien, versehen mit mehreren lachenden Emojis. Damit machte Littler deutlich, dass er die Kritik seines Gegners nicht teilte und dessen Darstellung offenbar nicht ernst nahm. Eine offizielle Einordnung des Vorfalls steht jedoch weiterhin aus.
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